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Regio-Express soll ab Ende 2020 in Rothenburg Station halten

Der Bahnhof Rothenburg Station wird nicht nur ausgebaut, sondern künftig gegenüber Rothenburg Dorf bevorzugt. Der Verkehrsverbund kommt damit einem Anliegen der Gemeinde Rothenburg und des Kantons Luzern nach – und verärgert Emmen.
Beatrice Vogel
Am Bahnhof Rothenburg Station soll der Regioexpress künftig halten (Bild), in Rothenburg Dorf nicht. (Bild: Nadia Schärli, Rothenburg, 9. November 2016)

Am Bahnhof Rothenburg Station soll der Regioexpress künftig halten (Bild), in Rothenburg Dorf nicht. (Bild: Nadia Schärli, Rothenburg, 9. November 2016)

Es ist ein langjähriges Anliegen in Emmen: Der Bahnhof Rothenburg Dorf, der auf Emmer Gemeindegebiet liegt, soll stärker durch den Zugverkehr frequentiert werden. Heute hält dort die S1 zweimal pro Stunde in Richtung Luzern/Baar und Sursee. Daneben gibt es noch zwei direkte Busverbindung nach Luzern pro Stunde. Bei allen anderen Busverbindungen muss man umsteigen. Eine unbefriedigende Situation insofern, weil es früher mehr Direktverbindungen gab und die heutigen Linien während der Pendlerzeiten stark ausgelastet sind.

Nun besteht die Möglichkeit, dass der Regio-Express zwischen Luzern und Olten künftig im Raum Rothenburg einen zusätzlichen Halt einlegt. Dies, weil der Halt in Aarburg-Oftringen entfällt. Bereits 2016 hat der Emmer Einwohnerrat ein Postulat überwiesen, das einen Halt des Regio-Express in Rothenburg Dorf forderte. Entsprechend gab der Gemeinderat diese Präferenz an, als der Verkehrsverbund Luzern (VVL) vor rund einem Jahr eine Vernehmlassung durchführte. Doch er stiess auf kein Gehör: Der VVL hat bei den SBB beantragt, den zusätzlichen Halt in Rothenburg Station statt in Rothenburg Dorf zu prüfen.

In Emmen kam dieser Entscheid schlecht an. Die CVP-Fraktion reichte erneut ein Postulat ein, das einen Regio-Express-Halt in Rothenburg Dorf fordert. An der Parlamentssitzung vom 21. Mai wurde dieses einstimmig überwiesen. Doch: Der Mist ist bereits geführt, wie eine Nachfrage beim VVL zeigt. «Gemäss aktueller Planung soll der Regio-Express bereits ab Dezember 2020 in Rothenburg Station halten», sagt VVL-Mediensprecher Romeo Degiacomi:

«Es bräuchte grossen politischen Druck und neue Erkenntnisse, damit dieser Entscheid noch geändert wird.»

Grund für den Entscheid ist die erwähnte Vernehmlassung. Nur die Gemeinde Emmen hat sich für einen Regio-Express-Halt in Rothenburg Dorf ausgesprochen. Die Gemeinde Rothenburg sowie der Kanton Luzern haben den Halt in Rothenburg Station favorisiert. «Die eindeutigen Stellungnahmen veranlassten uns, den Halt entsprechend bei den SBB zu beantragen. Aus unserer Sicht hätten beide Haltestellen ihre Vorteile», sagt Degiacomi. Rothenburg Dorf liegt im Siedlungsgebiet und ist mit aktuell rund 1630 Passagieren pro Tag besser frequentiert. In der Umgebung des Bahnhofs Rothenburg Station hingegen liegt ein Gewerbegebiet, das stark wächst. 2022/23 soll der Bahnhof zudem ausgebaut und mit einem Bushub ergänzt werden.

