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RAUMPLANUNG: Wachstum hat der Landschaft zugesetzt

Wer den Kanton Luzern als Wohnort wählt, tut dies vor allem wegen der Schönheit der Landschaft. Doch die Region hat durch die rasante Entwicklung gelitten. Nun gibt die Regierung Gegensteuer.
Lukas Nussbaumer
Blick vom Sonnenberg auf Luzern und ins Rontal, wo die Zersiedelung besonders gut sichtbar ist. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 15. September 2012))

Blick vom Sonnenberg auf Luzern und ins Rontal, wo die Zersiedelung besonders gut sichtbar ist. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 15. September 2012))

Lukas Nussbaumer

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch

Luzern wächst – und zwar stark. Zwischen 2001 und heute ist die Wohnbevölkerung um gegen 15 Prozent auf über 400000 Einwohner gestiegen. Das hat den Kanton verändert – die landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden kleiner, die Bauzonen grösser. Innerhalb von nur zehn Jahren machten die Gemeinden rund 1500 Hektaren Wies- und Ackerflächen zu Bauland. Das entspricht in etwa der Grösse von 2100 Fussballfeldern.

Wachstum ist im Kanton Luzern zwar weiter erwünscht, wie die Regierung stets betont. Doch es soll besser gesteuert werden: mit einer «Strategie für die Landschaft des Kantons Luzern». Präsentiert wurde das 80 Seiten starke Planwerk gestern von Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng sowie von Christiane Guyer, Projektleiterin bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald. Die Luzerner Regierung kommt mit dieser Strategie einem Auftrag des Bundesrats nach, der den Kanton Luzern 2009 in seiner Stellungnahme zum Richtplan aufgefordert hatte, eine Gesamtbetrachtung zur Landschaftsentwicklung zu erarbeiten.

«Grosser Handlungsbedarf rund um Luzern»

Für Robert Küng ist die Landschaft «das Kapital für den Kanton Luzern». Als Beleg dafür führte der Mitte 2019 abtretende Regierungsrat die letzten Bevölkerungsumfragen an. Am besten am Kanton gefalle den Befragten nämlich die schöne Region. Doch die Höhe der Zustimmung habe seit 2009 abgenommen. Das heisst für den 61-jährigen FDP-Politiker: «Das Tempo der Entwicklung hat der Landschaft zugesetzt.» Am stärksten zugenommen hat der Druck laut Küng rund um Luzern, dort bestehe «grosser Handlungsbedarf».

Die nun vorgestellte und für vier bis acht Jahre geltende Landschaftsstrategie zeigt zehn Handlungsfelder und fünf Entwicklungsschwerpunkte auf. So sollen Landschaftscharakter und -vielfalt gestärkt, der Siedlungsraum begrenzt, sorgfältiger gebaut, ökologische Vernetzungen verbessert sowie Ufer und Gewässer naturnaher gestaltet werden. Ohne durch den Kanton gesteuertes Vorgehen könne die Standortqualität nicht gehalten werden.

Was sich in der Theorie gut anhört, soll gemäss Küng in die Praxis Eingang finden. Gefordert seien vorab die Gemeinden. Mitreden kann auch der Kantonsrat, und zwar bei der nächsten Re­vision des Richtplans, wo Massnahmen aus der Landschafts­strategie verankert werden sollen. Gleichzeitig werden nun Gemeinden, Planungsbüros und Architekten sensibilisiert sowie beispielsweise Anleitungen für Bauten ausserhalb der Bauzonen oder Merkblätter erarbeitet.

Welche Auswirkungen die Strategie konkret haben kann, erläuterte Küng anhand von Beispielen. So sollen in der wenig gestalteten Region um Luzern Neubauten ausserhalb der Bauzonen nur im Ausnahmefall bewilligt werden. Oder es sollen neue Hecken und Grünflächen geschaffen werden, weil die Landschaften in den letzten Jahrzehnten stark fragmentiert wurden. Auch auf die Art, wie gebaut wird, soll vermehrt ein Augenmerk gelegt werden. Grosse Tierhallen in der Landwirtschaftszone etwa seien auch künftig möglich, so Christiane Guyer. Doch: «Solche Bauten müssen sich möglichst gut in die Landschaft eingliedern.»

Die komplette Strategie gibt es unter:<b style="font-size: 1em;">luzernerzeitung.ch/bonus</b>

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