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RAIN: Er spielt im Auftrag des Vaterlands

Florian Galliker feiert den Nationalfeiertag fernab seiner Heimat. Mit der Swiss Military Small Band exportiert er Schweizer Tradition nach Asien. Doch nicht nur.
Ernesto Piazza
Musik ist seine Leidenschaft: Florian Galliker mit seinem Kornett. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Musik ist seine Leidenschaft: Florian Galliker mit seinem Kornett. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Ernesto Piazza

Die Überraschung ist ihm ins Gesicht gezeichnet. Der 21-jährige Rainer Florian Galliker hat nicht damit gerechnet, plötzlich medial im Blickfeld zu stehen. In seinen Worten schwingt Bescheidenheit mit. Im Rampenlicht zu stehen, ist nicht seine Art. Trotzdem betont er kurz vor seiner Abreise mit der Swiss Military Small Band nach Asien: «Ich freue mich sehr darauf.» Langsam beginne sich bei ihm die Nervosität zu regen. Noch nie sass er so viele Stunden in einem Flugzeug. Noch nie war er so lange von zu Hause weg.

15 Auftritte von Seoul bis Peking

Am vergangenen Sonntag ging es für den Sanitärinstallateur für 2? Wochen nach Seoul, Peking, Manila und Singapur. Ungefähr 15 Auftritte sind es. Der 14-köpfigen Kleinformation der Schweizer Militärmusik kommt die Ehre zu, die Feierlichkeiten aus Anlass des 725. Nationalfeiertages in diesen vier Städten zu umrahmen (siehe Box).

Schon als kleiner Bub spielte er auf dem Xylofon. Dann wechselte er zum Kornett, auf diesem Instrument spielt er heute noch. Mit der Brass Band sei er praktisch aufgewachsen, sagt er. Zwar bezeichnet sich Galliker nicht als «musikalisch vorbelastet». Trotzdem: Sein Vater gehörte der Bürgermusik Luzern an und schaffte es auch ins Militärspiel. Als es um die Rekrutenschule ging, war für ihn klar: «Diesen Weg zu beschreiten, setzte ich mir ebenfalls zum Ziel.» Animiert von seinem Vater, entschloss er sich mit «Facilita» von Komponist John Hartmann sogar für dasselbe Vorspielsolo.

Dass er ausschliesslich auf das Kornett setzt, führt er einerseits auf den «wunderschönen Klang des Instruments» zurück. Andererseits könne er so praktisch immer «Melodie» spielen und müsse entsprechend selten «begleiten». Aktuell stellt der Rainer seine Qualitäten bei der 1.-Klass-Brass-Band Harmonie Neuenkirch unter Beweis. Und damit bei einer «extrem jungen Formation».

Musiker sind Freunde geworden

Er sei mit dieser Art von Musik aufgewachsen, sagt er weiter. Es sind die Leidenschaft und das Verbindende, was bei ihm nach wie vor grosse Freude für sein Hobby weckt. Und wenn er sich gezielt auf einen Wettbewerb vorbereitet, «packt mich richtiggehend das Fieber». Einfach nichts falsch machen ist seine oberste Maxime. Das Ergebnis der Formation steht für ihn stets im Vordergrund.

Und so verrät Florian Galliker fast beiläufig, dass er in Neuenkirch auf dem Kornett zum «Principal» avanciert ist. Dabei wird der erste Solokornettist von Jan Studer als «Assistant Principal» unterstützt. «Er ist einer meiner besten Kollegen. Mit ihm verbringe ich einen grossen Teil meiner Freizeit.» Vor der Rekrutenschule kannten sich die beiden noch nicht. Mittlerweile hat Studer im alten Verein seinen Austritt gegeben und ist musikalisch nach Neuenkirch umgezogen. Er spielt das Flügelhorn und ist auf der Asienreise auch dabei.

Überhaupt: Die vier Luzerner Musiker stellen das grösste kantonale Kontingent in der 14-köpfigen Kleinformation. Dazu gehört auch Adrian Kottmann aus Schwarzenbach. «Er ist einer meiner besten Kollegen», verrät Galliker. Zudem ist es gut möglich, dass er mit dem Gunz­wiler Marinus Lütolf – er vervollständigt das Quartett – in absehbarer Zeit in eine Wohngemeinschaft zieht.

«Hochstehende Vorführungen»

Die auf der Asienreise zu spielenden Stücke kennt Florian Galliker seit Ende April. Darunter sind die Nationalhymnen von Südkorea, China, Philippinen, Singapur sowie diejenigen der USA und der Schweiz. Weiter kommen Lieder, Folklore und traditionelle Musikstücke aus der Schweiz dazu. Vergangene Woche weilte er vier Tage in Bern. Es galt, das während drei Monaten individuell Geübte zu einer musikalischen Einheit zusammenzufügen.

Der 21-Jährige erwartet eine «gute und spezielle Zeit». Speziell, weil die Swiss Military Small Band nicht nur in vier Schweizer Botschaften auftritt. Auch die in den vier Ländern lebenden Auslandschweizer kommen zu aussergewöhnlichen Musikleckerbissen. «Die Vorführungen werden hochstehend sein», verrät Galliker. Für die 14 jungen Militärmusiker folgen die Ereignisse während der 18-tägigen Reise Schlag auf Schlag. Deshalb erstaunt nicht, dass Florian Galliker sagt: «Diese Tournee wird für mich ein einmaliges Erlebnis.»

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