Real prüft im Ökihof Horw längere Öffnungszeiten am Abend 

Der Ökihof ist regelmässig überlastet. Nun fordert die Horwer FDP Massnahmen. Tatsächlich sind auch welche in Arbeit, teilt der zuständige Gemeindeverband mit. 

Marielle Heeb
Drucken
Teilen
Der Ökihof in Horw. (Bild: Nadia Schärli, 7. August 2017)

Der Ökihof in Horw. (Bild: Nadia Schärli, 7. August 2017)

Schon seit Jahren sorgt das Problem für Ärger: Der Andrang auf den Ökihof in Horw gleich neben der Grenze zu Kriens ist teilweise sehr gross. Und die Suche nach einem neuen Standort im Gebiet Luzern Süd läuft schon seit Jahren – bisher ohne Erfolg.

In einem dringlichen Postulat fordert nun der Horwer Einwohnerrat Urs Rölli (FDP), dass sich der Gemeinderat für eine Ausweitung der Öffnungszeiten des Ökihofs Horw einsetzt. Eine Evaluation soll aufzeigen, ob längere Öffnungszeiten am Abend analog der Einkaufsläden oder eine Verlängerung am Samstag möglich sind. So könnten allenfalls  Warteschlangen an der Entsorgungsstelle am Samstag verhindert werden. Aktuell ist der Ökihof Horw werktags von 8.30 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17.30 geöffnet, samstags von 8 bis 12.30 Uhr.

Auch Berufstätige sollen werktags entsorgen

Zuständig für den Betrieb der Ökihöfe in der Region Luzern ist der Gemeindeverband Real. Diesem ist natürlich bekannt, dass der Ökihof in Horw vor allem an den Wochenenden stark überlastet ist. Tatsächlich prüfe man derzeit, «ob eine allfällige Abendentsorgung, zusätzlich zu den bestehenden Öffnungszeiten, die Überlastung vom Samstagvormittag zu verringern vermag», wie die Real-Medienverantwortliche Yudi Seren auf Anfrage mitteilt. «Ziel ist es, auch Berufstätigen die Entsorgung unter der Woche zu ermöglichen.» Wie lange der Horwer Ökihof geöffnet bleiben könnte, sei Gegenstand der Prüfung.

Längere Öffnungszeiten am Samstag sind für Real dagegen weniger ein Thema. Dies «würde der Verkehrsüberlastung nicht zwingend entgegenwirken und wohl als Einzelmassnahme auch kaum ausreichen». Denn der Stau lasse sich ziemlich genau vorhersagen: zwischen 9 bis 12 Uhr. Vorher und nachher normalisiere sich die Situation wieder. Vor einigen Jahren habe es einen Versuch mit längeren Öffnungszeiten gegeben, diese seien jedoch «ungenutzt» geblieben. Eine Ausweitung am Abend würde zu steigenden Personalstunden führen, so Yudi. Doch: «Wenn damit jedoch die Probleme behoben werden können, gewinnen alle.»

Umfrage soll Ideen liefern

Zudem beschäftige sich Real momentan mit der Einführung weiterer Massnahmen, welche die Verkehrsüberlastung am Samstagmorgen reduzieren sollen. So habe man vor Ort und online bei den Nutzern des Ökihofs nachgefragt, wie ihre Präferenzen für die Entsorgungsstelle aussehen und welchen Massnahmen sie die höchsten Chancen auf eine Verbesserung einräumen. Das Resultat und die endgültigen Massnahmen würden Ende Monat bekannt gegeben. Bereits eingeführt wurde ein Verkehrsdienst an Spitzentagen.

Die Evaluation möglicher neuer Ökihof-Standorte in Zusammenarbeit mit den Städten Luzern und Kriens und der Gemeinde Horw laufe weiterhin. Hängig ist auch eine Volksinitiative der FDP in Kriens für einen neuen Standort im Grütwald auf Krienser Boden beim Pilatusmarkt (wir berichteten).

HORW: Der tägliche Wahnsinn auf dem Ökihof

Auf dem Ökihof Horw geht es jeden Tag wie in einem Ameisenhaufen zu und her. Im letzten Jahr haben 255000 Personen 3425 Tonnen entsorgt – manchmal auch die falschen Gegenstände. Doch die Mitarbeiter und die Pressen kennen kein Pardon.
Oliver Schneider