RAIN: «Yogis» ziehen ins Seetal

Die «Yogi»-Bewegung hat auf der Chrummweid drei Bauparzellen gekauft. Dort sollen künftig Produkte verkauft und Meditationen angeboten werden. Der Standort Seelisberg bleibt jedoch erhalten.

Ernesto Piazza
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Hauptquartier der «Yogis» ist das Grandhotel Sonnenberg in Seelisberg. (Bild: Elias Bricker (31. Juli 2015))

Hauptquartier der «Yogis» ist das Grandhotel Sonnenberg in Seelisberg. (Bild: Elias Bricker (31. Juli 2015))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Das Maharishi-Ayurveda-Gesundheitszentrum ist in Seelisberg beheimatet. Jetzt will es mit einem Teil vom Kanton Uri ins Luzerner Seetal ziehen – nach Rain. Dort hat die Ayurveda AG im Gebiet Chrummweid ein Grundstück erworben. Die ihr angegliederte S.I.M.S (Students’ International Meditation Society) hat im gleichen Zusammenhang zwei Parzellen gekauft. Insgesamt sind das rund 6000 Quadratmeter. Das entspricht in etwa einem Fussballfeld.

Im Handelsregister des Kantons Uri ist die S.I.M.S. als Verein mit Sitz in Seelisberg eingetragen. Dort steht: «Der Verein lehrt die Wissenschaft der kreativen Intelligenz, deren Begründer Maharishi Mahesh Yogi ist, und gibt Einführungskurse in ihren praktischen Aspekt, die Transzendentale Meditation.»

Doch was soll in Rain genau entstehen? Die Bewegung komme hierher, um ein «Kompetenzzentrum Ayurveda» zu erstellen, sagt Felix Kägi. Er ist der internationale Direktor der Maharishi-Bewegung in der Schweiz. Beim Bauprojekt handle es sich um ein ganzheitliches Gesundheitssystem. «Das Kompetenzzentrum soll eine Naturheilpraxis, Behandlungsräume und Gästezimmer, ein Schulungs- und Seminargebäude sowie ein Gebäude für Ayurveda-Produkte umfassen.» Den Standort hoch über dem Urnersee wolle man beibehalten, schreibt der «Seetaler Bote». Der Grund, sich nach neuen Räumen umzusehen, liegt gemäss Kägi «darin begründet, dass wir im Waldhaus in Seelisberg aus allen Nähten platzen».

Geht es nach den Plänen der Ayurveda AG, soll bereits in diesem Jahr mit den Bauarbeiten in der Chrummweid begonnen werden. Eine Bewilligung für ihre Parzelle hat der Gemeinderat am 2. September erteilt. Geplant ist ein Gewerbehaus. Dabei handelt es sich allerdings um das kleinste der drei Grundstücke. Was und wann auf den beiden andern Parzellen gebaut werde, werde derzeit geplant, so Kägi.

Gemeindepräsident: «Wir hatten gute Gespräche»

Dass auch die «Yogis» nach Rain ziehen sollen, überrascht Gemeindepräsident Harry Emmenegger nicht komplett. Er sagt: «Wir hatten mit dem Grundstückbesitzer und zwei Vertretern von S.I.M.S gute Gespräche. Dabei haben sie uns die verschiedenen Projekte dargelegt.» Man wolle sich aber an die Fakten halten. Und diese besagen momentan: Bis jetzt wurde lediglich ein Gewerbehaus bewilligt. Diesbezüglich seien die Vorschriften eingehalten worden, sagt Emmenegger.

Sollte sich die Ausgangslage jedoch ändern, «müssen wir die veränderte Situation wieder neu beurteilen», sagt der Gemeindepräsident. Das heisst: Wird beispielsweise eine anderweitige Nutzung in Betracht gezogen, welche nicht gewerblichen Charakter hat, «gibt es ein neues Bewilligungsverfahren».

Doch fassen die «Yogis» vom Seelisberg künftig tatsächlich in Rain Fuss? «Diese Frage können wir – so, wie sich die Sachlage momentan für den Gemeinderat präsentiert – weder mit einem Ja noch mit einem Nein beantworten.» Emmenegger sagt aber auch: Sollte es dazu kommen, sehe er grundsätzlich keine Probleme. Ganzheitlichen Gesundheitssystemen sei man vor einigen Jahren skeptisch gegenüber-gestanden, mittlerweile habe sich diese Denkweise geändert.