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Rechtsextreme schockieren mit ihrem Aufmarsch die Schwyzer Fasnächtler

Zwölf als Ku-Klux-Klan-Mitglieder verkleidete Fasnächtler sorgten am Güdelmontag in Schwyz für viel Aufruhr. Nun untersucht die Polizei den Vorfall, nachdem sie am Montag noch nicht ausrücken wollte.
Jürg Auf der Maur
Mit einem Fackelzug marschierten die zwölf Ku-Klux-Klan-Darsteller...

Mit einem Fackelzug marschierten die zwölf Ku-Klux-Klan-Darsteller...

Und plötzlich ging es schnell: Die Kantonspolizei Schwyz ermittelt mittlerweile gegen eine zwölfköpfige Gruppe, die sich am Güdelmontag mitten in Schwyz als Ku-Klux-Klan verkleidet unter die Fasnächtler mischte. Der Auftritt hat nicht nur zahlreiche Schwyzer Fasnachtsgänger nachhaltig verärgert und geschockt. Ein Video, das den Einzug der Rechtsextremen vom Hinterdorf in Richtung Hauptplatz dokumentiert, sorgt in den sozialen Medien und auf verschiedenen Online-Plattformen für Unruhe und unzählige Kommentare.

Dass die Gruppierung erst jetzt öffentlich wahrgenommen wurde, erstaunt. Gemäss einem Augenzeugen waren vier Personen in gleicher Aufmachung bereits am Rand des Nachtumzugs in Unteriberg am 11. Februar beobachtet worden. Er sagt:

«Sie marschierten Richtung Dorf, waren aber plötzlich nicht mehr auffindbar.»

Von einem «Armutszeugnis der Schwyzer Fasnachtskultur» spricht ein Informant unserer Zeitung. Und eine junge Frau, die direkt vor Ort mit der Gruppe das Gespräch suchte, erklärte gegenüber unserer Zeitung: «Ich habe mich sehr aufgeregt und bin noch immer bewegt. Mit Fasnacht hat das nichts zu tun.» Fasnacht dürfe ja vieles, «aber wenn die Sujets menschenverachtend sind, wird eine Grenze überschritten».

Ein Verstoss gegen das Antirassismusgesetz?

Im Raum steht die Frage, ob hier der Antirassismusartikel verletzt wurde. Verschiedene Zeugen bekräftigen nämlich gegenüber Medien, dass es sich nicht einfach um einen Fasnachtsspass, sondern vielmehr um einen ernsten Hintergrund handelte. «Ich habe der Gruppe erklärt, dass ein solcher Auftritt nicht geht», erinnert sich die Frau gegenüber unserer Zeitung. Es habe eh zu viele Asylbewerber, sei die Antwort gewesen, die man ihr gegeben habe. Gegenüber dem Nachrichtenportal «Blick online» führte ein Informant aus, dass er die Leute teilweise kenne. Sie gehörten der rechtsextremen Szene an und stammten aus Ibach, Schwyz und Muotathal. «Das war kein Spass. Diese Neonazis sind kampforientiert und gewaltbereit», so der Informant. Schockiert zeigt sich auch Alexander Grab, der Präsident der Schwyzer Nüssler:

«Wir würden solche Gruppen tagsüber wegweisen.»

Aber am Abend ist bisher niemand für das Geschehen in den Betrieben oder auf den Plätzen verantwortlich. «Der einmalige Vorfall zeigt, dass ein solches Komitee vielleicht notwendig wird», sagt Grab. Er könne sich deshalb vorstellen, dass sich die Schwyzer Präsidenten im Herbst über notwendige Schritte unterhalten.

Noch am Montag beurteilte die Kapo Schwyz den Vorfall offenbar anders. Per Telefon rief eine junge Frau die Polizei zu Hilfe und wollte wissen, ob sie ausrücken könne. Sie wurde vertröstet. Solange keine offene Gewalt im Spiel sei, könne die Polizei auch nichts machen, hiess es. Nun wird trotzdem untersucht.

...am Güdelmontag vom Hinterdorf auf den Schwyzer Hauptplatz. (Bilder: Leser-Reporter)

...am Güdelmontag vom Hinterdorf auf den Schwyzer Hauptplatz. (Bilder: Leser-Reporter)

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