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REGION SEMPACHERSEE: Wasserverbund Aquaregio wackelt: Fünf Gemeinden zögern noch

Um die Wassersorgung von 14 Gemeinden sicherzustellen, ist 2016 der Verbund Aquaregio gegründet worden. Fünf Gemeinden zögern nun aber, in die geplante Aktiengesellschaft einzusteigen.
Evelyne Fischer
Das Reservoir Rippertschwand, über das die Gemeinde Neuenkirch an die Wasserversorgung Emmen angeschlossen werden könnte. (Bild: PD)

Das Reservoir Rippertschwand, über das die Gemeinde Neuenkirch an die Wasserversorgung Emmen angeschlossen werden könnte. (Bild: PD)

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Die Nähe zum Sempachersee würde es nicht vermuten lassen. Aber: An Spitzentagen kann die Region nur knapp mit Wasser versorgt werden. «Um die Wasserversorgung der wachsenden Bevölkerung auch in Zukunft sicherzustellen, müssen wir handeln», sagt Sacha Heller (FDP), Bauvorsteher von Oberkirch. Er leitet das Projekt Aquaregio Wasser Sursee-Mittelland, das dieses Problem lösen will. Die Idee: 18 Wasserversorgungen von 14 Gemeinden liefern Wasser für 42 000 Bezüger. Zur Versorgungssicherheit sollen so künftig 5500 Kubikmeter Wasser zusätzlich verfügbar sein.

Als erster Schritt wurde im Januar 2016 die einfache Gesellschaft Aquaregio gegründet (siehe Kasten). Bis Ende 2018 soll diese in eine Aktiengesellschaft überführt werden. Mehrheitsaktionäre wären die Wasserversorgungen. Mit 100 000 Franken würden sich die jeweiligen Gemeinden beteiligen. Am Montag startet die Vernehmlassung zu Statuten, Aktionärbindungs- und Sacheinlagevertrag. «Wir planen, die Rückmeldungen bis vor den Sommerferien auszuwerten.» Nachdem ein Vorprojekt die nötigen baulichen Massnahmen aufgezeigt hatte, liess Aquaregio eine betriebswirtschaftliche Analyse erstellen. Auf der Basis dieser Daten entschieden die Gemeinden, ob sie der AG beitreten.

Handlungsbedarf ist nicht überall gleich gross

Nun zeigt sich: Nur 9 der 14 Gemeinden sind dazu bereit – Buttisholz, Grosswangen, Knutwil, Mauensee und Wauwil zögern. «Obwohl sie auch in der Aktiengesellschaft als Partner präsent wären, fürchten gewisse Gemeinden, Eigenständigkeit einzubüssen», sagt Heller. «Andere bevorzugen die Zusammenarbeit mit anderen Regionen.»

Dazu gehören Buttisholz und Grosswangen. Es sei fraglich, ob es Sinn mache, dass alle Gemeinden in der Region Sursee das zusätzliche Wasser vom gleichen Ort – dem Reservoir Rippertschwand der Wasserversorgung Emmen – beziehen, teilte Buttisholz mit. Die beiden Gemeinden wollen sich demnächst definitiv entscheiden. Der Buttisholzer Gemeindepräsident Franz Zemp (CVP) sagt: «Aquaregio wäre eine Zusatzversicherung. Darauf sind wir nicht zwingend angewiesen. Zudem sind die Anlagen der Korporation Buttisholz und der Wasserversorgung Grosswangen AG auf dem neusten Stand.» Der Hauptgrund für das Zögern sei aber die veränderte Ausgangslage. «Ursprünglich war geplant, eine Wasserleitung von Alberswil nach Sursee zu bauen. Das wäre für uns im Rottal ideal gewesen. Doch dies ist nun nur noch langfristig eine Option.» Der Anschluss Richtung Sempachersee erfordere den Bau von zwei Leitungen über den Hügel. «Das bringt viele Kosten mit sich.»

Ähnlich tönt es aus Grosswangen: «Es besteht unsererseits kein akuter Handlungsbedarf», sagt Finanzvorsteher Cornel Erni (FDP). «Wir halten es für sinnvoller, im kleineren Gebiet eine gemeinsame Lösung zu suchen. Die Angst, Identität zu verlieren und weniger mitbestimmen zu können, war gross.» Man wolle auf der heutigen Zusammenarbeit mit Buttisholz aufbauen.

Projektleiter Heller versteht in diesen Fällen die ablehnende Haltung. «Das Gesamtsystem Aquaregio funktioniert so perfekt. Mit Sursee, Beromünster, Oberkirch, Nottwil und Sempach sind die einwohnerstärksten Gemeinden dabei, mit Eich und Schenkon kann der gesamte Ring um den See geschlossen werden. Im Verbund kann man einander aushelfen, die Risiken der Infrastruktur müssen nicht von einem Wasserwerk alleine getragen werden.»

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