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PROTEST: «Jetzt ist das Fass voll»: Heute demonstrieren die Schüler

Heute demonstrieren in fünf Schweizer Städten Tausende Schüler gegen den Spardruck an Schulen. Die Idee wurde in Luzern geboren.
Kilian Küttel
Schüler und Lehrer demonstrieren in Luzern gegen die Sparmassnahmen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 9. Dezember 2013))

Schüler und Lehrer demonstrieren in Luzern gegen die Sparmassnahmen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 9. Dezember 2013))

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Sie haben genug vom Sparen: In Luzern, Zürich, Aarau, Basel und Genf sind heute grosse Schülerdemonstrationen angekündigt. Die Idee stammt aus der Feder des Verbandes der Luzerner Schülerorganisationen (VLSO). Serafin Curti ist der Präsident des VLSO. Im Interview erklärt der Gymnasiast, was das Ziel der heutigen Aktion ist, was er von der Regierung fordert und wie wichtig soziale Medien sind.

Serafin Curti, Schweizer Schüler haben sich unter dem Hashtag #KeLoscht zusammengeschlossen. Worauf haben Sie keine Lust?

Auf den Leistungsabbau im Bildungsbereich. Überall wird rigoros gespart. Zum Beispiel in Luzern: Zwangsferien im Herbst, höhere Pensen bei den Lehrern, teurerer Instrumentalunterricht. Und auch die freie Kanti-Wahl ist gefährdet. Das kann es nicht sein.

Wie ist die Bewegung #KeLoscht entstanden?

Wir vom VLSO haben den Kontakt zu anderen Schülerorganisationen gesucht und uns abgesprochen. Dann ist alles ins Rollen gekommen. Aber es war viel Arbeit – vor allem für unseren Hauptleiter der Protestaktion, Samuel Zbinden.

Der Hashtag in Ihrem Slogan ist ein Phänomen der sozialen Medien. Wie wichtig sind diese für Ihre Aktion?

Sie sind extrem wichtig. Wir haben über Facebook viele Personen erreicht. Allgemein wäre es ohne die neuen Technologien nicht möglich gewesen, eine solche Protestaktion auf die Beine zu stellen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Die Initianten der Demonstration in Genf konnten nicht zu jeder Sitzung extra nach Luzern kommen. Also haben wir sie jeweils per Skype zugeschaltet.

Wie viele Teilnehmer erwarten Sie an der heutigen Protestaktion in Luzern?

Schweizweite und Luzerner Zahlen kann ich keine nennen. Aber so viel kann ich sagen: Alleine von der Kanti Sursee, die ich besuche, haben sich 430 Personen angemeldet.

Proteste in Luzern gab es auch schon, jetzt wird in weiteren Städten der Schweiz demonstriert, und zwar koordiniert. Erhöht das den Druck auf die Politik zusätzlich?

Wir wollen ernst genommen werden. Die Regierung soll sehen, dass sie ihren Sparkurs im Bildungswesen nicht einfach so durchsetzen kann. Wenn die Demonstrationen von heute keine Wirkung zeigen, dann haben die Politiker die Zeichen ganz einfach nicht verstanden. Denn schliesslich haben sie ja auch ein Interesse, auf uns zu hören. Wir sind die Wähler der Zukunft.

Was stört Sie besonders am Sparkurs, den die Luzerner Regierung verfolgt?

Man darf Leistungen nicht einfach so kürzen. Alle sollten die gleichen Chancen auf eine gute Bildung haben. In Luzern stört mich vor allem, dass der Kanton die Einsparungen immer verharmlost.

Wie meinen Sie das?

Die Regierung spart in kleinen Schritten. Dann begründet sie, dass die Sparmassnahmen ja funktionieren würden und alles gar nicht so schlimm sei. Es sind immer einzelne Tropfen. Aber jetzt ist das Fass voll – wir müssen uns wehren.

Hinweis

Serafin Curti ist 20 Jahre alt, wohnt in Schenkon und besucht die fünfte Klasse der Kantonsschule Sursee. Er ist seit 2013 Präsident des Verbandes der Luzerner Schülerorganisationen.

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