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Braucht's noch etwas Grün? Der karge Krienser Stadtplatz wird zum Politikum

Die CVP ist mit der Gestaltung des Platzes vor dem neuen Stadthaus in Kriens nicht zufrieden. Für ein abschliessendes Urteil sei es aber noch zu früh, mahnt der zuständige Landschaftsarchitekt.
Stefan Dähler
Der neue Krienser Stadtplatz mit dem Stadthaus im Hintergrund. (Bild: Boris Bürgisser, 21. März 2019)

Der neue Krienser Stadtplatz mit dem Stadthaus im Hintergrund. (Bild: Boris Bürgisser, 21. März 2019)

Das neue Krienser Stadtbild gibt zu reden, besonders bei der CVP. Die Partei hatte zuvor bereits das angeblich dem Stadthaus zu ähnlich geratene Nachbargebäude kritisiert. Jetzt geht es in einer von CVP-Einwohnerrat Rolf Schmid eingereichten Interpellation um den Stadtplatz. Schmid will vom Stadtrat unter anderem wissen, ob man die Fläche mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten, begrünten Flächen, einem grosszügigeren Brunnen oder Schattenplätzen ausstatten könne. Weiter fragt Schmid, ob tatsächlich ein versickerungsfähiger Belag eingebaut wurde, wie das sonst auf Plätzen heute Standard sei.

Die Aussenraumgestaltung führte in Kriens bereits vor einem Jahr zu einem Vorstoss, in dem die karge Gestaltung des Schappe-Innenhofs kritisiert wurde. Rolf Schmid sagt dazu:

«Die knappen Finanzen spielen da wohl eine starke Rolle. Die Plätze werden sehr puritanisch gestaltet, was schade ist.»

Diesbezüglich bestehe Optimierungsbedarf. «Dem neuen Stadtplatz hätte man eine grössere Bedeutung geben können, da wäre mehr möglich», so Schmid.

Cla Büchi (SP), der damals den Schappe-Vorstoss eingereicht hat, teilt die Kritik an der Gestaltung des Stadtplatzes nur bedingt. «Es handelt sich um ein Projekt, das aus einem Architekturwettbewerb entstanden ist, der Platz ist sorgfältig gestaltet.» Doch angesichts der Klimaerwärmung seien solch grosse Asphaltflächen eigentlich nicht mehr sinnvoll. Weiter habe die Stadt «gesetzliche Bestimmungen einzuhalten, wie die Privaten auch, was die Sickerfähigkeit des Belags betrifft», sagt Büchi. Er fügt an:

«Man muss bedenken, dass die Anforderung bestand, für die Durchführung der Chilbi genügend freie Flächen zu haben. Ob dieser Entscheid richtig war, sei dahingestellt.»

Der Stadtrat nimmt zu hängigen Vorstössen in der Regel keine Stellung. Auf Anfrage gibt er aber kurz Auskunft zum Belag: Es sei bei der Projektentwicklung der politische Wille des Einwohnerrats gewesen sei, dass der Platz eine zentrumsbildende Funktion hat. Dazu müssten dort «Anlässe etwa wie die Chilbi oder des Brauchtums stattfinden können». Das sei mit einem versickerungsfähigen Belag «kaum oder nicht möglich». Ein Vergleich mit Auflagen an private Bauherrschaften sei deshalb kaum zu machen. «Auf Plätzen Privater, für die ein versickerungsfähiger Belag vorgeschrieben wird, finden in der Regel auch keine Anlässe wie die Chilbi statt.»

Stattdessen seien andere Massnahmen getroffen worden, um das Regenwasser auf dem Platz zu sammeln und zu fassen, so der Stadtrat. Es gebe Regenrinnen, die das Oberflächenwasser sammeln und es in unterirdisch verlegte Regenwasser-Sammelbecken führen. Der definitive Deckbelag werde übrigens erst noch eingebaut.

Belag aus Kostengründen abgeändert

Das für die Realisierung des Krienser Stadtplatzes zuständige Luzerner Landschaftsarchitekturbüro Koepfli Partner bestätigt diese Informationen. Zur gestalterischen Kritik sagt Geschäftsführer Stefan Koepfli: «Es war eine Vorgabe der Stadt Kriens, dass es genügend freie Flächen für die Chilbi gibt. Beispielsweise ist die grosse freie Fläche zentimetergenau auf die Ausdehnung der Scooter-Bahn abgestimmt.» Weiter sei ursprünglich ein heller Asphaltbelag vorgesehen gewesen, was aus Kostengründen abgeändert wurde. Koepfli betont aber, dass es noch zu früh sei, abschliessend zu urteilen. «Ein Platz braucht wie ein Baum Zeit, um zu wachsen.» Er fügt an:

«Er wird ganz anders aussehen, wenn die über 20 hochstämmigen Ahorn- und Lindenbäume, welche auf dem Platz gepflanzt wurden, grün sind und der Brunnen in Betrieb ist.»

Die vielen freien Flächen könnten zudem nicht nur für die Chilbi von Nutzen sein. «Ein Platz ist wie eine Bühne, der durch die Besucher belebt wird. Das zu tun, liegt nun an den Kriensern.»

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