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REGION: Für Wasser: Musiker rappt in Mosambik

Viva con Agua sammelt mit unkonventionellen Ideen Geld, um Wasserprojekte zu finanzieren. Von Luzern aus planen die Verantwortlichen nun ein Festival in Afrika. Mit an Bord haben sie Rapper Mimiks und eine grosse Vision.
Christian Hodel
Rapper Mimiks (links) und Geschäftsführer Gregor Anderhub im Luzerner Neubad, dem Geschäftssitz von Viva con Agua Schweiz. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 8. August 2017))

Rapper Mimiks (links) und Geschäftsführer Gregor Anderhub im Luzerner Neubad, dem Geschäftssitz von Viva con Agua Schweiz. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 8. August 2017))

Christian Hodel

christian.hodel@luzernerzeitung.ch

Sein Projekt beruht auf einem Zufall: Der Luzerner Gregor Anderhub (31), Geschäftsleiter von Viva con Agua Schweiz, landet vor gut zehn Jahren in Hamburg in einer Wohngemeinschaft. ­Sein Mitbewohner, der Fussballer Benjamin Adrion vom FC St. Pauli, war 2005 mit seiner Mannschaft im Trainingslager auf Kuba. Er gründet nach seinem Karriereende ein Projekt, mit dem Kindergärten in Havanna mit Trinkwasserspendern versorgt werden: Es war die Geburtsstunde von Viva con Agua.

«Ich war von seiner Idee so begeistert, dass ich das Projekt auch in der Schweiz starten wollte», sagt Gregor Anderhub.

Festival für bis zu 1500 Zuschauer geplant

Also lief der Luzerner im Sommer 2008 vom Stadtteil St. Pauli quer durch ganz Deutschland, zum ­Eröffnungsspiel der damaligen Fussball-Europameisterschaft nach Basel. Hunderte Personen schlossen sich an, 40 000 Euro wurden gesammelt. Ein Jahr später wird Viva con Agua Schweiz gegründet.

Nun, sieben Jahre und Dutzende Projekte später, reist eine Delegation von Viva con Agua vom 25. September bis Anfang Ok­tober nach Mosambik. Mit auf dem Flug: der Luzerner Mundart-Rapper Mimiks (25). «Gemeinsam mit lokalen Musikern mache ich dort einen Song und ein Video», sagt der Rapper, mit bürgerlichem Namen Angel Egli. Zugleich soll in der Hauptstadt Maputo ein Festival für bis zu 1500 Besucher stattfinden, wie Anderhub sagt. «Mit solchen Aktionen wollen wir junge Leute für unsere Idee erreichen.» Ziel sei es, dass Viva von Agua nicht nur in Europa präsent ist, sondern sich auch in den betroffenen Ländern Personen vor Ort für sauberes Trinkwasser einsetzen. Finanziert werde die Reise durch Stiftungen und Partnerorganisationen – nicht mit Spendengeldern, wie Anderhub sagt. Ziel sei es, mit dem Festival Geld zu sammeln, «aber vor allem auch Aufmerksamkeit zu schaffen».

Neben Mosambik ist für 2018 ein Projekt in Nepal geplant. Künstler sollen dort ausstellen und auf die Problematik aufmerksam machen – so etwa der nepalesische Kulturschaffende Aditya, der im Rahmen eines Förderprojekts in den vergangenen Wochen im Kanton Luzern weilte.

Festivals sollen 80 000 Franken einbringen

«Unser Netzwerk wird immer grösser», sagt Anderhub. Inzwischen engagieren sich für sein Projekt mehrere hundert ehrenamtliche Helfer in acht Schweizer Städten. Drei Personen sind bezahlt und arbeiten in Luzern. Sie teilen sich rund 200 Stellenprozente – finanziert durch Stiftungen und Partnerorganisationen. «Jedes Jahr bringen wir rund 250 000 bis 300 000 Franken ­­­­an Spendengeldern zusammen.» Unterstützt werden damit Projekte – etwa der Bau von Brunnen der Entwicklungsorganisation Helvetas Swiss Intercooperation. «Wir überlassen die technische Projektrealisierung den Spezialisten und konzentrieren uns mit innovativen und kreativen Ideen darauf, für die Wasserthematik zu sensibilisieren und damit bereits bestehende Projekte zu ergänzen», sagt Anderhub. Darin ist wohl auch einer der Gründe für den Erfolg der Wasser-Initiative zu finden: nicht eigene Projekte zu lancieren, die einen grossen administrativen Aufwand mit sich bringen und viel Geld verschlingen, sondern auf Bestehendes zu setzen. Bis Ende Sommer sollen rund 80 000 Franken auf Schweizer Festivals zusammenkommen. Besucher können an 30 ausgewählten Open Airs ihren Trinkbecher den Helfern abliefern und spenden so das Pfand an Viva con Agua. Auch in der Stadt Luzern wurde letzten Monat gesammelt. Die Treibhaus-Sommerbeiz wurde von Viva-con-Agua-Freiwilligen geführt und brachte über 20 000 Franken Spenden ein.

Hinweis

Mehr Informationen finden Sie unter: www.vivaconagua.ch

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