REGIERUNGSRAT: Nach Verzicht von Robert Küng: Rennen in der FDP ist lanciert

Nach der Ankündigung von Robert Küng, nicht für eine weitere Legislatur anzutreten, bringen sich die ersten Kandidaten in Stellung. Auffällig: Gleich mehrere Gemeinderäte haben grosses Interesse.
Roseline Troxler / Lukas Nussbaumer
Das sind die Kandidaten für die Nachfolge von Robert Küng: Jim Wolanin, Sozialvorsteher FDP, Neuenkirch, Heinz Schumacher Gemeindepräsident FDP, Root, Rolf Born Gemeindepräsident FDP, Emmen (von links nach rechts). (Bild: PD)

Das sind die Kandidaten für die Nachfolge von Robert Küng: Jim Wolanin, Sozialvorsteher FDP, Neuenkirch, Heinz Schumacher Gemeindepräsident FDP, Root, Rolf Born Gemeindepräsident FDP, Emmen (von links nach rechts). (Bild: PD)

Roseline Troxler / Lukas Nussbaumer

kanton@luzernerzeitung.ch

Kaum hat FDP-Regierungsrat Robert Küng seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur ausgesprochen, stehen die Zeichen im Kanton Luzern auf Wahlkampf. FDP-Präsident Markus Zenklusen sagt: «Die erweiterte Geschäftsleitung legt diese Woche den Zeitplan für die Nachfolgesuche fest.» Am Montag informiere die Partei die Medien und die Wahlkreisparteien über das weitere Vorgehen. Zenklusen geht davon aus, dass die FDP ihren Delegierten mehrere Kandidaten vorschlagen wird. «Mein erklärtes Ziel ist es, auch eine Frau für eine Kandidatur zu motivieren.» Derzeit sitzen fünf Männer in der Regierung.

Doch welche FDP-Politiker aspirieren auf das Amt? Der Neuenkircher Sozialvorsteher Jim Wolanin ist seit 2015 Kantonsrat. Er sagt: «Ich war von der Ankündigung Küngs überrascht. Seither rattert es bei mir im Hinterkopf.» Er werde eine Kandidatur nun mit seiner Familie eingehend prüfen. «Grundsätzlich bin ich sehr interessiert an diesem Amt und gehe davon aus, dass ich die nötigen Fähig­keiten mitbringe.» Auch Charly Freitag werden Ambitionen für das Mandat nachgesagt. Der Gemeindepräsident und Kantonsrat aus Beromünster sagt: «Es ist noch zu früh, einen Entscheid zu kommunizieren. Ich mache mir aber Gedanken.» Er betont, dass auch die Vorstellungen der Partei und die allgemeine Ausgangslage wichtige Faktoren seien.

Mit Heinz Schumacher aus Root gibt es einen weiteren Gemeindepräsidenten, der sich «eine Kandidatur überlegt. Der Verzicht von Küng kam über­raschend. Ich brauche deshalb Bedenkzeit und bespreche die Option nun mit meinem Umfeld.» Das gilt auch für den Emmer Gemeindepräsidenten Rolf Born:«Ich mache mir Gedanken darüber, anzutreten.» Fabian Peter, der Gemeindeammann von Inwil, sagt, er würde sich eine Kandidatur bei einer Anfrage «sehr gut überlegen». Born und Peter sind wie Wolanin und Freitag Kantonsräte.

Nicht zur Verfügung steht hingegen Johanna Dalla Bona, Vizepräsidentin der kantonalen FDP aus Kriens. Sie wolle sich beruflich neu orientieren und aus der Politik zurückziehen. Sie trete daher nicht mehr zu den nächsten Kantonsrats­wahlen an und gebe ihr Amt als Vizepräsidentin nach den Wahlen 2019 ab.

Noch keine Gedanken über eine Kandidatur hat sich Kantonsrat Gaudenz Zemp (St. Niklausen) gemacht. «Ich bin glücklich in meiner Funktion als Direktor des kantonalen Gewerbeverbands.»

Kein Thema ist das Amt für Ständerat Damian Müller (Hitzkirch). «Ich habe in den über zwei Jahren in Bern Fuss gefasst und mir ein Netzwerk aufgebaut, damit ich mich voll für den ­Kanton Luzern einsetzen kann.» Auch Sonja Döbeli Stirnemann, Fraktionschefin der FDP im Grossstadtrat von Luzern, lehnt eine Kandidatur ab. Sie sei zurzeit zu sehr auf die Stadt Luzern fokussiert.

Kronfavoritin der SP erteilt ihrer Partei eine Absage

Nicht nur bei der FDP verzichten aussichtsreiche Politiker auf eine Regierungsratskandidatur. So will bei der SP Kronfavoritin Helene Meyer-Jenni aus Kriens nicht antreten. Sie habe sich eine Kandidatur «reiflich überlegt», sich aber aus verschiedenen Gründen für eine Absage entschieden, unter anderem wegen einer beruflichen Neuorientierung und wegen ihres Alters. «Bei Amtsantritt wäre ich 57-jährig und könnte bis zur Pensionierung nur zwei Legislaturen absolvieren. Ich bin jedoch der Meinung, ein Regierungsmitglied sollte zehn bis zwölf Jahre politisieren.»

Jörg Meyer aus Adligenswil, der Kantonsratskollege von Meyer-Jenni, will sich hingegen «Gedanken machen». Das Amt des Regierungsrats sei «sehr interessant». Das gelte allerdings auch für seine jetzige Funktion als Direktor von «Xund», dem Bildungszentrum Gesundheit Zentralschweiz. Eine Kandidatur überlegen will sich auch Fraktionschefin Ylfete Fanaj (Luzern). Für weitere Aussagen sei es zu früh. Parteipräsident David Roth sagt, die interne Ausschreibung laufe bis Ende März. Ob die SP mit einer Zweierkandidatur antritt, lässt Roth offen. «Es gibt Stimmen in der Partei, die das begrüssen würden. Die Geschäftsleitung spricht sich für ein Einer-Ticket aus.» Nicht von vornherein klar sei, dass die SP eine Frau portieren werde.

Das ist bei den Grünen anders: «Wir möchten mit einer Frau antreten», sagt Parteipräsident Maurus Frey. Vorgespräche mit möglichen Kandidatinnen seien im Gang. Dazu gehören könnte die Stadtluzerner alt Kantonsrätin Katharina Meile, die sich vor rund einem halben Jahr «vorderhand von der Politik verabschiedet hat». Sie schliesst eine Kandidatur denn auch nicht kategorisch aus.

Roland Fischer präsidiert die Kantonalpartei der GLP. Er sagt: «Es ist unser Ziel, bei den Regierungsratswahlen 2019 anzutreten.» Personen kann er noch keine nennen. «Aber wir wollen im Verlauf des Jahres eine Kandidatin oder einen Kandidaten nominieren.»

Die Regierung nach dem 2. Wahlgang bei den Wahlen 2015 (von links): Robert Küng (FDP), Marcel Schwerzmann (parteilos), Reto Wyss (CVP), Guido Graf (CVP) und Paul Winiker (SVP). (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 10. Mai 2015))

Die Regierung nach dem 2. Wahlgang bei den Wahlen 2015 (von links): Robert Küng (FDP), Marcel Schwerzmann (parteilos), Reto Wyss (CVP), Guido Graf (CVP) und Paul Winiker (SVP). (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 10. Mai 2015))

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