CVP bereitet Petition vor

Der Entscheid für Rothenburg Station scheint definitiv zu sein. Was will der Emmer Gemeinderat nun unternehmen? «Ich werde mich demnächst mit dem Rothenburger Gemeinderat treffen und Gespräche führen», sagt der Emmer Verkehrs- und Baudirektor Josef Schmidli (CVP). «Denn aktuell brennt es am Bahnhof Rothenburg Dorf.» Die CVP bereitet übrigens derzeit eine Petition vor, nächste Woche will die Partei mit der Unterschriftensammlung beginnen. «Wir möchten auch die anderen Parteien sowie Vereine mit ins Boot holen», sagt CVP-Präsident Christian Meister. Der Bahnhof Rothenburg Dorf habe mehr Potenzial, als die nackten Zahlen zeigen: «Die S1 hat keinen Anschluss in Richtung Zürich und Ob-/Nidwalden. Deshalb nehmen alle den Bus. Mit dem Regio-Express-Halt würden viel mehr Pendler auf den Zug umsteigen», ist Meister überzeugt.

Dass die Gemeinde Rothenburg sich für den Halt in Rothenburg Station ausgesprochen hat, liegt einerseits in der aktuellen Entwicklung des Gewerbegebiets. Andererseits sei der Bahnhof Rothenburg Station ein wichtiger Umsteigeknoten für das Rottal und Neuenkirch, der mit dem Ausbau noch attraktiver werde, begründet Philipp Rölli, Geschäftsführer der Gemeinde Rothenburg. «Zudem kann der Regio-Express die Strassen entlasten.» Die Hoffnung sei, dass die ansässigen Firmen ihre Mitarbeiter verstärkt zum Umsteigen auf den ÖV ermutigen.

Die Passagierzahlen haben in Rothenburg Station prozentual am stärksten zugenommen, «und hier liegt durch die Zunahme an Arbeitsplätzen auch das grösste Potenzial», sagt Rölli. Mit aktuell rund 1450 Passagieren steigen hier mittlerweile nur rund 200 Personen weniger zu und aus als in Rothenburg Dorf:

Passagierfrequenzen der Rothenburger Bahnhöfe

Anzahl Ein-/Aussteiger pro Werktag
Rothenburg Station
Rothenburg Dorf
20082009201020112012201320142015201620172018Jahr0500100015002000

Grundsätzlich hätte man natürlich einen zusätzlichen Halt an beiden Bahnhöfen bevorzugt, so Rölli weiter. «Es wurde aber von Anfang an klar kommuniziert, dass nur ein Halt in Frage kommt.» Insofern sei es aus Sicht der Gemeinde ein Entscheid für Rothenburg Station – und nicht gegen Rothenburg Dorf. Bei Letzterem legt die Gemeinde den Fokus auf den Viertelstunden-Takt bei den Buslinien. Denn: «Da sind wir noch nicht zufrieden.»

ÖV-Angebot wird überprüft

Seit 2016 wurde das ÖV-Konzept im Raum Rothenburg nicht mehr verändert. Da nun der Regio-Express-Halt per Ende 2020 eingeführt wird, soll auch das Busangebot überprüft werden. «Wir werden die Planung im Spätsommer gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden angehen», sagt Romeo Degiacomi dazu. Diese beinhalte eine Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung der gestiegenen Nachfrage. Denn die heutigen Buslinien sind zu den Hauptverkehrszeiten sehr stark ausgelastet und werden teils bereits doppelt geführt. Einzig auf jenen Verbindungen, die nur bis zum Pilatusplatz in Luzern verkehren oder bei denen man in Rothenburg Dorf auf den Zug umsteigen muss, hat es noch freie Plätze.

Bei der S-Bahn ist derzeit kein Ausbau möglich. Degiacomi: «An der Frequenz der S1, die sehr gut ausgelastet ist, lässt sich derzeit nichts ändern wegen der nur zweigleisigen Einfahrtsstrecke in den Bahnhof Luzern.» Erst mit dem Durchgangsbahnhof könne man an einen Viertelstundentakt denken. Immerhin wird ab diesem Dezember die S1 um 18.44 Uhr zwischen Luzern und Sursee mit einem doppelt so langen Zug geführt.

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