PRIX WALO: Luzerner sind die Meister ihres Fachs

Dass Luzerner grossartige Blasmusiker sind, haben einige Bands wiederholt national und international bewiesen. Nun sind gleich drei für den Prix Walo nominiert.

Roger Rüegger
Drucken
Teilen
Sie gehören zu den besten Formationen im Land: (von oben im Uhrzeigersinn) die Brassband Bürgermusik Luzern, die Blaskapelle Lublaska und die Wiggertaler Blaskapelle. (Bilder Pius Amrein, PD)

Sie gehören zu den besten Formationen im Land: (von oben im Uhrzeigersinn) die Brassband Bürgermusik Luzern, die Blaskapelle Lublaska und die Wiggertaler Blaskapelle. (Bilder Pius Amrein, PD)

Roger Rüegger

Die höchste Auszeichnung im Schweizer Showbusiness wird am 8. Mai vergeben: der Prix Walo. Musiker, Schauspieler und Kabarettisten wie Bruno Ganz, Mummenschanz, Emil, DJ Bobo, Polo Hofer, Gotthard, Sina, Seven, Ruedi Rymann und viele andere durften den begehrten Preis schon entgegennehmen.

Die 42. Verleihung ist aus Luzerner Sicht erfreulich und sehr speziell. Natürlich sind die Sieger bei Preisverleihungen im Vorfeld nicht bekannt. In diesem Fall steht aber bereits fest, dass die grosse Gewinnerin die Blasmusik generell – aber die Luzerner Blasmusikszene im Speziellen ist. Nicht nur weil diese Musikrichtung eine eigene Kategorie bildet, sondern dass alle drei nominierten Bands im Kanton Luzern beheimatet sind, ist bemerkenswert.

Champions und Publikumslieblinge

Die Blaskapelle Lublaska holte 2015 den Europameistertitel der böhmisch-mährischen Blasmusik in der Profistufe, die Brass Band Bürgermusik Luzern gewann als erste Schweizer Band den europäischen Brass-Band-Wettbewerb, und die Wiggertaler Blaskapelle wurde von den Radiohörern von SRF zum vierten Mal zur beliebtesten Blaskapelle der Schweiz gewählt.

Von ihrer Nomination erfuhren die Ensembles Mitte Februar auf offiziellem Weg per Briefpost. Die Überraschung war bei allen drei Kapellen gross. Und die Freude noch viel grösser. «Wir wussten nicht einmal, dass die Blasmusik eine eigene Kategorie bildet. Das ist für uns eine total lässige Angelegenheit», sagt Martin Zihlmann, Bandmanager der Brass Band Bürgermusik Luzern. Ungeachtet dessen, wer am Schluss den Preis gewinne, für die Blasmusik sei diese Geschichte Gold wert. «Wenn wir für einen Preis nominiert sind, den sonst grosse Persönlichkeiten entgegennehmen dürfen, unterstreicht dies den Stellenwert, den die Blasmusik inzwischen hat.» Es sei sicher auch ein Verdienst der aktiven Jugendarbeit innerhalb der Blasmusikszene, dass man nun einen derartigen Auftritt haben dürfe.

«Total aus dem Häuschen»

Die Mitglieder der Wiggertaler Blaskapelle sind seit der Nachricht «total aus dem Häuschen. Ich hatte schlaflose Nächte. Es ist schlichtweg gewaltig», sagt Dirigentin Theres Müller-Tanner. Als sie von der Nomination hörte, steckte die Kapelle mitten in Tonaufnahmen für die Volksmusiksendung «Potzmusig» des SRF. «Meine Kollegen informierten mich wie beiläufig darüber. Ich war mit dem Tonmeister am Schneiden und nahm die Neuigkeit nicht bewusst auf. Und weil die Fasnacht erst kurz zuvor zu Ende war, dachte ich an einen späten Scherz und lachte», sagt sie. Erst als sie die offizielle Prix-Walo-Broschüre in den Händen hielt, wusste sie, dass es kein Witz ist, sondern dass sie eine schöne Plattform bekommen, um sich zu präsentieren. Diese Tragweite sei für eine Laienkapelle gewaltig, meint Müller. Gründungsmitglied Kobi Hodel sagt dazu, dass die Wiggertaler Blaskapelle vermutlich jeweils im richtigen Moment am richtigen Ort gespielt habe. Allein dadurch, dass sie für den Prix Walo vorgeschlagen seien, fühle er sich «gebauchpinselt».

Die Blaskapelle Lublaska, die schon mehrere Male international Erfolge feierte, erachtet die Nomination als grosse Ehre. «Die Blasmusik kämpft stets um Anerkennung. Der Prix Walo bietet uns nun eine perfekte Bühne, um etwas mehr Popularität zu erlangen», sagt Präsident Norbert Kappeler.

Drei Luzerner – purer Zufall

Dass dieses Jahr drei Luzerner Formationen nominiert wurden, ist laut Monika Kaelin, Präsidentin des Prix Walo-Veranstalters «Show-Szene Schweiz», purer Zufall. «Es wurden auch Blasmusik-Formationen aus andern Kantonen vorgeschlagen, aber die Fachjury begründete den Entscheid damit, dass dies die drei erfolgreichsten Formationen sind, die in den letzten Jahren durchschlagenden Erfolg hatten», erklärt sie auf Anfrage. Der Entscheid der Jury sei einstimmig und unter juristischer Aufsicht erfolgt.

Die Blasmusik werde seit 2012 alle drei Jahre wiederkehrend nominiert, so Kaelin. Die Fachjury habe damals entschieden, dass diese beliebte Musikart ebenfalls eine Auszeichnung verdient habe, aber nicht jährlich nominiert werden solle. Für die Sparten Jodel, Volksmusik, Schlager, Blasmusik, Jazz/Blues und Country würden ebenfalls alle drei oder vier Jahre wiederkehrend Künstler nominiert. Für den 39. Prix Walo für das Jahr 2012 wurden die Lucerne Concert Band, Otmarmusik St. Gallen und Swiss Band (frühere Swissair-Musik) nominiert. Letztere ging als Siegerin hervor.

Der Prix Walo in den einzelnen Sparten wird primär für herausragende Leistungen im vergangenen Jahr (heuer also für 2015) verliehen oder bei Sparten, die alle drei bis vier Jahre wiederkehrend im Turnus ausgezeichnet werden, für die Leistungen der vergangenen Jahre. In besonderen Fällen könne auch eine wichtige Auszeichnung, ein Bühnenjubiläum oder langjähriges erfolgreiches Schaffen auf hohem Niveau als herausragende Leistung im Sinne der Vergabebestimmungen bezeichnet werden.

Hinweis

Die 42. Verleihung des Prix Walo findet am 8. Mai im Kongresshaus Zürich statt. Die Gala wird auf Star TV ab 20 Uhr live ausgestrahlt. Mehr Informationen: www.prixwalo.ch

Prix Walo: Weitere Bilder und Hörproben der drei Bands auf www.luzernerzeitung.ch/bonus

7 Bilder

10 Bilder

Bild: zvg
16 Bilder
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg
Bild: zvg

Bild: zvg