QUARTIERPOLIZEI: Quartierpolizei: «Ein Polizist ist kein Polizist.»

Die Quartierpolizisten seien ein Auslaufmodell, findet die Polizeiführung. Die Quartierpolizisten sehen das ganz anders.

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Daniel Bussmann, Vizekommandant der Luzerner Kantonspolizei. (Bild Fabienne Arnet/Neue LZ)

Daniel Bussmann, Vizekommandant der Luzerner Kantonspolizei. (Bild Fabienne Arnet/Neue LZ)

Sechs Quartierpolizisten gibt es in der Stadt Luzern. Allesamt erfahrene Männer, die sich schon seit vielen Jahren um die Probleme in den ihnen zugeteilten Quartieren kümmern.

Im Zuge der absehbaren Zusammenlegung von Stadt- und Kantonspolizei ist aber klar: Quartierpolizisten, wie man sie heute kennt, wird es künftig nicht mehr geben. «Dennoch soll die Präsenz in den Quartieren aufrechterhalten bleiben», sagt Daniel Bussmann, Vizekommandant der Luzerner Kantonspolizei. «Wir arbeiten derzeit ein Konzept aus. Ziel ist es, die präventiven Aufgaben, die heute von den Quartierpolizisten wahrgenommen werden, auf die sechs Einsatzzüge einer fusionierten Polizei zu übertragen.»

So ein Modell bringe grosse Vorteile, ist Bussmann überzeugt: «Einsatzzüge bestehen nicht nur aus einem, sondern mehreren Polizisten. Somit sind sie flexibler, arbeiten effizienter und können im Ernstfall besser reagieren.» Das Modell der heutigen Quartierpolizisten sei aus polizeitaktischen Gründen nicht mehr tragbar, so Bussmann. Zudem sei es gefährlich. «Stellen Sie sich vor, der Quartierpolizist gerät im Ernstfall einmal zwischen die Fronten. Dann ist er auf sich alleine gestellt.» Nicht ohne Grund gilt bei der Polizei deshalb der Grundsatz: «Ein Polizist ist kein Polizist.»

Vertrauen
Die Quartierpolizisten haben diesbezüglich eine andere Wahrnehmung. Fritz Emmenegger, seit zehn Jahren als Quartierpolizist im Gebiet Sälistrasse, Obergütsch und Bruchstrasse tätig, sieht keinen Nachteil darin, allein unterwegs zu sein im Gegenteil. «Die Leute im Quartier treten mit Problemen und Sorgen an mich heran, die sie einer mehrköpfigen, ?fremden? Patrouille wohl nicht anvertrauen würden.» Sie seien als Quartierpolizisten weit mehr als «nur» Polizisten, findet Emmenegger. «Wir sind auch Seelsorger, Sozialarbeiter, Lebensberater oder auch einfach nur Zuhörer. Das wird in den Quartieren sehr geschätzt.»

Pascal Imbach

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.