Rain
Miete schon wieder nicht gezahlt? Schachmuseum muss wieder umziehen

Das Schweizer Schachmuseum hat bereits mehrmals seinen Standort gewechselt – und diverse Vermieter verärgert, weil die Miete nicht bezahlt wurde. Auch in Rain scheint sich das Vorgehen zu wiederholen.

Federico Gagliano
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Das Schweizer Schachmuseum ist in Schwierigkeiten: Es sucht schon seit geraumer Zeit nach einem geeigneten Standort. Die bisherigen in Kriens und Horw waren zu klein oder verlangten zu hohe Mieten, wie Museumsbesitzer Werner Rupp damals unserer Zeitung erzählte. «Wir brauchen 500 bis 600 Quadratmeter für die Ausstellung. Bezahlbare Räume in dieser Grösse zu finden, gestaltet sich aber äusserst schwierig», sagte Rupp vor rund zwei Jahren.

Die Vermieter erzählten damals aber eine andere Geschichte: Rupp würde die Miete nicht bezahlen und Kosten verursachen. Sogar als «Hausbesetzer» wurde er bezeichnet. Davon will Rupp nichts mehr wissen – die Sache sei geklärt worden, sagt er.

Begründung lässt Fragen offen

Inzwischen hat das Museum seit Juni 2020 an der Grossweid 6 in Rain eine neue Heimat gefunden. Doch auch dieser Ort ist nur eine kurze Haltestelle für das Museum. Rupp sagte auf Anfrage:

«Wir ziehen wieder um, weil der Platz hier zu klein ist.»

Ob dies der tatsächliche Grund ist? Es verdichten sich nämlich die Anzeichen, dass auch in Rain finanzielle Gründe eine Rolle für den Umzug spielen – auch wenn sich der Grundstückbesitzer des Standorts in Rain wegen eines laufenden Verfahrens nicht dazu äussert.

Bevor das Museum nach Rain zog, waren die Exponate des Museums in einer Lagerhalle in Emmen verstaut. Thomas Maurer, Besitzer der Schreinerei Maurer in Emmen, hatte Anfang 2020 die Lagerhalle an Rupp vermietet.

Die ersten Monate seien problemlos verlaufen, sagt er auf Anfrage. Danach habe Rupp keine Miete mehr gezahlt. Maurer habe versucht, den nächsten Vermieter zu warnen, er sei aber zu spät gekommen: Rupp war zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Wochen in Rain. Darauf angesprochen bestätigte Rupp unserer Zeitung, die Miete auch in Rain nicht bezahlt zu haben.

Kommt Rupp nun nach Luzern?

Wohin die rund 32'000 Exponate mit über 600 Schachspielbrettern, zahlreichen Büchern zum Thema und diversen Schachutensilien als Nächstes ziehen, ist noch unklar. Darüber hinaus gehören 3000 Briefmarken mit Schachsujets sowie der Nachlass des Grossmeisters Viktor Kortschnoi zu den Ausstellungsstücken.

Rupp, der das Museum gemeinsam mit seinem Bruder 2012 gegründet hat, ist laut eigener Aussage mit zwei möglichen Standorten in Luzern in Kontakt, die in Frage kommen. Der Umzug soll noch vor Ende Sommer stattfinden. Wie er die Miete dort bezahlen wird, ist unklar: Für weitere Nachfragen war er nicht mehr erreichbar.