Psychologische Fakultät: Meinungen der Luzerner Parlamentarier driften auseinander

Die Regierung hat der Uni Luzern ein Konzept für die Weiterentwicklung in Auftrag gegeben. Dabei steht die Prüfung einer psychologischen Fakultät im Vordergrund. Das kommt nicht bei allen Parlamentariern gut an.

Roseline Troxler
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Erhält die Uni Luzern (hier ein Blick in einen Vorlesungssaal) bald eine neue Fakultät? Das letzte Wort wird der Kantonsrat haben.

Erhält die Uni Luzern (hier ein Blick in einen Vorlesungssaal) bald eine neue Fakultät? Das letzte Wort wird der Kantonsrat haben.

Roger Grütter

Verhaltenswissenschaftliche Fragen würden «das Fächerspektrum der humanwissenschaftlichen Universität Luzern abrunden und Forschung und Lehre an der Universität weiter stärken». Das schreibt die Luzerner Regierung auf eine Anfrage des SP-Kantonsrats Hasan Candan. Der Stadtluzerner will vom Regierungsrat unter anderem wissen, inwiefern eine Fakultät für Psychologie in das Profil der Universität Luzern passen würde.

Von fehlender Strategie bis zu guter Chance

Die Antwort der Regierung kommt im Parlament ganz unterschiedlich an, wie sich in den Voten am Montagvormittag zeigte. Für Gaudenz Zemp (FDP, St. Niklausen) fehlt etwa eine klare Strategie. «Ich bin verwirrt über die Entwicklung der Uni. Man weiss nicht, wo man hin will.» Während der Entlebucher Bernhard Steiner (SVP) forderte: «Die Universität soll prüfen, künftig stärker auf Qualität statt auf Quantität zu setzen.» Ausserdem stellt er die Finanzierung einer neuen Fakultät in Frage.

Maurus Frey (Grüne, Kriens) betonte die «erfreuliche Erfolgsgeschichte der Uni Luzern» und sprach sich für die Prüfung einer psychologischen Fakultät aus. Doch: «Der Kanton soll sich nicht aus der Finanzierung zurückziehen.» Auch für die Grünliberalen ist eine Weiterentwicklung der Universität Luzern sinnvoll. Angelina Spörri (Eschenbach) sagte: «Psychologie ist das dritt beliebteste Fach der Schweizer Studenten. Ein neues Angebot in diesem Bereich ist eine gute Chance, mehr Studenten im Kanton Luzern zu halten.»

Uni wäre für Finanzierung des Aufbaus zuständig

Für den parteilosen Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann ist die Universität Luzern, die heuer 20-jährig wird, in der Pflicht, nach vorne zu schauen. «Ich habe diverse Gespräche mit dem Rektor der Universität geführt, wie das Profil der Institution abgerundet werden kann», sagt Schwerzmann.

«Wir können nicht alles anbieten. Unser Ziel ist eine feine und fokussierte Uni.»

Er habe dem Rektor daher den Auftrag für die Ausarbeitung eines Konzepts erteilt. Die Uni müsse aufzeigen, wie sie eine neue Fakultät finanzieren würde, so Schwerzmann. «Dabei geht es um den Aufbau. Den Betrieb werden wir, wie im Falle der Wirtschaftsfakultät, natürlich finanzieren.» Und gegenüber den Kantonsräten unterstrich er: «Sie werden am Schluss bestimmen können, ob eine neue Fakultät geschaffen wird.» Denn dafür sei eine Gesetzesänderung nötig.

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