Regierungsratskandidat Rudolf Schweizer: «Zu viel wird unter den Teppich gekehrt.»

Rudolf Schweizer der parteilosen Schweizer Luzern (PS) kandidiert für den Regierungsrat. Er erzählt uns, welche Themen er anpacken möchte, wenn er es bei den Wahlen vom 31. März in den Regierungsrat schafft.

Martina Odermatt
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Rudolf Schweizer. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 08. Februar 2019)

Rudolf Schweizer. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 08. Februar 2019)

Wieso wollen Sie in den Regierungsrat?

Rudolf Schweizer: Weil ich etwas verändern möchte. In meinen Augen läuft in der Politik einiges falsch. Zu viel wird unter den Teppich gekehrt. Aber so kann man nicht ewig weiterfahren. Irgendwann muss man Lösungen suchen.

Welche drei Themen wollen Sie im Regierungsrat als erstes anpacken?

Oberste Priorität hat für mich ein Lohndeckel für die gesamte öffentliche Verwaltung. Ein Regierungsrat soll nicht mehr als 12 000 Franken pro Monat verdienen. Weiter ist für mich der Stopp der Vetterliwirtschaft sehr wichtig. Staatliche Juristen sollen nicht mehr einer Partei angehörig sein. Das widerspricht der Gewaltentrennung. An dritter Stelle steht die Verbesserung des Verkehrs- und Gesundheitswesens.

Beim Verkehr ist bereits einiges in Planung. Stichworte Durchgangsbahnhof, Spange Nord, Bypass. Was wollen Sie noch verändern?

Ob es all diese Projekte wirklich braucht, stelle ich in Frage. Ich bin für eine Metrolinie mit Zentralbahn für die Stadt und Agglomeration. Die Dezentralisierung würde den Verkehr in der Stadt entlasten. Ausserdem: Im Moment funktioniert alles bestens, warum brauchen wir da einen Durchgangsbahnhof?

Und wie stehen Sie zu den Strassenprojekten Spange Nord und Bypass?

Mit der Mall of Switzerland ziehen wir Verkehr an. Nun möchte man mit der Spange Nord den Verkehr noch schneller in diese Gebiet führen. Besser ist es, die Gelder für die Metrolinie mit der Zentralbahn einzusetzen. Mit dem Bypass würde durch die Erweiterung der Autostrasse der Verkehr direkt Richtung Süden geführt und nicht wie bis anhin über den Seetalplatz. Da Luzern Süd in den nächsten Jahren rasant wächst, sollte man auch für Kriens Lösungen suchen.

Auch im Gesundheitsbereich hat sich viel verändert. Etwa beim Thema ambulant vor stationär.

Das stimmt. Aber da geht mehr. Im Gesundheitswesen würde ich auch einen Lohndeckel einführen. Nicht bei den «ehrlichen Chrampfern», aber bei den Ärzten. Auch müssen wir dem Medikamentenmissbrauch entgegenwirken.

Werden dann nicht alle guten Ärzte das Weite suchen? Luzerns Gesundheitssystem würde gegenüber jenem in anderen Kantonen abfallen.

Die Arbeit steht immer im Dienste der Menschen, daher gibt es keine Abwanderung. Es gibt Ärzte, denen Helfen wichtiger ist als der Lohn. Zudem ist unser Gesundheitssystem bereits zweitklassig...