Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Region Willisau-Wiggertal hat erfolgreich eine Kurtaxe eingeführt – und will die Gäste bald belohnen

Seit einem Jahr wird in der Tourismusregion Willisau-Wiggertal eine Kurtaxe erhoben. Die Einnahmen kommen den Gästen zu Gute – ein erstes Projekt wird demnächst realisiert.
Niels Jost
Blick auf die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Willisau. (Bild: Philipp Schmidli, 16. Januar 2015)

Blick auf die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Willisau. (Bild: Philipp Schmidli, 16. Januar 2015)

Sie war die letzte Kurtaxen-Bastille im Kanton Luzern: die Tourismusregion Willisau-Wiggertal. Für Übernachtungen wurde hier bis Ende 2017 keine Kurtaxe erhoben – ein Unikum im Kanton. Diese Regelung änderte sich auf das Jahr 2018. Seither werden in der Hotellerie eine Kurtaxe von einem Franken und eine örtliche Beherbergungsabgabe von 50 Rappen erhoben. Hinzu kommt die bestehende kantonale Beherbergungsabgabe von 50 Rappen – total werden also zwei Franken pro Logiernacht aufgeschlagen.

Mit der neuen Erhebung ist Willisau Tourismus «sehr zufrieden», wie Geschäftsführerin Corinne Müller auf Anfrage sagt. «Die Einführung hat im ersten Jahr verständlicherweise noch zu vielen Fragen seitens der Unterkunftsanbieter geführt.» Dies vor allem in Bezug auf den neuen Abrechnungsprozess. Von den Gästen habe man praktisch keine Rückmeldungen erhalten, so Müller.

Geschäftsreisende hinterfragen Kurtaxe

Höchstens bei Geschäftsreisenden hat die neue Abgabe zu Diskussionen geführt. Dies bestätigen diverse angefragte Hotel-Betriebe aus der Region. Im Gasthaus Post in Willisau habe man einzelne Rückmeldungen von Gästen erhalten, die geschäftlich unterwegs waren. Da sie die touristische Infrastruktur kaum brauchen, haben sie die Kurtaxe hinterfragt, heisst es auf Anfrage. Abgesehen davon zieht das «Post» eine positive Bilanz. Gleiches ist von Alex Peter vom Hotel Krone in Luthern zu hören:

«Niemand hat wegen der Kurtaxe reklamiert, und auch der Mehraufwand für die monatliche Abrechnung hält sich in Grenzen.»

Entsprechend hatten die neuen Abgaben bislang auch keine negativen Auswirkungen auf die Gesamtzahl Übernachtungen. In der ganzen Tourismusregion, die 19 Gemeinden umfasst, wurden gemäss Bundesamt für Statistik 35'032 Logiernächte verzeichnet. «Dies bedeutet eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr», freut sich Corinne Müller von Willisau Tourismus.

60'000 Franken Einnahmen im ersten Jahr

Zu betonen gilt, dass in der Statistik von 2018 mehr geöffnete Hotelbetriebe und dadurch auch mehr Betten verzeichnet waren. Nicht berücksichtigt in der Erhebung des Bundes ist die Parahotellerie – dazu gehören Ferienwohnungen oder «Bed & Breakfast»-Angebote. Doch auch diese müssen neuerdings eine Kurtaxe und die örtliche Beherbergungsabgabe entrichten.

Relevant für den künftigen Vergleich der Entwicklung aller taxpflichtigen Logiernächte ist daher die Zahl von Willisau Tourismus: In den 17 Gemeinden der Tourismusregion, wo die neuen Abgaben eingeführt worden sind, wurden 35'595 taxpflichtige Logiernächte verzeichnet. Weitere 9089 Übernachtungen waren von den Abgaben befreit. Dies ist der Fall, wenn Kinder oder dienstpflichtige Militär-, Zivilschutz- oder Feuerwehrangehörige übernachten. Die Einnahmen aus den neuen Abgaben belaufen sich auf knapp 60'000 Franken. Die Gemeinden erhalten die Hälfte der Kurtaxen, der Kanton die Hälfte der Beherbergungsabgaben. Der Rest bleibt bei Willisau Tourismus.

Digitale Gästekarte neu auch in Willisau

Finanziert werden mit den Einnahmen touristische Einrichtungen, Veranstaltungen und Dienstleistungen für die Touristen sowie das örtliche Marketing. Ein erstes Projekt befindet sich laut Müller in Erarbeitung: eine digitale Gästekarte. Eine solche gibt es beispielsweise schon in der Stadt Luzern. Dort können sich Touristen selbstständig registrieren und profitieren in der Stadt von gratis ÖV und von ermässigten Eintritten bei Bergbahnen oder Museen. Willisau lanciert die digitale Gästekarte per 1. Mai. Müller ist überzeugt:

«Die digitale Gästekarte wird den Übernachtungsgästen einen direkten Mehrwert bieten.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.