Raser steht vor
 Luzerner Kriminalgericht

Weil ein Mann zwei Mal knapp 70 Stundenkilometer zu schnell gefahren ist, steht er am Dienstag vor dem Luzerner Kriminalgericht. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von 22 Monaten bedingt.

Sandra Monika Ziegler
Drucken
Teilen

An einem Donnerstag anfangs Februar 2018 raste der Angeklagte mit seinem Seat Leon auf der Kantonsstrasse K18 in Gettnau Richtung Zell. Auf der Höhe Lättfeld wurde er geblitzt. Dort gilt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. Der damals 28-Jährige bretterte mit knapp 150 Stundenkilometern über die Strasse und ging damit das hohe Risiko eines Unfalls ein, wie der Anklageschrift zu entnehmen ist. Der fehlbare Fahrer gibt die Raserei zu. Er habe den Tacho nicht beachtet, wollte schnell nach Hause, um mehr Zeit mit seiner Begleiterin zu verbringen, begründete er seine Raserei.

Bereits ein Jahr zuvor – im Juli 2017 – hatte er in Herzogenbuchsee ausserorts Fahrtrichtung Thunstetten die Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern mit einem Audi RS4 um gut 74 Stundenkilometer überschritten. Während dieser Fahrt machte der Angeklagte mit seinem Mobiltelefon Filmaufnahmen. Dies begründete er damit, dass er damals am Steuer seines Traumautos gesessen habe und dieses testen wollte. Deshalb wollte er «mal kurz beschleunigen». Der bisher nicht vorbestrafte Angeklagte gab auch diese Raserei zu, er verhielt sich während des Strafverfahrens kooperativ und zeigte aufrichtige Reue, wie der Anklageschrift weiter zu entnehmen ist. Zudem gebe es keine Anzeichen, dass er erneut delinquieren würde. Deshalb fordert die Staatsanwaltschaft 22 Monate bedingt mit einer Probezeit von 3 Jahren. Heute muss sich der Mann vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten.