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Volk sagt nach langem Hin und Her Ja

Vor drei Jahren war das Projekt für ein neues Schulhaus an der Urne gescheitert. Nun sagten die Reider Ja zum 7,82-Millionen-Kredit. Die IG Reiden äussert derweil grosse Bedenken zur finanziellen Lage der Gemeinde.
Roseline Troxler
So könnte das neue Schulhaus dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

So könnte das neue Schulhaus dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

Die Erleichterung ist Gemeindepräsident Hans Kunz (CVP) deutlich anzuhören. Die Stimmbürger haben sich für den Schulhaus-Kredit von 7,82 Millionen Franken ausgesprochen. Etwas weniger als 56 Prozent haben diesen befürwortet, 44 Prozent waren dagegen. 266 Stimmen machten schliesslich den Unterschied aus. Hans Kunz sagt: «In der letzten Woche haben mich viele negative Stimmen erreicht. Das hat Zweifel ausgelöst, ob es reicht. Der Abstimmungskampf hat mich belastet.» Dem Entscheid misst er eine «grosse Bedeutung» bei. «Es ist ein Ruck durch die Bevölkerung gegangen. Das Ja ist ein erster positiver Schritt in die Zukunft.»

«Schüler haben bessere Räume verdient»

Das Schulhaus sei längst nicht mehr zeitgemäss gewesen. Schüler mussten Gruppenarbeiten auf Treppen und im Keller lösen. «Sie haben bessere Räume verdient», so Kunz. Der Neubau soll den Bedarf für die nächsten zehn Jahre decken. In Reiden Mitte entstehen 13 Klassen-, zwei Fachunterrichtszimmer, sechs Gruppenräume, sechs IF-Zimmer, ein Zimmer für Textiles Gestalten, ein Lehrerzimmer und ein Singsaal. Der Baustart ist für Januar 2019 vorgesehen.

Die Parteien, die Bildungs- und die Controllingkommission haben sich für den Kredit ausgesprochen – im Gegensatz zur Interessengemeinschaft Reiden. Sie hat das Projekt vehement bekämpft. IG-Mitglied Markus Schwander sagt auf Anfrage: «Die Zermürbungstaktik des Gemeinderats hat funktioniert. Die Reider haben aus Mitleid für die Schüler Ja gesagt.» Sowohl der Standort wie auch die Kosten für den Bau missfielen der IG Reiden. Es sei praktisch dasselbe Projekt, das 2015 scheiterte, wieder vorgelegt worden. Im März 2015 wurde ein 9,25-Millionen-Kredit an der Urne versenkt. Für Schwander ist es in Reiden «Tradition, dass alle Bauten doppelt so viel kosten». Er verweist auf die Nachbargemeinde. «Der Quadratmeter für das neue Schulhaus in Dagmersellen war halb so teuer.» Schwander meldet grosse Bedenken betreffend Verschuldung an. Diese liegt bei rund 40 Millionen Franken, «mehr als doppelt so viel wie der kantonale Durchschnitt». Schlecht sei auch die Steuerkraft. «Wir befinden uns in einem Abwärtsstrudel, aus welchem wir kaum rauskommen.»

«Eine Steuererhöhung wird in Reiden Thema»

Auch Gemeindepräsident Hans Kunz erwartet grosse Herausforderungen. «Bei diversen Themen haben wir Aufholbedarf.» Dazu zählen das stark defizitäre Schwimmbad, das saniert werden muss, die strategische Ausrichtung des Wärmeverbunds, das Feuerwehrmagazin oder der Bau eines Busterminals. Für Markus Schwander ist klar: «Eine Steuererhöhung wird in Reiden Thema.» Aktuell liegt der Steuerfuss bei 2,30 Einheiten. Für Kunz aber «ruft der Schulhauskredit alleine noch nicht nach einer Steuererhöhung». Dabei handle es sich um die letzte Massnahme, mit der sich die Gemeinde aufgrund der anstehenden Projekte aber werde befassen müssen.

Im Gemeinderat sitzen auch zwei Mitglieder der IG. Kunz erwartet, dass diese, «jetzt, wo der Volkswillen klar ist», das Schulhausprojekt unterstützen. In Reiden tobt schon lange ein Disput zwischen den Parteien und der IG. Auch innerhalb der Exekutive gibt es grosse Konflikte, die öffentlich ausgetragen werden. Aufgrund der schwierigen Zusammenarbeit hat der Gemeinderat entschieden, eine Mediation durchzuführen (Artikel vom 4. Juni). Kunz rechnet nicht damit, dass die Abstimmung einen Einfluss auf die Zusammenarbeit haben wird. Derweil betont Schwander: «Es ist auch künftig unsere Pflicht, die desolate Finanzsituation zu entschärfen. Ansonsten zahlen es unsere Nachkommen.»

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