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REGION: «Luzern Süd» und «Luzern Nord» sorgen für Kritik

In Emmen, Kriens und Horw stören sich Politiker an den Bezeichnungen für die boomenden Stadtteile. Doch alternative Namen haben mindestens einen Nachteil.
Zentrumsnaher Wohnraum ist gefragt: In Kriens, auf dem Gebiet Luzern Süd, entsteht zurzeit die Grossüberbauung «Schweighof». (Bild: Pius Amrein (Kriens, 27. Juni 2017))

Zentrumsnaher Wohnraum ist gefragt: In Kriens, auf dem Gebiet Luzern Süd, entsteht zurzeit die Grossüberbauung «Schweighof». (Bild: Pius Amrein (Kriens, 27. Juni 2017))

Es sind Gebiete, die aufgrund zahlreicher Bauprojekte zu neuen Zentren werden. Die Rede ist von «Luzern Süd» zwischen Kriens, Horw und Luzern sowie von «Luzern Nord», das Areale auf Stadtluzerner und vor allem Emmer Boden umfasst.

Die Gebiete erstrecken sich über mehrere Gemeinden, verwendet wird jedoch die Bezeichnung «Luzern», ergänzt mit einer Himmelsrichtung. Das sorgt für Diskussionen. Als Erste reichte die Emmer FDP einen Vorstoss ein. Der Begriff «Luzern Nord» sei in der Bevölkerung nicht verankert, kritisierte die Partei. Sie forderte in einem Postulat, die Bezeichnung für Emmer Gebiet nicht mehr zu verwenden (wir berichteten). Das Ansinnen wurde an der Einwohnerratssitzung vom 21. März überwiesen.

In der Folge reichten die SVP-Ortsparteien von Kriens und Horw jeweils Vorstösse zu diesem Thema ein. Exponenten der Partei fühlten sich durch die Verwendung der Bezeichnung «Luzern Süd» für Gebiete ausserhalb der Stadt an die Fusionsbestrebungen erinnert.

Das Krienser Postulat, das vorschlägt, dass sich der Gemeinderat für eine neue Bezeichnung einsetzt, wurde vom Einwohnerrat am 2. November überwiesen. In Horw wurde erst eine Interpellation zum Thema eingereicht. Erstunterzeichner Jörg Conrad hat aber bereits angekündigt, nach deren Behandlung im Einwohnerrat mit einem weiteren Vorstoss nachdoppeln zu wollen.

«Möglichkeiten sind begrenzt»

Wie werden die jeweiligen Postulate in Emmen und Kriens umgesetzt? In letztgenannter Gemeinde ist das noch offen. Emmen dagegen ist schon weiter. «Auf offiziellen Dokumenten der Gemeinde verwenden wir genauere Bezeichnungen wie Viscosi­stadt› oder ‹Seetalplatz›», sagt Gemeindepräsident Rolf Born (FDP). «Das macht auch Sinn. ‹Luzern Nord› ist als Ortsangabe zu unpräzise und umfasst auch Gebiete auf Stadtluzerner Boden. In der Bevölkerung ist der Begriff auch nicht verankert.» Dieser wird jedoch in Dokumenten des Kantons verwendet – etwa im Agglomerationsprogramm. «Beim Agglomerationsprogramm arbeitet der Kanton ja auch mit den Gemeinden zusammen. Da versuchen wir, in den entsprechenden Gremien Einfluss zu nehmen, doch unsere Möglichkeiten sind hier natürlich begrenzt.»

Auch der regionale Entwicklungsträger Luzern Plus verwendet die Begriffe «Luzern Süd» und «Luzern Nord». Häufig, etwa im Horwer Vorstoss, wird die Organisation auch als deren Urheber bezeichnet. Dies entspreche jedoch nicht den Tatsachen, sagt Kurt Sidler, Geschäftsführer von Luzern Plus. «Die Bezeichnungen stammen aus den kantonalen Richtplänen und Agglomerationsprogrammen, wir haben sie von dort übernommen.» Nichtsdestotrotz hält er eine Umbenennung für keine gute Idee. «Aus marketingtechnischen Gründen wäre das nicht ideal. Wir wollen Firmen und Investoren anziehen, da braucht eine Ortsbezeichnung auch eine nationale bis internationale Ausstrahlung», sagt Sidler. Auch ausserhalb des Kantons Luzern ansässige Firmen wie etwa die Stanserhornbahnen verwenden aufgrund der grösseren Ausstrahlung die Bezeichnung «Luzern». Mit Emmen sei aber eine Kompromisslösung gefunden worden. «Wir werden in Broschüren künftig eine Bezeichnung im Sinne von ‹Luzern Nord auf Emmer Gebiet› verwenden», so Kurt Sidler.

Der Begriff «Luzern Nord» wird also weiterhin existieren. Wenn es um überregionale Standortpromotion geht, hat der Emmer Gemeinderat auch nichts dagegen einzuwenden. «Dies betrifft dann jeweils das Entwicklungsgebiet als Ganzes», sagt Rolf Born. Dasselbe treffe zu, wenn es um die übergeordnete Zusammenarbeit geht, etwa im Rahmen des Gebietsmanagements von Luzern Plus.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

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