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PRO UND CONTRA: Ist Kriens bereit, zur Stadt zu werden?

Am 4. März entscheiden die Stimmbürger über die Umbenennung von Gemeinde in Stadt Kriens. Laut Cla Büchi (SP) ist die Zeit reif für diesen Schritt – für Hans Fluder (SVP) ist Kriens nach wie vor ein Dorf.
Hans Fluder, Präsident Svp Kriens
Blick auf Kriens-Süd. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 21. April 2017))

Blick auf Kriens-Süd. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 21. April 2017))

Insgesamt fünf Fragen enthält der Stimmzettel für die Krienser Gemeindeabstimmung vom 4. März. Hauptsächlich geht es um die Teilrevision der Gemeindeordnung. Nötig ist diese aufgrund von Anpassungen an das kantonale Finanzhaushaltsgesetz, die alle Luzerner Gemeinden umsetzen müssen. Diese Anpassungen waren im Einwohnerrat unbestritten.
Die neue Gemeindeordnung enthält weiter die Änderung des Krienser Wappens. Der Bär sieht in der neuen Version wilder aus, und Gallus hält ein längeres Brot in der Hand. Das bisherige Brot, wegen seiner runden Form auch «goldenes Ei» genannt, soll verschwinden. Zudem sieht die Gemeindeordnung die Umbenennung von Gemeinde in Stadt Kriens vor. Über das Wappen und den Stadtbegriff wird in zwei Zusatzfragen abgestimmt.
Weiter enthält der Stimmzettel zwei Stichfragen für den Fall, dass die neue Gemeindeordnung angenommen wird und das neue Wappen oder der Stadtbegriff keine Mehrheit finden. Dies, weil die beiden letztgenannten Elemente auch Teil der neuen Gemeindeordnung sind. (std)

Zwei Krienser Politiker vertreten unterschiedliche Meinungen in der Frage der Umbenennung. Im folgenden ihre Argumente dafür oder dagegen.

PRO.Früher definierte sich eine Stadt über das Marktrecht oder das Recht, Zölle zu erheben. Heute wird der Stadtbegriff unter anderem über die statistische Grösse definiert: Weist eine politische Gemeinde mehr als 10 000 Einwohner auf, gilt sie als Stadt. Kriens wird in den nächsten Jahren die Grenze von 30 000 Einwohnern überschreiten, gilt also schon lange als Stadt.

In meiner Kindheit sagte man, man gehe «ins Dorf» und meinte Kriens. Sagte man «Stadt», war Luzern gemeint. Ich sage dies heute noch ab und zu. Ich verstehe, wenn Krienserinnen und Krienser Mühe bekunden, wenn ihr Dorf plötzlich eine Stadt sein soll und dies mit gewissen Ängsten oder einem Identitätsverlust verbinden. Aber was ist mit den Bewohnern, die erst seit ein paar Jahren in Kriens wohnen, und den künftigen in Luzern Süd, die in einen Stadtteil ziehen, der städtischer ist als jedes Quartier in Luzern? Werden sie das Gefühl haben, in einem Dorf zu leben oder sagen, sie gehen ins Dorf, wenn sie im Zentrum was zu erledigen haben? Eher nicht, würde ich sagen. Die Herausforderungen, denen sich Kriens in den nächsten Jahren stellen muss, sind eindeutig nicht mehr die eines Dorfes. Ich denke an den Verkehr, die Siedlungsentwicklung, Infrastrukturen und gemeinschaftsfördernde Einrichtungen. Und welches Dorf hat schon ein Fussballstadion, ein Hallen- und ein Freibad, zwei Kulturzentren, eine Musikhochschule, ein Einkaufszentrum, ein zeitgenössisches Mu­seum, Pärke und vieles mehr? Es sind städtische Strukturen, die in Kriens gewachsen sind und noch in grösserem Ausmass wachsen werden. Diese gilt es mit dem Selbstverständnis einer Stadt zu bewältigen. Kriens hat sich dazu entschlossen, eigenständig zu bleiben. Setzen wir also ein selbstbewusstes Zeichen, auch gegenüber unseren Partnern in der Stadtregion, und gewinnen wir mit dem Stadtbegriff an Einfluss und Stärke.

Cla Büchi, Fraktionschef SP Kriens

CONTRA.In Kriens wird zurzeit mächtig gebaut, und das Dorf wächst gewaltig! Im Dorfkern mit dem neuen Gemeindehaus, den angrenzenden Neubauten sowie bei der Überbauung im Mattenhof entsteht immer mehr Wohnraum. Somit steigt die Einwohnerzahl stetig, und die Frage drängt sich auf, ob Kriens noch ein Dorf ist oder zur Stadt werden soll. Mit der momentanen Einwohnerzahl könnte Kriens schon längst eine Stadt sein, doch viele Krienser Bürgerinnen und Bürger fühlen sich in ihrem Dorf zu Hause. Bereits vor Jahren hat die Gemeinde Kriens darüber diskutiert, und es kam sogar zur Abstimmung, welche mit einem klaren Nein ausfiel. So blieb Kriens bis dato ein Dorf. Steht man auf dem wunderschönen Sonnenberg, sieht man im Osten die schöne Stadt Luzern mit dem Vierwaldstättersee. Den sehr bekannten Rotsee mit der Gemeinde Ebikon und das Rontal. Nach Süden ausgerichtet ist das Dorf Kriens sanft eingebettet zwischen dem Hausberg Pilatus und dem Naherholungsgebiet Sonnenberg und hat einen dorfähnlichen Charakter. Das Dorf ist ziemlich lang gezogen und relativ schmal. Viele Einwohnerinnen und Einwohner können sich nicht damit anfreunden, dass aus Kriens eine Stadt werden soll, da dessen Charakter mit den Brauchtümern und dem Zusammenhalt einfach immer noch mehr jenem eines Dorfes ähnelt. Dies kommt immer wieder in Gesprächen in den Vereinen oder am Wirtshaustisch zum Vorschein. Die Stadt Luzern ist so nahe und gut erreichbar, aber sie ist eben eine Stadt und sehr anonym. Dies ist genau das, was Kriens als Dorf ausmacht: Trotz hoher Einwohnerzahl ist es familiär geblieben und hat so seinen Reiz, als Dorf weiterbestehen zu dürfen.

Hans Fluder, Präsident SVP Kriens

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