Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

QUAI: Velo-Debatte: So machen’s andere Städte

In Luzern sorgt die Frage, ob Velos den Quai benutzen dürfen, für rote Köpfe. Andere Schweizer Städte – etwa Thun und Zug – haben das Problem auf ihre Weise gelöst.
Sebastian Hofer
Am Thuner Aarequai wurde das Velofahrverbot aufgehoben. (Bild: Patric Spahni)

Am Thuner Aarequai wurde das Velofahrverbot aufgehoben. (Bild: Patric Spahni)

Sebastian Hofer

sebastian.hofer@luzernerzeitung.ch

Das umstrittene Thema «Velos am Quai» bleibt ein heisses Eisen. Nachdem der Luzerner Stadtrat entschieden hat, dass Velofahren auf der Seepromenade weiterhin verboten bleiben soll, diskutiert das Stadtparlament am nächsten Donnerstag über das weitere Vorgehen.

Die Frage, ob Velos an Uferpromenaden erlaubt sein sollen, bewegt nicht nur in Luzern die Gemüter. Besonders in Thun ist die Ausgangslage vergleichbar. Dort begann die Debatte vor rund 20 Jahren. Damals war es Velofahrern ausschliesslich an Wochentagen erlaubt, den Aarequai zu benutzen. Am Wochenende war er den Fussgängern vorbehalten. Aufgrund der stark befahrenen Strasse nebenan wollten die Velofahrer jedoch auch am Wochenende auf den Quai ausweichen dürfen. Im Zuge von Bauarbeiten an der Hofstettenstrasse, die parallel zum Quai verläuft, wurde dann doch temporär auf das Wochenendverbot verzichtet. 2012 entschied sich der Stadtrat, das Verbot definitiv aufzuheben.

Thun: Videoaufnahmen zur Erfolgskontrolle

Mit zahlreichen Videokameras wurde damals an insgesamt zwölf Standorten überprüft, ob die Sicherheit auch bei stärkerem Velo­verkehr für alle Beteiligten gewährleistet sein würde. Dabei wurden in zwei Monaten rund 50 Stunden Videomaterial mit rund 1000 Velofahrern ausgewertet. Das Fazit: «Die Stimmung wirkt entspannt», schrieb die Stadt damals in der Medienmitteilung. Es habe nur wenige Reklamationen gegeben. Das ist umso erstaunlicher, als der Platz in Thun noch knapper ist als in Luzern: Der Aarequai ist viel schmaler als der Schweizerhof- und der Nationalquai in Luzern.

Damit das Zusammenleben zwischen Velofahrern und Fussgängern funktioniert, wurden in Thun aber klare Regeln für die Velofahrer festgelegt. So haben die Fussgänger zum Beispiel grundsätzlich Vortritt. Ausserdem wurde während einer Kampagne – «Zäme ufem Quai»– an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer appelliert. Der Organisation Pro Velo Thun gefällt die jetzige Situation: «Im Moment klappt es gut. Es gibt immer einige wenige, denen etwas nicht passt. Es hält sich jedoch in Grenzen», sagt Lilli Rufer, Sprecherin von Pro Velo Thun. Auch der Thuner Stadtrat Peter Aegerter (BDP) sagt: «Mir sind keine offensichtlichen Probleme bekannt.»

Zug: Velos bleiben am Quai verboten

Ganz anders in der Stadt Zug: Die dortige Seepromenade im Stadtzentrum, der Alpenquai, war schon immer den Fussgängern vorbehalten. Dieser Grundsatz wurde bisher auch nie in Frage gestellt – kein Wunder, gibt es doch auf der parallel zum Seeufer verlaufenden Chamerstrasse einen kombinierten Velo-/Gehweg, der für Velofahrer keine Wünsche offenlässt. Das ist denn auch der Unterschied zu Luzern, wo sich die Velo-Vertreter auf den Standpunkt stellen, sie hätten keine sichere Alternative zum Quai.

Auch in Zürich werden hitzige Diskussionen zum Thema Veloverkehr geführt. Nachdem die Zürcher Quaibrücke für Velofahrer verbreitert wurde, sorgt nach wie vor das Gebiet um das Bellevue für Gesprächsstoff. Besonders am stark frequentierten Utoquai, wo sich Velofahrer und Fussgänger den Asphalt teilen, gibt es häufig Spannungen.

Am Quai in Montreux ist ein Nebeneinander von Velofahrern und Fussgängern möglich. (Bild: Leserbild Jonathan Winkler)

Am Quai in Montreux ist ein Nebeneinander von Velofahrern und Fussgängern möglich. (Bild: Leserbild Jonathan Winkler)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.