RATHAUSEN: Kanton will Missetaten in Heimen aufarbeiten

Der Luzerner Regierungsrat setzt eine Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung der Vorkommnisse in allen ehemaligen Erziehungsanstalten, Kinder- und Jugendheimen in der Stadt und dem Kanton Luzern ein.

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Der Luzerner Regierungsrat Guido Graf. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Der Luzerner Regierungsrat Guido Graf. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Um die Geschehnisse in allen ehemaligen Erziehungsanstalten, Kinder- und Jugendheimen der Stadt und des Kantons Luzern aufzuarbeiten, setzt der Luzerner Regierungsrat eine Arbeitsgruppe ein.

Der Regierungsrat will damit auf die Vorwürfe von ehemaligen Heimbewohnern gegen Erziehungsverantwortliche in Luzerner Heimen eingehen, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Luzern. Er wolle zeigen, dass die Aussagen von Betroffenen ernst genommen würden und dass «sich die politisch Verantwortlichen des Problems annehmen».

Anlaufstelle, Experte und Begleitgruppe
Als Sofortmassnahme soll eine Anlaufstelle für Betroffene geschaffen und zur Aufarbeitung der Vorkommnisse ein Auftrag an einen Experten erteilt werden. Die Arbeitsgruppe soll zusammen mit dem externen Experten nicht nur die Vorkommnisse im ehemaligen Kinderheim Rathausen aufarbeiten sondern alle früheren Erziehungsanstalten sowie Kinder- und Jugendheime in der Stadt und im Kanton Luzern in die Untersuchungen einbeziehen.

Zurzeit laufen die Abklärungen zur personellen Besetzung. Mit der Projektleitung wird Irmgard Dürmüller Kohler, Leiterin Dienststelle Soziales und Gesellschaft im Gesundheits- und Sozialdepartement, betraut.

Ihr steht eine Begleitgruppe zur Seite, zu welcher bis anhin die Stadt Luzern, der Verband Luzerner Gemeinden, die Interessengemeinschaft Trägerschaften private soziale Einrichtungen, die römisch katholische Landeskirche und das Kloster Ingenbohl eingeladen worden sind.

ana