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REGIERUNGSRATSWAHLEN LU: Rücktritt von Robert Küng: «Ich will wieder mehr Freiheiten haben»

Robert Küng wird sein Amt als Regierungsrat am 30. Juni 2019 abgeben. Im Interview äussert er sich zu den Gründen – und warum er sich in seiner Mitteilung nicht bei den Regierungsratskollegen bedankt hat.
Alexander von Däniken
Robert Küng (Mitte) bei einer Begehung des Seetalplatzes 2015 in Emmenbrücke. (Bild: Pius Amrein)

Robert Küng (Mitte) bei einer Begehung des Seetalplatzes 2015 in Emmenbrücke. (Bild: Pius Amrein)

Interview: Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

Die Medienmitteilung verschickte er am Dienstag kurz nach 16.30 Uhr nicht über sein Departement, sondern persönlich: Der Willisauer FDP-Regierungsrat Robert Küng tritt bei den Wahlen im Frühling 2019 nicht mehr an. Mit der Ankündigung erhält der 61-jährige, hemdsärmlige und bescheidene Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements wohl eine grössere Aufmerksamkeit als ihm lieb ist, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung angedeutet hat. Aber da muss der frühere Unternehmer, ehemalige Stadtpräsident von Willisau, alt FDP-Kantonsrat und Vater zweier erwachsener Kinder jetzt durch.

Robert Küng, wann fiel der Entscheid, nicht mehr anzutreten?

Im letzten November.

Was war der Auslöser?

Ich habe mich schon länger intensiv mit dem Gedanken beschäftigt, vor allem nach fast 20 Jahren in der Politik. Dabei spielte eine Rolle, dass ich nach Ablauf der jetzigen Legislatur 63 bin. Ich wollte schon immer mit 65 aufhören. Da ich keine neue Legislatur anfangen möchte, um in der Mitte abzubrechen, fange ich sie auch nicht an. Ich hätte auch nicht überzeugend rübergebracht, dass ich es mit weiteren vier Jahren ernst meinen würde. Auch politische Projekte, persönliche Bedürfnisse und die Partei spielten bei meiner Auslegeordnung eine Rolle.

Stichwort Projekte: Ihr grösstes, der Luzerner Durchgangsbahnhof, harrt seiner Umsetzung. Hier dürfte es für Sie keine Rolle spielen, ob Sie vier Jahre früher oder später aufhören.

Falsch. Mitte 2019 wird die Realisierung des Durchgangsbahnhofs aufgegleist sein, was für den Kanton und die Zentralschweiz ein Meilenstein sein wird.

Sie führten zuvor auch persönliche Bedürfnisse an. Welche?

Ich habe das Bedürfnis zu reisen. Auch andere Hobbys wie Lesen, Velofahren und Sport allgemein will ich mehr pflegen. Dasselbe gilt für die Familie und die Enkelkinder; ihnen will ich mehr Zeit widmen. Kurz: Ich will wieder mehr Freiheiten haben, solange es mir gesundheitlich gut geht.

In Ihrer Medienmitteilung bedanken Sie sich bei der Bevölkerung, Ihren Mitarbeitern, der Verwaltung allgemein, dem Kantonsparlament, Ihrer Fraktion, Ihrer Partei – aber nicht bei Ihren Regierungsratskollegen. Schlägt Ihnen die teils ruppige Stimmung im Regierungsgremium auf den Magen?

Im Gegenteil. Das Nichterwähnen meiner Regierungsratskollegen ist eine reine Unterlassungssünde meinerseits, wofür ich mich entschuldige. Ich spüre, dass wir im Regierungsrat gut unterwegs sind, offener über die Departementsgrenzen hinaus diskutieren als beim ersten budgetlosen Zustand 2012 und als Gremium kompakt auftreten.

Was würden Sie als Ihren grössten Erfolg als Luzerner Regierungsrat bezeichnen?

Dafür ist es noch zu früh. Bisher war das der Seetalplatz in Emmenbrücke, aber auch auf das Projekt Durchgangsbahnhof bin ich stolz.

Und Ihre grösste Niederlage?

(überlegt). Dass das kantonale Energiegesetz bei der ersten Beratung im Kantonsrat nicht durchgekommen ist, hat schon etwas an mir genagt. Und noch steht dazu ein Referendum an.

Sie amten noch knapp eineinhalb Jahre als Regierungsrat. Werden Sie in dieser Zeit zur «Lame Duck», also zur lahmen Ente?

(schmunzelt). Nein, ganz und gar nicht. Im kommenden Sommer werde ich nochmals Regierungspräsident. Das ist für mich eine grosse Motivation. Es gibt auch noch einige Projekte, die ich vorantreiben möchte. Vielleicht nehme ich mir auch die Freiheit, Sachen direkter anzusprechen – schliesslich stehe ich ja nicht mehr zur Wahl.

Ihr erstes Präsidialjahr 2014 haben Sie der Solarenergie gewidmet. Haben Sie schon ein Motto für Ihr zweites Jahr als Primus inter Pares?

Das habe ich noch nicht entschieden.

Was müsste Ihr Amtsnachfolger erfüllen?

Ich würde mich freuen, wenn er die Projekte mit Einsatz weiterführen wird.

Robert Küng (links) 2017 am Fasnachtsanlass Hirsmändig in Flühli. (Bild: Philipp Schmidli)

Robert Küng (links) 2017 am Fasnachtsanlass Hirsmändig in Flühli. (Bild: Philipp Schmidli)

Küng bei seiner Wiederwahl als Regierungsrat 2015 im Luzerner Regierungsgebäude. (Bild: Pius Amrein)

Küng bei seiner Wiederwahl als Regierungsrat 2015 im Luzerner Regierungsgebäude. (Bild: Pius Amrein)

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