Public Viewing bei der Ufschötti vor dem Aus

Auf dem Kies-Veloparkplatz bei der Luzerner Ufschötti wird es im nächsten Sommerwohl kein karitatives Public Viewing zur Fussball-EM 2012 geben. Die Stadt sehe von einer neuerlichen Austragung ab, teilte der Verein «Am Ball für Strassenkinder» gestern mit.

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Public Viewing bei der Ufschötti Luzern beim WM-Spiel zwischen Uruguay und Frankreich im Juni 2010. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Public Viewing bei der Ufschötti Luzern beim WM-Spiel zwischen Uruguay und Frankreich im Juni 2010. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Martin Bucher, Präsident des Vereins «Am Ball für Strassenkinder» ist über die Absage des vom 8. Juni bis 1. Juli vorgesehenen Public-Viewing-Events auf dem Kies-Veloparkplatz bei der Ufschötti in Luzern
enttäuscht: «Unser Anlass steht vor dem Aus, wohl wegen der Lärmreklamationen eines einzelnen Anwohners.» Die Stadt stehe dadurch unter Druck und gehe mit der Absage den «Weg des geringsten Widerstands».

Stadt: Absage «breit abgestützt»

Rico de Bona, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern, widerspricht dieser Darstellung: «Die Reklamationen im Sommer 2010 während der Fussball-WM waren massiv und stammten von mehreren Personen.» Der Entscheid, das Public Viewing an diesem Standort nicht mehr zu bewilligen, sei durch die Arbeitsgruppe Events der Stadt Luzern gefällt worden: «Sie ist breit abgestützt; ihr gehören Vertreter des Tief- und Hochbauamts, der Wirtschaftsförderung, von Kultur und Sport sowie der Luzerner Polizei an.» Man trage mit diesem Entscheid der Tatsache Rechnung, «dass sich unmitttelbar neben dem Ufschötti-Veloparkplatz eine Wohnzone befindet».

Verein hofft weiter

Martin Bucher hofft, dass die Stadt auf ihren Entscheid zurückkommt: «Wir haben unser Konzept überarbeitet. Live-Musik gibt es nur noch freitags, samstags und beim Final.» Der von der Stadt als Alternative vorgeschlagene Standort Reusszopf komme nicht in Frage. «Er ist viel zu abgelegen.» Falls die Stadt den Standort Ufschötti-Parkplatz definitiv ablehne, prüfe man eine Beschwerde vor Verwaltungsgericht, sagt Bucher.

Der Verein «Am Ball für Strassenkinder» hat das Public Viewing auf dem Ufschötti-Veloparkplatz schon zweimal durchgeführt – an der EM 2008 und der WM 2010. Dank Konsumationsumsatz und Sponsoring-Beiträgen sei dabei ein Reinerlös von 140'000 Franken erzielt worden. «Diesen spendeten wir vollumfänglich für Strassenkinder-Projekte in verschiedenen Ländern», sagt Bucher.

Hugo Bischof