REBSTOCK: Grosse Kunst inspiriert Bockstall

Botero, Picasso und Dalí haben Luzerner Künstler zu eigenen Meisterwerken animiert – sogar der Louvre gibt seinen Segen.

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Lotti Hegglin: inspiriert von Rudolf Koller. (Bild: pd)

Lotti Hegglin: inspiriert von Rudolf Koller. (Bild: pd)

Alljährlich zur Vorfasnachtszeit ruft sich die Luzerner Künstlervereinigung zum Bockstall mit einer Ausstellung in Erinnerung. Im Restaurant Rebstock zeigen die Bockstall-Künstler diesmal unter demMotto«Inspirationen» Ge­mäl­de, Papierschnitte und Installationen, die sich an berühmten Meisterwerken orientieren. Es sind teils gekonnte Imitationen, teils eigene Kreationen – klar im Stil der Vorbilder.

Zu sehen ist etwa ein Gemälde von Armida Levoni mit dicken, fröhlichen Musikanten (siehe Bild) – in den typischen, masslos überzeichneten Proportionen des zeitgenössischen kolumbianischen Malers Fernando Botero. Sonja Schröter liess sich durch Picasso inspirieren. Auch DalÍ, Munch, Beuys und Hieronymus Bosch lassen grüssen.

1924 erstmals gegründet

Der Bockstall wurde 1924 erstmals gegründet – «geprägt vom Dadaismus», erzählt der heutige Oberehrenbock Silvio Panizza. Es sei auch eine gehörige Portion «Protest gegen die Obrigkeit» im Spiel gewesen. Nachdem die erste Bockstall-Generation gestorben war, löste sich die Vereinigung auf. Panizza hat sie 1994 neu gegründet. Zehn Künstler gehören ihr heute an – neben den bereits genannten auch Emanuel Ammon, Franz «Fräschu» Heggli, Urs Krähenbühl, Edith Müller-Crapp, Walter Müller, Max Schaer und Lotti Hegglin.

An der Vernissage heute um 18 Uhr soll der Vizedirektor des Pariser Louvre-Museums eine Rede halten. Natürlich ist dies ein vorfasnächtlicher Scherz. Welche bekannte Luzerner Kulturpersönlichkeit den «Louvre-Vizedirektor» verkörpern wird, sei hier nicht verraten.

Hugo Bischof

Ausstellung «Inspirationen» bis 24. Januar.