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RAUMENTWICKLUNG: Sempacher fühlen sich ungehört

Der Stadtrat befragt die Bevölkerung, wie sich die Gemeinde bis ins Jahr 2045 entwickeln soll. Doch einige Sempacher fühlen sich nicht ernst genommen. Der Stadtrat nimmt Stellung.
Urs-Ueli Schorno
Blick auf den Sempachersee mit Vogelsang (vorne) und Sempach (rechts): Drastische Kürzungen müssen die vier Regionalplanungsverbände Luzern Plus, Sursee Mittelland, Region Luzern West und Idee Seetal hinnehmen. (Bild: René Meier)

Blick auf den Sempachersee mit Vogelsang (vorne) und Sempach (rechts): Drastische Kürzungen müssen die vier Regionalplanungsverbände Luzern Plus, Sursee Mittelland, Region Luzern West und Idee Seetal hinnehmen. (Bild: René Meier)

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Die Sempacher sind stolz auf ihr «Städtli». Dort trifft der historische Kern auf sanft eingepflegte moderne Architektur. Die schicke Erscheinung des Ortes mit historischem Stadtrecht war der bedeutenden Wakker-Stiftung Anfang Jahr denn auch eine Auszeichnung wert.

Heute machen sich die Sempacher Gedanken, wohin sich das Städtli mit seinen 4106 Einwohnern entwickeln soll: Wie stark und wo soll die Gemeinde wachsen? Wie sieht es mit den Verkehrsanbindungen aus? Wie bleibt das historische Zentrum ­lebendig? Welchen Platz hat man in der Region Mittelland?

Der Stadtrat stellte der Bevölkerung im Juni das regionale Entwicklungskonzept (REK) vor, das Perspektiven bis ins Jahr 2045 eröffnen soll. Alle Luzerner Gemeinden sind angehalten, dem Kanton ein solches Konzept bis 2024 vorzulegen, wobei hohes Gewicht auf die Meinung der Bevölkerung gelegt werden soll.

Auch der Sempacher Stadtrat führte und führt Mitwirkungs-Veranstaltungen zum REK durch. Schon früh wurden jedoch Stimmen laut, die sich in der bisherigen, vom Stadtrat vorgestellten Fassung nicht repräsentiert fühlen. Etwa beim Festlegen des Wachstums. Laut einer im Februar durchgeführten Werkstattveranstaltung wünschten die Teilnehmer, dass dieses «moderat» ausfallen solle. Errechnet wurden etwa 4800 Einwohner im Jahr 2045. Der Stadtrat schrieb in das REK aber die Zahl von 5180 fest. «Es wurden keine Erklärungen abgegeben, weshalb es zu diesen Abweichungen kommt», so eine Leserbriefschreiberin in der «Sempacher Woche».

Vorwurf: Zu einseitig auf privates Bauen ausgelegt

Weiter gibt der Bau des Zubringers Allmendstrasse zu reden durch den im Osten Sempachs die Wohnsiedlung vom Gewerbe getrennt werden soll. Im REK wird diesem geringe Priorität eingeräumt. Dies, obwohl er bei Bevölkerung und Gewerbe vielfach gefordert wurde. Auch dem lokalen Gewerbeverband oberer Sempachersee (GOS) ist der Zubringer ein Anliegen. Beim GOS warte man noch ab, bis der Stadtrat eine aktuell laufende Umfrage ausgewertet habe, sagt Elmar Bernet, Präsident des GOS und der FDP Sempach, auf Anfrage.

Einer, der jetzt schon zu seiner Meinung steht, ist Ueli Lang. Der ehemalige Präsident der FDP Sempach hat sich ausführlich im Rahmen besagter Umfrage zum REK geäussert. Am 15. September lief die Frist ab, den Bogen dem Stadtrat zukommen zu lassen. Seine Antworten liegen unserer Zeitung vor.

«Das Konzept braucht eine vertiefte und grundlegende Überarbeitung», sagt er auf Anfrage. Es mangele an konkreten Massnahmen und wenn, «dann sind sie alternativlos dargestellt», sagt er etwa mit Blick auf das Bevölkerungswachstum. Ohnehin sei bei den aktuell geplanten Bautätigkeiten auf der Zihlweid und der Martinshöhe schwer vorstellbar, wie ein moderates Wachstum eingehalten werden solle. Weiter bleibe offen, so Lang, was unternommen werde, damit der historische Stadtkern nicht aussterbe. Auch die «grüne Lunge» der Gemeinde, sprich öffentliche, begrünte Plätze wie die Seevogtei oder die Zugänge zu den lokalen Bächen wie der Aa und dem Mühlebach, würden kaum thematisiert. Das Schicksal der nur noch wenigen Hochstammbäume und Hecken ebenso wenig.

Stadtpräsident: «Nehmen die Bevölkerung ernst»

Lang kommt zum Schluss, das Konzept sei einseitig auf private Bautätigkeit ausgelegt, was ihn auf die Frage bringe: Wenn dieses Konzept nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung repräsentiert: «Welchen Interessen dient es dann?»

Stadtpräsident Franz Schwegler hält auf Anfrage entgegen, der Stadtrat nehme die Ansichten der Bevölkerung sehr wohl ernst. Die Umfrage werde derzeit ausgewertet. «Der Mitwirkungsbericht wird durch die Ortsplanungskommission erstellt und der Bevölkerung Anfang 2018 präsentiert.» Im REK würden seiner Meinung nach die Themen Siedlungsgebiet, Verkehr und Landschaft umfassend behandelt. Mit der Integration der beiden letztgenannten Themen sei man sogar weitergegangen als gesetzlich gefordert. «Entsprechend können wir die Vorwürfe nicht nachvollziehen.» Und weiter: «Die Ortsplanung ist ein Generationenprojekt und braucht für seine Entstehung Zeit und Raum.» Letztendlich entscheide die Gemeindeversammlung über das Resultat der Ortsplanungsrevision. Nun würden die Eingaben geprüft. «Bis Vorliegen des Abschlussberichts können wir über allfällige Anpassungen im REK noch nichts sagen.»

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