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REGION LUZERN: Der schwarze Sack ist tabu

Die Kehrichtabfuhr nimmt schwarze Abfallsäcke nicht mit – selbst wenn eine Sperrgutmarke drauf klebt. Und wussten Sie, dass man kaputte Trinkgläser zum Ökihof bringen muss?
Real Sperrgutmarke der Region Luzern aufgeklebt auf einen neutralen schwarzen Kehrichtsack. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Real Sperrgutmarke der Region Luzern aufgeklebt auf einen neutralen schwarzen Kehrichtsack. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Yves Portmann

Markus Mühlebach aus Luzern staunte nicht schlecht, als er kürzlich bei einer Wohnungsräumung grössere Mengen Abfall entsorgen musste. Er steckte den Abfall in grosse, schwarze Abfallsäcke und klebte Sperrgutmarken drauf. Doch die Kehrichtmänner liessen die Säcke zurück, zusammen mit einem Aufkleber, wonach der Abfall nicht korrekt entsorgt worden sei. Grund: Sperrgutmarken sind nur für Sperrgut, nicht aber für normale Abfallsäcke zulässig. «Hätte ich das Sperrgut ohne Sack deponiert und mit einer Marke versehen, wäre das kein Problem gewesen. Das verstehe ich nicht – es landet ja sowieso alles im Lastwagen», sagt Mühlebach.

«Strikt bei der Durchsetzung»

Martin Zumstein ist der Vorsitzende der Geschäftsleitung des Luzerner Entsorgungsverbands Real und bestätigt das Vorgehen bei der Kehrichtsammlung: «Sperrgutmarken gehören auf Sperrgut und nicht auf Säcke mit anderen Abfällen. Hier sind wir strikt bei der Durchsetzung.» Beim Aufladen sei es für die Mitarbeiter nicht möglich, jeden gewöhnlichen Abfallsack nach allfälligen Sperrgutmarken abzusuchen. Der Aufwand dafür wäre zu gross. Diese Schwierigkeit akzentuiere sich vor allem in Containern mit blauen Gebührensäcken. «Aus diesem Grund gibt es die blauen Gebührensäcke für Abfall und für Sperrgut entsprechende Gebührenmarken. Wir wollen die beiden System klar voneinander trennen», erklärt Zumstein.

Falsch bereitgestellte Abfallsäcke würden mit einem Hinweiszettel versehen. «Werden von uns stehen gelassene Säcke nach der Sammlung nicht weggeräumt oder korrekt entsorgt, versuchen wir, den Verursacher zu eruieren», so Zumstein. Kann der Verursacher ermittelt werden, wird er schriftlich auf die richtige Entsorgung aufmerksam gemacht. «Wir wollen, dass der Abfall korrekt entsorgt wird. Uns geht es nicht darum, jemanden zu schikanieren, sondern den richtigen Weg aufzuzeigen.» Hält sich eine Person wiederholt nicht an die Vorgaben von Real, werde eine Bearbeitungsgebühr nach Aufwand verrechnet. Aber so weit sei es noch nie gekommen, sagt Zumstein.

Kein Essen in den Kompost

Überhaupt kommen Vorfälle mit schwarzen Abfallsäcken im Verbandsgebiet der 22 beteiligten Real-Gemeinden relativ selten vor. Das grössere Problem liegt gemäss Zumstein bei der Grüngut­sammlung: «Immer wieder wird Grüngut in Plastiksäcken in die Container geworfen.» Ausserdem fänden Speiseabfälle, Knochen, Wattestäbchen und Pflanzen samt Töpfen den Weg in die Grüngut­sammlung – dabei wären all diese Sachen nicht erlaubt. Real akzeptiert lediglich Kompost in Form von Rüst- und Gartenabfällen. Auch Kaffeesatz geht als Grüngut durch. Für die Weiterverarbeitung, etwa zu Komposterde, sei die manuelle Entfernung von Verunreinigungen sehr mühsam und kostspielig, sagt Zumstein. «Das grösste Problem ist aber, dass durch verunreinigte Komposterde die Böden mit Kunststoffteilchen belastet werden», so Zumstein. Für das kommende Jahr sei deshalb eine entsprechende Sensibilisierungskampagne geplant.

Bleihaltige Trinkgläser

Auch bei der Glasentsorgung kommt es gemäss Martin Zumstein immer wieder zu Verunreinigungen – wohl unbewusst. Denn was viele nicht wissen: Muss etwa ein zerbrochenes Trinkglas entsorgt werden, darf dieses nicht im Glascontainer landen. «Trinkgläsern ist im Gegensatz etwa zu Weinflaschen Blei beigemischt, und dies führt bei der Wiederverwertung zu Problemen», erklärt Zumstein. Deshalb müssten Trinkgläser genauso wie Spiegel oder Fensterglas korrekterweise im Ökihof entsorgt werden. Dass kaputte Trinkgläser nicht in den Glascontainer gehören, entspricht auch den Richtlinien des Verbands Swiss Recycling. Dort ist übrigens auch festgehalten, dass man Flaschen vor dem Entsorgen ausspülen soll. Und dass bunte Gläser, die sich nicht den Farben grün, weiss oder braun zuordnen lassen, im grünen Glascontainer entsorgt werden sollen.

Hinweis

Mehr Informationen rund um Abfallentsorgung: www.real-luzern.ch, www.swissrecycling.ch

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