REGIERUNGSRAT: Erben sollen weiterhin bezahlen müssen

Die Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen eines Erblassers sollen im Kanton Luzern nicht von der Erbschaftssteuer befreit werden. Der Regierungsrat beantragte am Mittwoch dem Kantonsrat, eine Motion aus den Reihen der SVP abzulehnen.

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Der Motionär Armin Hartmann. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Der Motionär Armin Hartmann. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Armin Hartmann (SVP) verlangt in seinem Vorstoss, dass der elterliche Stamm auf Kantonsebene von der Erbschaftssteuer befreit wird. Der Satz liegt zur Zeit bei 6 Prozent. Die Gemeinden sollen dagegen die Erbschaftssteuer erheben dürfen.

Nach Ansicht des Motionärs sind Erbschaftssteuern ein Standortnachteil. Es sei schon vorgekommen, dass Personen wegen dieser Steuer den Wohnort gewechselt hätten. Weil die Erbschaftssteuer auch Probleme schaffe (Familienbetriebe), sei die Sonderbehandlung für die nächsten Verwandten gerechtfertigt.

«Gerechte Steuer»
Der Regierungsrat sieht dies anders. Die Erbschaftssteuer sei grundsätzlich eine gerechte und systemkonforme Steuer. Sie sei gerechtfertigt, weil Erben ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhöhten, und dies ohne Gegenleistung.

Nach Angaben der Regierung gibt es (bis auf den Kanton Schwyz, der grundsätzlich keine Erbschaftssteuer erhebt), kein Kanton, der dem ganzen elterlichen Stamm die Erbschaftssteuer erlässt. Einige Kantone haben die Eltern (FR, GE, TI, UR, VS, ZG, AR) steuerlich befreit. Obwalden kennt keine Steuer für Eltern und Geschwister.

In der Schweiz werden jährlich über 30 Milliarden Franken vererbt. Drei Viertel gehen an die Ehepartner und Kinder. An die Eltern geht ein Prozent der Erbsumme, an die Geschwister sechs Prozent.

sda