Luzerner Kriminalgericht: Raser kam mit dunkelblauem Auge davon

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt einen jungen Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Ihm konnte wiederholt eine Geschwindigkeitsübertretung von mindestens 50 km/h nachgewiesen werden.

Roger Rüegger
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Die Befragung der Einzelrichterin war am Freitagnachmittag nach 13 Minuten beendet. Der Beschuldigte, ein 25-jähriger Mann aus einer Luzerner Landgemeinde, zeigte sich an der Verhandlung am Kriminalgericht wie auch bei den Ermittlungen im Vorfeld kooperativ und einsichtig.

So zügig wie die Verhandlung über die Bühne ging, so flink war der Kosovare jeweils mit seinem Auto unterwegs. Insgesamt hatte der in Luzern geborene und aufgewachsene Beschuldigte zwischen 28. Dezember 2017 bis 21. Juli 2018 nicht weniger als sechs Mal gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen. Einmal hatte er in Luzern die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 67 km/h überschritten. Die anderen fünf Übertretungen beging er alle auf der Autobahn A14. Dabei fuhr er stets mindestens 50 km/h zu schnell.

Weitere Delikte, die dem Beschuldigten angelastet wurden, waren Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie gegen das Waffengesetz. So wurden bei ihm rund ein halbes Kilogramm Marihuana sichergestellt. Auch war er im Besitz eines Schlagrings, eines Springmessers und eines Revolvers. Die Schusswaffe trug er auf sich, ohne eine Berechtigung dazu gehabt zu haben. Die Richterin verurteilte den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren und zu einer Busse von 2500 Franken. Hinzu kommen die Kosten des Vorverfahrens von über 12'000 Franken.

Der Beschuldigte muss die Fahrprüfung neu machen

Nach dem Urteilsspruch fragte ihn die Richterin, ob er sich bewusst sei, dass er mit einem dunkelblauen Auge davon gekommen sei. Der Mann nickte und betonte, dass er seine Taten bereue. «Ich kann heute nur den Kopf schütteln, wenn ich über die Delikte nachdenke. Es war dumm und unverantwortlich. Wenn sich alle so verhalten würden, wäre man auf den Strassen nicht mehr sicher».

Das Urteil erfolge zur rechten Zeit. Der Schuss vor den Bug habe eingeschlagen. Er habe durch seine Taten Stress mit seinen Eltern und auch mit der Freundin bekommen. Der Fahrausweis wurde ihm entzogen. Will er je wieder ein Fahrzeug führen, muss er wieder eine Prüfung ablegen.