Rain: Gemeindepräsident Harry Emmenegger wirft das Handtuch

Harry Emmenegger (FDP) demissioniert per 31. Juli als Gemeindepräsident. Unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Gremiums über seine Rolle bewogen ihn zu diesem Schritt.  

Ernesto Piazza
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Harry Emmenegger. (Bild: PD)

Harry Emmenegger. (Bild: PD)

In Rain hat Gemeindepräsident Harry Emmenegger (FDP) per 31. Juli seine Demission eingereicht. «Unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Gemeinderates über die Rolle des Präsidenten und damit der Geschäftsführung der Gemeinde haben mich dazu bewogen, diesen für mich nicht einfachen Schritt zu gehen», schreibt der 55-jährige selbstständige Unternehmer in seiner Medienmitteilung. Für ihn hätten Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung in seiner Funktion als Gemeindepräsident nicht übereingestimmt.

Rücktritt als Resultat eines längeren Prozesses

Diese für viele wohl überraschende Mitteilung ist für Emmenegger hingegen das Resultat «eines längeren Prozesses». Deshalb ist es für ihn auch keine Option gewesen, «die laufende Legislatur bis im Herbst 2020 noch fertig zu machen».

Und wie beurteilt der übrige Gemeinderat die Demission ihres Präsidenten? «Ich akzeptiere diesen Entscheid, kann im Moment aber nichts dazu sagen. Ich möchte erst die Haltung des Gemeinderates abwarten», erklärt Oskar Berli. Der CVP-Politiker ist Ressortleiter Infrastruktur und Stellvertreter des Ratspräsidenten.

Und wie gehen die Parteien mit dieser Situation um? FDP-Parteipräsident Markus Bucher bedauert die Demission ausserordentlich:

«Nach unserer Meinung präsentierten wir mit Harry Emmenegger eine Persönlichkeit, welche für dieses Amt ganz klar die passenden Fähigkeiten mitbringt.»

Da er aber noch keine Detailinformationen habe, will Bucher sich diese erst beschaffen und dann vor allem mit den anderen Ortsparteien zusammensitzen.

CVP-Präsident Martin Merz nimmt den Rücktritt zur Kenntnis. Für ihn ist jetzt wichtig, dass «wir mit der FDP und der SVP an einen Tisch sitzen und die Situation analysieren». Die SVP bedaure den Rücktritt von Harry Emmenegger ausserordentlich, schreibt sie in einer Mitteilung. Es habe immer ein guter Austausch stattgefunden. Die Partei sei mehr oder weniger im Bild, was laufe, obwohl sie im Moment «nur» im Urnenbüro und in der Umweltkommission vertreten ist. «Eine Stellungnahme zu allfälligen Hintergründen, die zu dieser überraschenden Demission geführt haben, ist für die SVP nicht möglich.»

Emmenegger war acht Jahre Kirchenratspräsident

Emmenegger wurde am 1. September 2016 in die Rainer Exekutive gewählt und übernahm das Amt vom langjährigen Präsidenten Peter Brunner (FDP). Vor seiner Exekutivtätigkeit im Gemeinderat war er während acht Jahren Kirchenratspräsident von Rain. Aktuell besteht der Gemeinderat neben Emmenegger aus den drei CVP-Vertretern Oskar Berli, Markus Wyss, Helen Aregger sowie der parteilosen Judith Galliker.