Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Regierungsrätliche Kommunikation: Apéros und Aktionstag gehen ins Geld

Fünf «Politik-Apéros» im Frühjahr und jetzt noch einen «Tag des offenen Regierungsgebäudes»: So wollen die fünf Magistraten dem Volk ihre Politik erklären. Und lassen dafür einen sechsstelligen Betrag springen.
Lukas Nussbaumer

Der 21. Mai 2017 steckt der Luzerner Regierung bis heute in den Knochen. Grund ist die damals überraschend verlorene Abstimmung über eine Erhöhung des Steuerfusses um 0,1 auf 1,7 Einheiten. Die unerwartete Niederlage hat die fünf bürgerlichen Regierungsräte derart stark verunsichert, dass sie eine Bevölkerungsumfrage in Auftrag gaben.

Das Forschungsinstitut GFS Bern lieferte für 37'000 Franken ein Ergebnis ab, das der Regierung weiteres Kopfzerbrechen bereitete: Zwei Drittel der Befragten taten kund, die Strategie mit den 2012 eingeführten landesweit tiefsten Firmensteuern sei gescheitert – ein Misstrauensvotum sondergleichen. Dieses Vertrauensdefizit sei auszugleichen, befand Regierungspräsident Guido Graf Ende 2017 – und kündete eine Informationsoffensive an. «Wir wollen erklären, zuhören, Ideen aufnehmen und Vertrauen schaffen», liess sich der CVP-Politiker in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei zitieren.

Mehrere hundert Personen sind «keine schlechte Zahl»

Der erste Teil dieser Offensive bestand aus fünf «Politik-Apéros», an denen jeweils drei Regierungsräte teilnahmen und die sich der Kanton 20'000 Franken kosten liess. Der Publikumsaufmarsch zwischen dem 20. Februar und dem 27. März war jedoch bescheiden. In Luzern, wo Graf von Parteikollege Reto Wyss und von Paul Winiker (SVP) begleitet wurde, interessierten sich bloss 70 Personen für die Erklärungen der drei Magistraten.

Der kantonale Informationschef Andreas Töns interpretiert das Besucheraufkommen anders. Man habe an den Apéros, wo gratis Chäschüechli, Faustbrote, Schinkengipfeli und Wein aufgetischt wurden, «mehrere hundert Personen» gezählt. Das sei «kein Massenauflauf, aber auch keine schlechte Zahl», denn die Anwesenden hätten «sich persönlich mit dem Regierungsrat ausgetauscht». Diese Möglichkeit gebe es sonst so nicht. Das Echo im Publikum beschreibt Töns als «grundsätzlich konstruktiv».

Magazin hat nichts gekostet – offiziell

Weitaus mehr als wenige hundert Personen erwartet Töns übermorgen Samstag zum «Tag des offenen Regierungsgebäudes». Der Anlass sei auf «gegen 1500 Besucher ausgelegt». Die 180 Mitarbeiter des Kantons und der selbständigen Anstalten wie etwa der Ausgleichskasse oder des Kantonsspitals könnten aber auch problemlos weit mehr Leute bewältigen, sagt Töns. Die Kosten für den Anlass beziffert er auf rund 50'000 Franken.

Nichts gekostet hat den Kanton laut seinem Informationschef ein 28-seitiges Magazin, das mit einer Auflage von knapp 200'000 Exemplaren in alle Haushalte verteilt wurde. Die Inserate-Einnahmen hätten auch die Kosten für Druck und Vertrieb gedeckt, sagt Töns. Zum Quiz im Magazin habe es eine «Flut von Einsendungen gegeben», dazu direkte positive Rückmeldungen zu den Inhalten.

Wer das auf hochwertigem Papier gedruckte Magazin genau betrachtet, dem stechen vor allem jene Seiten ins Auge, die nicht redaktionell gestaltet wurden. Rund zwei Drittel der Inserate stammen von staatsnahen Betrieben, die sonst nie inserieren. Addiert, dürften diese – und damit indirekt die Steuerzahler – rund 40'000 Franken an die Gesamtkosten des Magazins von geschätzt 60'000 Franken beigesteuert haben. Die Druckkosten lagen wohl bei etwa 20'000 Franken, jene für den Vertrieb bei zirka 30'000 Franken.

Auffällig gestaltet ist die Titelseite: Die Überschrift «Stand und Land – metenand, förenand» entspricht dem Motto, das Guido Graf für sein Präsidialjahr gewählt hat. Wie die Regierung ihre Kommunikationsoffensive weiter gestaltet, ist laut Informationschef Andreas Töns noch offen. Sicher ist aber: Sie wird fortgesetzt.

Detailprogramm des Tags des offenen Regierungsgebäudes: www.lu.ch/regierungsgebaeude.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.