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Reformierte Kirche vergibt Marronistand in der Stadt Luzern

Ursula Gabriel ist bei der Vergabe um die Marronistandplätze in der Stadt Luzern ausgeschieden. Trotzdem kann sie in der nächsten Saison ihren Stand erneut betreiben – auf dem Vorplatz der reformierten Matthäuskirche an der Hertensteinstrasse.
Yasmin Kunz
Ursula Gabriel muss den Standplatz an der Pilatusstrasse verlassen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 11. Januar 2019)).

Ursula Gabriel muss den Standplatz an der Pilatusstrasse verlassen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 11. Januar 2019)).

Die Standplätze für Marronibrater in der Stadt Luzern wurden kürzlich mittels Ausschreibung neu vergeben. Sieben Interessenten haben sich für fünf Standplätze beworben. Die Standorte Unter der Egg, auf der Seebrücke und am Mühlenplatz werden für die Dauer von vier Winterhalbjahren von 2019 bis 2023 von den bisherigen Anbietern betrieben werden. Am Löwenplatz kommt ein neuer Stand hinzu (siehe Link unten).

Jener an der Pilatusstrasse auf Höhe der Luzerner Kantonalbank wird ab kommender Saison von einem neuen Anbieter betrieben. Ursula Gabriel, die den Stand an der Pilatusstrasse führt, hat den Zuschlag nicht mehr bekommen.

Noch ein bis zwei Saisons bei der Matthäuskirche

Nun wendet sich für Gabriel trotz der Ausscheidung alles zum Guten. Die bald 64-Jährige kann im September 2019 ihren Stand bei der Matthäuskirche in der Stadt Luzern an der Hertensteinstrasse aufstellen, auf Privatgrund also.

Das bestätigt Heinz Kernwein, Sozialdiakon bei der Reformierten Kirche der Stadt Luzern, auf Anfrage unserer Zeitung. Ende November habe die Kirchenpflege entschieden, dass man Gabriel ein bis zwei Jahre einen Platz zur Verfügung stellen werde – zu den gleichen Konditionen, wie die Marronibrater der städtischen Standorte.

Kernwein begrüsst den Beschluss der Kirchenpflege: «Unsere Kirche setzt sich seit jeher ein für soziale Projekte und wir sind überzeugt, dass es richtig ist, Ursula Gabriel den Platz zur Verfügung zu stellen.» Die besonderen Umstände von Gabriel hätten sie bewogen, zu helfen, so Kernwein.

«Wie Weihnachten und Geburtstag zusammen»

Die Marronibraterin, die seit 40 Jahren im Geschäft ist, freut sich «unglaublich» über diesen Entscheid. «Das ist für mich, als wenn ich Weihnachten und Geburtstag zusammen feiern kann», sagt sie auf Anfrage. «Alle Türen schienen nach dem Ausscheiden im Bewerbungsverfahren der Stadt Luzern zugeschlagen, dann hat sich plötzlich eine neue geöffnet. Damit habe ich nicht gerechnet. Das war eine riesige Überraschung.»

Sie sei der Reformierten Kirche «äusserst dankbar», dass sie noch ein oder zwei zusätzliche Saisons arbeiten könne. Details zu den schwierigen Umständen in ihrem Leben will sie nicht kommunizieren. Zustande gekommen ist diese Zusammenarbeit zwischen Gabriel und der Reformierten Kirche aufgrund einer privaten Initiative, wie unsere Zeitung weiss.

Wenig geeigneter Privatgrund in der Stadt Luzern

Mario Lütolf, verantwortlich für die Vergabe der Marronistandplätze, hat Kenntnis von diesem Fall. Der Leiter Stadtraum- und Veranstaltungen der Stadt Luzern freut sich, dass sich für Ursula Gabriel eine Anschlusslösung ergeben hat. «Wir mussten alle Standorte ausschreiben und auch neuen Bewerbern eine faire Chance auf einen Platz geben. Diejenigen, die nun berücksichtigt werden, traten im Jury-Verfahren entsprechend überzeugend auf», so Lütolf.

Er sei froh über das Angebot der Reformierten Kirche, Ursula Gabriel weiterhin Marroni braten zu lassen. Dass diese Initiative nun den Startschuss für Wildwuchs punkto Marronistände bedeute, glaubt er nicht. «Einerseits gibt es in der Stadt Luzern nur wenig private Plätze, die sich an geeigneter Lage befinden und andererseits ist die Nachfrage für Marronistandplätze sehr überschaubar, wie das diesjährige Verfahren gezeigt hat.»

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