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Rechtswissenschaft: Nach der «Koryphäe» verliert die Uni Luzern nun auch das Institut

Anfang Woche wurde bekannt, dass die Uni Luzern das Institut für Unternehmensrecht (IFU) auf Juli 2018 schliessen will. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, wurde für den scheidenden Professor und Gründer des Instituts, Franco Taisch, kein Nachfolger gefunden.
Urs-Ueli Schorno
Franco Taisch. (Bild: PD)

Franco Taisch. (Bild: PD)

Rückblende: Taisch und die Uni Luzern trennen sich «im gegenseitigen Einvernehmen», zu deutsch: im Streit. Dies wurde im November bekannt. Gleichzeitig trat Taisch, der auch in der Privatwirtschaft tätig ist, als Verwaltungsrat der Raiffeisen Bank in den Ausstand. Taisch war dort im Amt, als die Affäre um Ex-Chef Pierin Vincenz ihren Anfang nahm.

Nun soll also das IFU ganz geschlossen werden. Die Universität begründet diesen Schritt mit der starken Verknüpfung der Person Taisch mit dem Institut. So gilt er im Bereich des Finanzmarktrechts als Koryphäe, wie Yves René Lauber, Präsident der Fachschaft Jus an der Universität Luzern, sagt. Auch sei Taisch bei Studenten beliebt: «Er ist sehr engagiert und bedient sich gerne Beispielen aus seiner Praxiserfahrung. Das findet bei den Studierenden grossen Anklang», so Lauber.

Doch die Verquickung von Person und Amt hat zusätzlich eine bedeutende finanzielle Komponente: Denn Taisch kam auch bei jenen Sponsoren aus der Privatwirtschaft gut an, die das Institut finanzieren. Zu diesen Unternehmen gehören etwa die Raiffeisen Bank, Mobiliar, die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich, Landi-Betreiberin Fenaco und Mobility. Diese bilden die IG Genossenschaftsunternehmen, die laut Unisprecher Lukas Portmann sowohl die Geschäftsführung des Instituts wie auch konkrete Forschungsprojekte finanziert hat. Zumindest mit Ersterem ist nun Schluss, «womit die Grundfinanzierung des Instituts entfällt», wie Portmann sagt. Keine Auskunft gibt er vorerst über die Höhe der Donationen. Sie würden aber im nächsten Jahresbericht der Uni veröffentlicht.

Was passiert mit dem Finanzmarktrecht?

Der Ruf der juristischen Fakultät könnte unter dem Wegfall des IFU leiden – dies kann auch Fachschaftspräsident Lauber nicht ganz ausschliessen. «Der Wegfall des Instituts ist kaum förderlich, was die Ausbildung und den Ausbildungsstandort Luzern auf dem Bereich Wirtschafts-, Unternehmens- und Finanzmarktrecht betrifft.» Eine Qualitätseinbusse in den Vorlesungen erwarte er zwar nicht. Offen sei allerdings, was mit dem Fach «Finanzmarktrecht» geschehe. Er persönlich fände es wichtig, dass dieses Fach an der Universität weiter gelehrt wird. «Die Uni Luzern sollte hier den Anschluss nicht verpassen. Gerade die Studiengänge der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften oder Hochschule Luzern sind in diesem Bereich qualitativ sehr gut.» Die Teilnehmerzahlen an den Veranstaltungen würden auch deutlich aufzeigen, dass es bei den Studierenden ein Bedürfnis für Finanzmarktrecht gäbe. Schliesslich steht in diesem Bereich auch eine Gesetzesrevision an. «In solchen Fragen war die Forschung des Instituts sehr wichtig.»

Dass Taisch sein Fach und das Institut mit seinen bis zu 15 Assistenten derart prägte, ist also der Hauptgrund, weshalb sich nur schwer ein Nachfolger finden lässt. Universitätssprecher Lukas Portmann sagt, dass mit der Schliessung des IFU die rechtswissenschaftliche Fakultät nun die Möglichkeit eines neuen Anfangs schaffen will. «Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger von Franco Taisch hat dadurch die Möglichkeit, sich dann zumal in eigene Schwerpunkte einzugeben und bei Bedarf ein neues Institut zu gründen.» Die Fakultät werde den Antrag zur Auflösung des IFU an Senat und Universitätsrat stellen.

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