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RATHAUSEN: Kernenergie spaltet Politik

Am 27. November entscheidet das Schweizer Stimmvolk über den vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie. Befürworter und Gegner kreuzten gestern an einem Podium die Klingen.
Alexander von Däniken
Bundesrätin Doris Leuthard mit dem Luzerner Regierungsrat Robert Küng (links) und Felix Graf, CEO der Centralschweizerischen Kraftwerke, im CKW-Besucherzentrum. Bild: Nadia Schärli (Rathausen, 19. Oktober 2016)

Bundesrätin Doris Leuthard mit dem Luzerner Regierungsrat Robert Küng (links) und Felix Graf, CEO der Centralschweizerischen Kraftwerke, im CKW-Besucherzentrum. Bild: Nadia Schärli (Rathausen, 19. Oktober 2016)

Aufgeladene Stimmung herrschte im Besucherzentrum der CKW (Centralschweizerische Kraftwerke AG) in Rathausen in Emmen. Und das gleich im doppelten Sinn. Einerseits versorgen die CKW ihre 200 000 Kunden zu einem beträchtlichen Teil mit Strom aus Kernkraftwerken. Andererseits wollen die Grünen genau diese Kernenergie schweizweit verbieten (siehe Box). Diesen Stromkreis haben die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz und der Gewerbeverband des Kantons Luzern gestern Abend geschlossen – mit einem öffent­lichen Podiumsgespräch vor Ort, knapp sechs Wochen vor der eidgenössischen Abstimmung.

Zum Auftakt des von rund 400 Interessierten verfolgten Anlasses erläuterte CVP-Energieministerin Doris Leuthard den Standpunkt des Bundesrats. Zwar gab Leuthard persönlich nach dem Atomunfall von Fukushima 2011 bekannt, künftig auf die Kernenergie verzichten zu wollen. Doch zu abrupt soll der Ausstieg dann doch nicht sein, wie die Magistratin gestern erklärte: «Mit der Initiative sind Parlament und Bundesrat zwar weitgehend einverstanden. Eine grosse Differenz besteht aber im Umgang mit den bestehenden Kernkraftwerken.» Diese sollen so lange laufen, wie sie sicher seien. Denn: «Die Sicherheit ist jederzeit gewährleistet.» Eine politische, strikte Vorgabe führe zu Importzwang ausländischen Stroms und hohen Ersatzforderungen der Kraftwerkbetreiber.

Spannungsgeladenes Wortgefecht

Nach Leuthards Referat folgte ein rhetorischer Schlagabtausch, moderiert von Jérôme Martinu, Chefredaktor unserer Zeitung. Als Befürworter der Initiative traten der Luzerner Grüne-Nationalrat Louis Schelbert und Markus Portmann, Chef des Krienser Energieberatungsunternehmens «e4plus», auf. Für die Gegner argumentierten der Udligenswiler FDP-Nationalrat Peter Schilliger und CKW-Chef Felix Graf.

Grüne-Nationalrat Schelbert gab sich von Leuthards Referat unbeeindruckt: «Uns fehlt der Einstieg in den Ausstieg aus der Atomenergie.» Es dürfe nicht so weit kommen wie in Fukushima, wo die Reaktoren vor dem Unfall ebenfalls als sicher galten. Peter Schilliger entgegnete: «Das Wachstum der alternativen Energien ist zwar da, aber auf bescheidenem Niveau. Bis auf weiteres braucht es deshalb die Kernkraft.» Mit einem Ja müsste umso mehr Atomstrom aus dem Ausland importiert werden. Markus Portmann, Befürworter der Initiative, wischte Bedenken einer Stromlücke beiseite: «Wir befinden uns in einer europäischen Stromschwemme.» Selbst «guten» Strom gebe es genug – einfach im Ausland. Dem widersprach CKW-Chef Graf vehement: «Gerade im Winter importieren wir bereits heute AKW-Strom aus Frankreich.»

Alexander von Däniken

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