PROJEKT: Windenergie: Region Sursee im Fokus

In der Region Sursee wird ein Windpark­konzept erarbeitet. Es ist die Rede von Millioneninvestitionen – die Gemeinden zeigen sich aber wenig interessiert.

Roseline Troxler
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Eine Windenergieanlage im Kanton Graubünden wird montiert.

Eine Windenergieanlage im Kanton Graubünden wird montiert.

Im Entlebuch gibt es sie bereits, oder sie befinden sich im Bau: bis zu 80 Meter hohe Windturbinen. Betrieben werden sie von der Windpower AG. Auch im Seetal ist ein Windpark geplant. Nun überlegt sich auch die Konkurrenz geeignete Standorte für die Errichtung von Windrädern. Die Genossenschaft Windenergieanlage Diegenstal GWD möchte gemeinsam mit der EWL Energie Wasser Luzern in der Region Sursee-Mittelland Windkraftwerke bauen. Für die Erarbeitung des rechtlich notwendigen Windparkkonzepts wurde der regionale Entwicklungsträger Sursee-Mittelland beauftragt, wie der Kanton dies vorschreibt.

Vier Gemeinden wurden angefragt

Laut Beat Lichtsteiner, Geschäftsführer des Entwicklungsträgers Sursee-Mittelland, wird das Konzept mit interessierten und betroffenen Akteuren erstellt. Lichtsteiner sagt: «Wir haben vier Gemeinden für die Mitarbeit am Konzept angefragt.» Diese zählen gemäss Windkarte zu geeigneten Standorten. Angefragt wurden die Gemeinden Beromünster, Rickenbach, Schlierbach und Triengen. Es handelt sich nicht um zusammenhängende Areale.

«Bereits heute gibt es in Diegenstal in der Gemeinde Rickenbach ein Windrad», sagt Lichtsteiner. Da dieses die Höhe von 30 Metern nicht überschreitet, benötigte es kein Konzept. Falls Windturbinen in der Region Gschweich/Bloseberg/Diegenstal gebaut würden, sollen diese mehr als 30 Meter in die Höhe ragen. Aus diesem Grund braucht es ein Windparkkonzept. Lichtsteiner rechnet für den Bau der Windkraftwerke mit Investitionen in Millionenhöhe.

Projekt stösst auf Widerstand

In den nächsten Wochen wird der Entwicklungsträger Sursee-Mittelland die Rückmeldungen der Gemeinden auswerten. Die Gemeinde Beromünster wurde zur Erarbeitung des Konzeptes angefragt, da es sich um einen möglichen Standort für Windkraftwerke handelt. Der Gemeinderat äussert sich zurzeit noch nicht zum Bau von Windkraftwerken auf dem Gemeindegebiet. Rickenbach zeigt sich bereits heute wenig begeistert von der Idee eines Windparks. Stefan Huber, Leiter der Gemeindeverwaltung Rickenbach, sagt: «Den Standort Rickenbach sehen wir für einen Windpark aufgrund früherer negativer Analysen, des Schutzes des Landschaftsbilds und des Siedlungskonzepts als nicht ideal an.» Ähnlich der Tenor in Schlierbach: «Wir haben entschieden, dass wir an der Realisierung eines Windparks in der Gemeinde Schlierbach nicht interessiert sind», sagt Gemeindeammann Armin Hartmann. Denn in den letzten Jahren seien viele Anstrengungen zum Schutz der Landschaft unternommen worden. «Ein Windkraftwerk wäre daher ein zu grosser Eingriff in die Natur, zumal das Areal Gschweich ein wichtiges Naherholungsgebiet ist.» Auch der Gemeinderat Triengen wurde angefragt. Gemeinderat Josef Fischer sagt: «Es ist gut, wenn Abklärungen getroffen werden, damit wir alle Fakten auf dem Tisch haben.» Fischer zweifelt jedoch, ob sich die Region tatsächlich für einen Windpark eignet.

Konzentration auf wenige Gebiete

Im Konzept Windenergie des Kantons Luzern heisst es 2011: «Im Kanton Luzern werden Windparks bevorzugt. Es soll eine Konzentration auf wenige prioritäre Gebiete angestrebt werden.» Als ideal würden Windparks mit drei bis fünf Anlagen erachtet. Laut Bericht gibt es im Kanton für die Windenergie Interessengebiete mit einer Fläche von rund 22 Quadratkilometern. In der Region Sursee-Mittelland würden sich Gebiete in Beromünster, Rickenbach, Geuensee, Triengen und Schlierbach von den Windverhältnissen her eignen. Es gibt zwar keine ausgezeichneten, aber gute bis sehr gute Windverhältnisse: Die theoretischen Windgeschwindigkeiten erreichen 4,5 bis 5,5 Meter pro Sekunde. Der Entwicklungsträger Sursee-Mittelland hat dieses Windkonzept zusammen mit den anderen Regionen im Kanton erarbeitet. «Wir haben damals entschieden, anschliessend kein konkretes Windparkkonzept zu erstellen.»

Da nun aber seitens Interessierter und möglicher Investoren der Bau von Windturbinen geprüft werde, sei der Entwicklungsträger mit der Konzepterarbeitung beauftragt.