RAUMPLANUNG: Hochdorf setzt «Ecopop light»-Initiative um

Nach dem Ja zur kommunalen Initiative «Hochdorf wächst langsam» will die Gemeinde Einzonungen stoppen. Im März hatten die Stimmbürger beschlossen, dass das Dorf jährlich nur noch um 0,7 Prozent wachsen soll.

Drucken
Teilen
Den Hochdorfernhat es zu viele Kräne. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Den Hochdorfernhat es zu viele Kräne. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Nach Annahme einer Volksinitiative, die das Bevölkerungswachstum in der Gemeinde Hochdorf beschränken soll, will der Gemeinderat vorläufig auf neue Ein- und Umzonungen verzichten. 2016 unterbreitet er dem Volk ein entsprechend revidiertes Bau- und Zonenreglement.

Die Initiative verlangt, dass die Bevölkerung in der 9400-Seelen-Gemeinde im fünfjährigen Durchschnitt nicht mehr als 0,7 Prozent pro Jahr steigen darf. Dies entspricht einer jährlichen Zunahme von maximal 50 bis 70 Personen. In den letzten fünf Jahren lag das Wachstum bei knapp 180 Personen pro Jahr.

Der Gemeinderat gab am Dienstag bekannt, wie er die Initiative umsetzen will. Neue Ein-, Auf- oder Umzonungen seien erst möglich, wenn das von der Initiative verlangte Bevölkerungswachstum unterschritten werde. Bauten, die dem gültigen Zonenplan entsprächen, dürften noch realisiert werden.

Der Bemessungsintervall für das Bevölkerungswachstum begann am 1. Januar 2015. Das Bevölkerungswachstum wird gemäss Mitteilung jeweils per Ende Jahr festgehalten.

Konkret soll der Initiativtext in ein neues Bau- und Zonenreglement aufgenommen werden. Mit dessen Erarbeitung begann der Gemeinderat bereits. Er will das revidierte Reglement 2016 dem Stimmvolk zur Abstimmung vorlegen.

Mit 54 Prozent Ja-Stimmen angenommen

Die Stimmberechtigten hatten am 8. März die Initiative "Hochdorf wächst langsam" mit 54,1 Prozent der Stimmen angenommen. Dem Volksbegehren stimmten 1480 Personen zu, 1255 lehnten es ab.

Die privaten Initianten wollen den ländlichen Raum vor starker Überbauung schützen. Die Schweiz habe genügend Ballungszentren für die wirtschaftliche Entwicklung, schrieb es.

Der Gemeinderat hingegen argumentierte, das Wachstum durch Geburtenüberschuss und Zuwanderung in bestehenden Wohnungen und die Zuzüger in neugebauten Häusern sei nicht beeinflussbar. Er wollte sich Entwicklungsmöglichkeiten nicht durch zusätzliche Bestimmungen im Baureglement einschränken lassen. (sda)