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«Homeoffice ist keine neue Arbeitsform»: Bei Zentralschweizer Unternehmen sorgt die neue Verordnung für Schulterzucken

Wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab, wird bei grossen Arbeitgeber der Region vielfach zu Hause gearbeitet. Trotzdem sind viele Tätigkeiten nach wie vor nicht aus dem Homeoffice realisierbar.

Claudio Zanini
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Zu Hause arbeiten: Für viele Zentralschweizer längst zum Alltag geworden.

Zu Hause arbeiten: Für viele Zentralschweizer längst zum Alltag geworden.

Thomas Trutschel/Photothek

Die grössten Arbeitgeber der Zentralschweiz scheinen aktuell andere Sorgen zu haben als die vom Bundesrat verhängte Homeoffice-Pflicht. Wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab, wird in vielen Firmen bereits zu Hause gearbeitet, wenn es die Tätigkeit erlaubt. Bezeichnend ist etwa die Antwort der Post, die in der Region über 3100 Personen beschäftigt. «Homeoffice ist bei der Post keine neue Arbeitsform, sondern wurde schon vor Corona praktiziert», lässt Mediensprecher Oliver Flüeler ausrichten. Über den gesamten Konzern würden derzeit rund 7000 bis 8000 Mitarbeitende im Homeoffice arbeiten. Diese Zahl wird die Post gemäss den jüngsten Vorgaben nun aber wieder erhöhen.

Selbstredend kann bei der Post nicht jede Arbeit von zu Hause verrichtet werden. Man denke nur an die Zustellung oder Tätigkeiten in den Sortier- und Logistikzentren. Für diese Mitarbeitenden gebe es unterschiedliche Schutzkonzepte, sagt Flüeler. «Die Post beobachtet die aktuelle Lage sehr genau und hält sich an die Empfehlungen des BAG. Darüber hinaus prüft und implementiert sie laufend weitere Massnahmen.»

Bei der Suva arbeiten 60 Prozent zu Hause

Ähnlich verhält es sich bei der Suva, dem grössten Unfallversicherer der Schweiz mit Hauptsitz Luzern. Seit Mitte Oktober 2020 arbeitet mindestens 60 Prozent der Belegschaft im Homeoffice. Maximal 40 Prozent der Belegschaft pro Organisationseinheit arbeitet im Büro. Sämtliche Schutzmassnahmen werden gemäss BAG eingehalten. In den Büros gilt Maskenpflicht, ausser man sitzt oder steht am eigenen Schreibtisch. Auch die Suva kennt Dienstleistungen, die nicht aus dem Homeoffice erbracht werden können. So zum Beispiel medizinische Untersuchungen, Gehörschutzprophylaxe oder Baustellenkontrollen. Ob nun weitere Verschärfungen folgen, besprach die interne Taskforce am Mittwochnachmittag. «Die Suva sieht sich als Partnerin der Schweizer Gesellschaft und möchte ihren Beitrag zur Eindämmung des Virus nach besten Möglichkeiten und vorbildlich leisten», teilt die Unternehmenskommunikation mit.

Bei der CSS Versicherung arbeitet ab sofort jeder zu Hause, der nicht unbedingt raus muss. CSS-Sprecherin Karin Müller: «Die Agenturen bleiben geöffnet. Aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht zwingend im Büro arbeiten müssen, sind angehalten, ihre Arbeit ab sofort und ausschliesslich im Homeoffice zu erledigen.»

Beim Luzerner Kantonsspital (Luks), das über 7000 Personen beschäftigt, galt bereits eine Homeoffice-Empfehlung, sofern möglich, also vor allem im administrativen Bereich. «Im medizinischen Kerngeschäft und damit für einen Grossteil der Luks-Belegschaft gibt es jedoch keine Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Oberste Priorität hat auch nach dem neusten Bundesratsentscheid weiterhin die Aufrechterhaltung des Spitalbetriebs», schreibt der Kommunikationsverantwortlicher Markus von Rotz. (cza)