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REGION: Geeigneter Standort für die Windenergiegewinnung

Messungen belegen, dass Windanlagen auf dem Lindenberg wirtschaftlich arbeiten würden. In diesen Tagen wird die Windpark Lindenberg AG gegründet, die ein konkretes Projekt ausarbeiten wird.
Der Mast misst Windverhältnisse, Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf dem Lindenberg. (Bild: Cornelia Bisch (23. November 2015))

Der Mast misst Windverhältnisse, Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf dem Lindenberg. (Bild: Cornelia Bisch (23. November 2015))

Schon seit bald zehn Jahren ist die Rede davon, auf dem Lindenberg Windanlagen zu bauen, welche die Region mit erneuerbarer Energie versorgen könnten. Bereits 2008 erfolgten erste Windmessungen durch die private Gesellschaft Windenergie Lindenberg AG mit einem 40 Meter hohen Messmast auf der Müswanger Allmend.

Seit März 2014 werden die Winddaten mit einem 90 Meter hohen Messmast kontinuierlich gemessen. Der Messmast entspricht den gängigen Industriestandards und ermöglicht einen zuverlässigen Nachweis der Windverhältnisse. Gemessen werden die Windrichtung, die Windgeschwindigkeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die ­Resultate zeigten, dass eine wirtschaftliche Produktion von Windenergie auf dem Lindenberg möglich ist. Das Projekt­gebiet wurde in die Richtpläne des Kantons Aargau und des Luzerner Seetals aufgenommen.

Die drei Firmen AEW Energie AG, die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) und die Genfer Stadtwerke (SIG) gründen in diesen Tagen die Windpark Lindenberg AG, um das Projekt gemeinsam voranzutreiben. Die neue Gesellschaft hat den Auftrag, die Machbarkeit eines Windenergieprojekts auf dem Lindenberg unter Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt im Detail zu untersuchen und die erforderlichen Bewilligungsschritte einzuleiten. Für jedes Windparkprojekt mit einer Leistung von über 5 Megawatt – also auch für das auf dem Lindenberg geplante – muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgenommen werden. Zusammen mit der Nutzungsplanänderung erfolgt die UVP im Kanton Aargau, was schätzungsweise über ein Jahr in Anspruch nehmen wird.

Bevölkerung wird eingebunden

Die Bevölkerung und Interessengruppen sollen in die Projektentwicklung mit einbezogen werden. In einer ersten Phase während des kommenden Sommers werden persönliche Gespräche geführt, in einer zweiten im Herbst soll eine Begleitgruppe gebildet werden. «Hier können die verschiedenen Interessengruppen ihre Anliegen einbringen», verspricht die Lindenberg Windpark AG auf ihrer Homepage. «Mitglieder dieser Begleitgruppe werden unter anderem Anwohner, Vertreter aus Behörden, Verbänden, Kommissionen, und weiteren Interessengemeinschaften sein», heisst es weiter. Ziel sei es, eine breit abgestützte Begleitgruppe zusammenzustellen, in der möglichst alle Interessen vertreten seien. Über Ergebnisse wird regelmässig informiert.

Die Gegner der Windanlagen formieren sich derweil in der IG WLH, der Interessengemeinschaft gegen Windpark Lindenberg-Hitzkirch. Sie wehren sich gegen die «Verschandelung und Zerstörung unseres viel gepriesenen Landschaftsbildes, gegen die Gefährdung unseres Grundwassers und der Fauna», wie sie auf ihrer Homepage verlauten lassen. Die Gegner befürchten darüber hinaus akustische Belästigungen sowie einen massiven Wertverlust von Liegenschaften in der Umgebung der Anlagen und zweifeln an deren Rentabilität. Im Rahmen der UVP werden jedoch die meisten dieser Punkte eingehend geprüft.

Detaillierte Prüfung der Auswirkungen

Unter anderem werden die Grundwasserverträglichkeit un­tersucht, der Einfluss auf Landschafts- und Ortsbild sowie die Auswirkungen auf Flora und Fauna, insbesondere auf Vögel und Fledermäuse. Weiter werden die Schall- und Infraschallbildung untersucht sowie der Schattenwurf durch die Rotorblätter der Anlagen. Die Vorab-Einschätzung durch einen Experten ergab, dass ein Windpark aus Sicht des Fledermausschutzes möglich wäre. Die Vogelwarte Sempach erstellte im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt schweizweit Konfliktpotenzialkarten. Auf dem Lindenberg wird das Konfliktpotenzial bezüglich der Brut- und Gastvögel als «klein» und bezüglich des Vogelzugs als «vorhanden» eingeschätzt.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Hinweis

www.windpark-lindenberg.ch

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