Rain und Hildisrieden prüfen den Bau eines gemeinsamen Sek-Schulhauses

Beide Gemeinden brauchen mehr Schulraum. Deshalb klären sie derzeit ab, ob ein gemeinsamer Standort für die Sekundarstufe Sinn macht.

Niels Jost
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Seit fast 18 Jahren machen Rain und Hildisrieden bei der Sekundarschule gemeinsame Sache. Zwar hat jedes Dorf ein eigenes Sek-Schulhaus, doch die beiden Standorte bilden einen gemeinsamen Schulkreis und haben dieselbe Schulleitung. 123 Schüler zählt die Integrative Sekundarschule der beiden Gemeinden aktuell; zwei Jahrgänge werden in Rain unterrichtet, einer in Hildisrieden.

Das könnte sich künftig ändern. Denn die Schülerzahlen steigen. In Rain wird ab kommendem Schuljahr mit einem zusätzlichen Kindergarten und einer Primarschulklasse gerechnet. Bis zum Schuljahr 2024/25 kommen wohl nochmals zwei Klassen hinzu. Auch der Bedarf an Gruppenräumen steigt dadurch. Ähnlich präsentiert sich die Situation im Nachbardorf Hildisrieden: Auf der Primarstufe wird es in den nächsten fünf Jahren zwei bis drei Klassen mehr geben.

Alleine oder gemeinsam bauen?

Kurzum: Beide Gemeinden brauchen mehr Schulraum. Deshalb wird derzeit abgeklärt, wie das Platzangebot für die Schüler erweitert werden kann. Im Rainer Informationsblatt «Rainfo» hat der dortige Bauvorsteher Hubert Rigert kürzlich die möglichen Varianten für aufgeführt:

  • Rain und Hildisrieden bauen unabhängig voneinander Schulraum, bleiben aber im gemeinsamen Schulkreis.
  • Die Gemeinden erweitern ihren Schulraum an einem gemeinsamen Standort.
  • Rain und Hildisrieden geben den gemeinsamen Schulkreis auf und schliessen sich mit anderen Gemeinden zusammen.

Für Rigert wie auch für den Hildisrieder Bildungsvorsteher Rolf Graf ist mittlerweile klar: Die zuletzt aufgeführte Variante kommt nicht mehr in Frage. Beide möchten definitiv am gemeinsamen Schulkreis festhalten, wie sie auf Anfrage sagen.

Unklar ist derzeit noch, ob jede Gemeinde für sich baut oder ob man sich für einen Standort entscheidet. «Es wäre weiterhin möglich, dass die Räumlichkeiten in beiden Gemeinden genutzt werden», sagt Hubert Rigert und fügt an: «Ein gemeinsamer Standort würde aber die Organisation sicher vereinfachen.» Sollte Rain jedoch auch für Hildisrieden Schulraum bauen, hätte dies einen massiven Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung und eine Erhöhung des Steuerfusses zur Folge, so Rigert. Die ungefähren Baukosten könne man jetzt noch nicht abschätzen. Auch Rolf Graf möchte sich alle Türen offen halten: «Ein Zusammengehen mit Rain und einem gemeinsamen Standort in Rain ist eine mögliche Variante für die Sekundarstufe. Genauso möglich wäre es, den Schulraum in Hildisrieden zu erweitern.»

Weitere Abklärungen sind nötig

Um die Vor- und Nachteile der Varianten besser abwägen zu können, seien weitere Abklärungen nötig, betonen die beiden FDP-Gemeinderäte. In Hildisrieden werde man dieser Tage etwa erfahren, mit wie vielen zusätzlichen Schülern man in den nächsten zehn bis 15 Jahren genau rechnen muss. Dafür hat der Gemeinderat eine externe Studie in Auftrag gegeben.

Unabhängig von den Abklärungen stehen in beiden Gemeinden bereits Bauarbeiten an den Schulanlagen an. In Rain soll es im Sommer zusätzlichen Schulraum in provisorischen Holzbauten oder Containern geben. Zudem wird eine neue Turnhalle gebaut. Ein Planungskredit von 200 000 Franken wurde bereits gesprochen. In Hildisrieden werden aktuell die Schulhäuser Dorf und Matte saniert, vor allem im energietechnischen Bereich. Den 3-Millionen-Kredit haben die Stimmbürger 2017 gutgeheissen.

Abstimmen können die Bürger beider Gemeinden auch über die Erweiterung des Sek-Schulraumes. Wann und über welche Variante, wird sich zeigen.