Pro Natura zieht Einsprache weiter

Im Gebiet Stahlermatten in Grossdietwil soll die Arbeitszone erweitert werden. Pro Natura fechtet nun den Entscheid der Gemeindeversammlung, die eine Umzonung beschloss, mit rechtlichen Mitteln an.

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Am 12. Januar folgten die 75 anwesenden Stimmbürger an der Gemeindeversammlung dem Antrag des Gemeinderates auf Abweisung der Pro-Natura-Einsprache einstimmig. Am Dienstag teilt nun die Naturschutzorganisation mit, dass sie diesen Entscheid mit rechtlichen Mitteln anfechten will.

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision soll im Industriegebiet die Arbeitszone um 7700 Quadratmeter erweitert werden. Grund dafür sind Ausbaupläne der Andermatt-Gruppe, die in der biologischen Schlädlingsbekämpfung tätig ist. Die Krux dabei: Das Grundstück, das bisher der Landwirtschaftszone zugeteilt ist, befindet sich in einem Gebiet, das unter den Namen «Wässermatten» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler aufgeführt ist.

Pro Natura erachtet die geplante Einzonung laut Medienmitteilung als «unzulässig». Mit der Schutzverordnung und insbesondere auch mit dem Inventar der national geschützten Landschaften wird auf kantonaler bzw. nationaler Ebene ausdrücklich eine ganze Landschaft in ihrer Einheit unter Schutz gestellt. Eine Gemeindeversammlung könne diese Rechtslage nicht übergehen, schreibt Pro Natura Luzern in einer Mitteilung. «Wenn jede Gemeinde aus ihrer rein lokalen Optik kantonale Richtpläne, übergeordnete Raumplanungsgesetze und bundesrechtliche Schutzgebiete ignorieren kann, dann herrscht bald nur noch raumplanerischer Wildwuchs», fasst Samuel Ehrenbold, Geschäftsführer von Pro Natura Luzern die Bedenken zusammen.

Die Dienststelle Abteilung Natur und Landschaft habe im Rahmen des kantonalen Prüfungsverfahrens klar zum Ausdruck gebracht, dass im fraglichen Gebiet keine Einzonungen genehmigt werden sollen. Es ist nicht nachvollziehbar, wie und warum der Kanton das Vorhaben als zulässig erachten konnte, schreibt Pro Natura weiter.

rem