PUTZAKTION: Taucher befreien See von Dreck

Ein neuer Tauchverein will die Seen der Schweiz säubern. Gestern kamen sie ins Luzerner Becken - trotz eisiger Kälte.

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Die «Abfalltaucher» mit ihrem beachtlichen Fundgut. (Bild Nadia Schärli / Neue LZ)

Die «Abfalltaucher» mit ihrem beachtlichen Fundgut. (Bild Nadia Schärli / Neue LZ)

Minus 4 Grad Lufttemperatur und plus 7 im Wasser. Und doch sind am Freitagmorgen sieben Taucher im Vierwaldstättersee und befreien die Uferzone zwischen dem Hotel Palace und dem Schiffsrestaurant Wilhelm Tell von allerlei Müll, der sich im Laufe der Zeit auf dem Seegrund angesammelt hat.

Nach eineinhalb Stunden liegen fast 2 Kubikmeter Güsel beisammen - hauptsächlich Gläser und Bierbüchsen. Aber auch einige Autopneus, ein Signalhut, eine Eisenleiter und grosse Metallbleche liegen am Ende der Aktion um 11 Uhr auf einem Haufen.

Verein mit klarem Ziel
«Da ist einiges zusammengekommen», sagt Taucher Sven Walther aus Engelberg. Aber gerade im vorderen Bereich beim «Tell»-Schiff hätte man noch mehr herausfischen können. «Die Leute werfen einfach alles ins Wasser, ohne sich gross zu kümmern.»

Walther ist Mitglied des Vereins Schweizer Umwelt- und Abfalltaucher (Suat), der im Sommer gegründet worden ist. Ziel des Vereins ist es, die Schweizer Gewässer von Müll zu befreien. 17 aktive Taucher aus der ganzen Schweiz machen das gratis und opfern dafür ihre Freizeit.

Der Verein war am Freitag zum ersten Mal im Luzerner Seebecken, allerdings gilt das nicht für den Vierwaldstättersee. In Vitznau haben sie in einer Aktion schon mehrere Velos und auch Töffli aus dem See herausgefischt.

Ein Generationenprojekt
Suat möchte bei allen Seen in der Schweiz die Ufer säubern. Das sei natürlich ein Generationenprojekt, das nicht von heute auf morgen realisiert werden könne. Auch deshalb sei man auf Unterstützung von Privaten oder Gemeinden angewiesen. Im Fall hier kam eine Zusammenarbeit mit dem Hotel Palace zu Stande. Dieses fand die Idee einer Gewässersäuberung so toll, dass es gleich drei Angestellte zur Verfügung stellte, die den Tauchern den Güsel am Ufer abnahmen.

Stefan Roschi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.