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REIDEN: Aecherli-Museum lässt Wirtschaftsgeschichte neu aufleben

Die Aecherli AG schrieb mit der Produktion und dem Vertrieb von landwirtschaftlichen Geräten eine Erfolgsgeschichte. 30 Jahre nach dem Konkurs kehren jetzt ehemalige Verkaufsschlager als Trouvaillen nach Reiden zurück.
Ernesto Piazza
Links: Ein Landwirt fährt einen Aecherli Combi Trac. Rechts: Vorstandsmitglied André Leiser im neuen Aecherli-Technik-Museum. (Bilder: PD/Pius Amrein (Reiden, 28. April 2017))

Links: Ein Landwirt fährt einen Aecherli Combi Trac. Rechts: Vorstandsmitglied André Leiser im neuen Aecherli-Technik-Museum. (Bilder: PD/Pius Amrein (Reiden, 28. April 2017))

«Aecherli Technik Museum» steht schlicht an einer Tür im Reider Industriequartier Bruggmatt. Drinnen, einige Stufen tiefer, ist das Geräusch einer Bohrmaschine zu hören. Alfred Leiser, Präsident des im Dezember 2014 gegründeten Vereins Aecherli-Museum tätigt die finalen Handgriffe. «Wir sind bereit», sagt er. Nach zwei Jahren und vielen Frondienststunden bietet das Museum ab heute der breiten Öffentlichkeit Zugang zu Motormähern, Einachsern, Güllensystemen oder Traktoren aus der guten alten Zeit der Reider Aecherli & Co. AG, als sie noch eifrig landwirtschaftliche Geräte produzierte und verkaufte.

In der Zeit um 1950 beschäftigte das 1912 von Josef Aecherli zusammen mit seinem Sohn Fritz gegründete Unternehmen rund 135 Angestellte. Während seiner Blüte mutierte es zum drittgrössten Reider Arbeitgeber. Zu den Kunden gehörten sogar Scheichs aus Dubai. Sie nutzten die damals revolutionären Aecherli-Kolbenpumpen, um in der Wüste das Wachsen von Akazien durch Bewässerung zu ermöglichen.

Von Ende der Fünfziger- bis in die Achtzigerjahre hatte die Firma mit dem Verkauf von Renault-, Porsche- und Aecherli-Traktoren wesentlich zu deren schnellen Verbreitung in der Schweiz beigetragen. Doch 1987 kam für die Firma mit dem Konkurs das Aus. Eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte fand ihr abruptes Ende. «Das Unternehmen verpasste die Rationalisierung», sagt Alfred Leiser zu den Gründen des Niedergangs. Man habe versucht, möglichst alles selber herzustellen, woraus aber zu hohe Lohnkosten entstanden seien. Allerdings, ganz verloren ging das Know-how der Aecherli AG nicht. Einerseits übernahm der damalige Werkstattleiter Hans Meier mit seinem heute in Altishofen ansässigen KMU-Betrieb den Pumpenbereich. Andererseits gingen Verkauf und Reparaturen der Landmaschinen und Traktoren an Alfred Leiser über.

Inserate geschaltet und Ricardo bemüht

«Den Anstoss, ein Museum entstehen zu lassen, gaben vor allem diverse Gespräche mit meinem Cousin André», erklärt Alfred Leiser. «Wir kamen zum Schluss, dass diese Geschichte, welche Reiden über viele Jahre hinweg prägte, nicht in Vergessenheit geraten darf.» Deshalb sollte die Idee möglichst bald umgesetzt werden. «Denn wenn man solche Gedanken zu lange mit sich herumträgt, gehen sie irgendwann verloren.» Nach dem Motto «Jetzt oder nie!» begann die Suche nach alten Gerätschaften. Sukzessive wurden die Spuren von Aecherli-Trouvaillen verfolgt. Man schaltete Inserate, sogar das Internetportal Ricardo wurde dazu bemüht. Mittlerweile kann der rund 55 Mitglieder zählende Verein ungefähr zwei Dutzend Erinnerungsstücke präsentieren. Wobei zur eigentlichen Kerngruppe zirka sieben Personen gehören. Diese trieben das Unterfangen immer wieder voran und machten auch «einige Franken aus dem eigenen Sack locker», wie André Leiser erklärt.

Mit zum Museum gehört auch ein achtminütiger Film. Er veranschaulicht auf eindrückliche Weise die «Aecherli-Geschichte». Dass es ein solches Erinnerungsstück überhaupt gibt, ist ebenfalls Alfred Leiser zu verdanken. Er hat im immensen Fundus von Raritäten gegraben und nach dem Einzug bei Aecherlis im Jahre 1987 entsprechendes Material gefunden und privat aufbewahrt. Der Agrofilmer Markus Gehrig schnitt dann daraus einen Film, der dem Besucher auch vorgeführt wird.

Und mit einem Blick in die Zukunft des Museums sagt André Leiser: «Wir möchten es weiterentwickeln.» Das heisst: Es sei durchaus möglich, dass neben den Aecherli-Raritäten auch mal eine Ausstellung von alten Töffs zu sehen sein wird oder ein Fiat- 500-Treffen stattfindet. Alfred Leiser seinerseits ist glücklich, dass «aus dem ehemaligen schwarzen Kellerloch etwas Sinnvolles entstanden ist».

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Eröffnung des Museums: 29./30. April, jeweils 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist 8 Franken, für Kinder ist er frei. Weitere Informationen unter: www.aecherli-museum.ch

Vorstandsmitglied André Leiser im neuen Aecherli-Technik-Museum. (Bilder: PD/Pius Amrein (Reiden, 28. April 2017))

Vorstandsmitglied André Leiser im neuen Aecherli-Technik-Museum. (Bilder: PD/Pius Amrein (Reiden, 28. April 2017))

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