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Reiden: Badi-Pläne fallen ins Wasser

Die Sanierung war eigentlich schon aufgegleist. Doch nun muss die Badi erneut über die Bücher: Die Gemeinde unterstützt das ausgearbeitete Konzept nicht – weil sie für einen Kredit bürgen müsste.
Niels Jost
Die Badi Reiden muss saniert werden. Doch das Budget für die Sanierung wurde vom Gemeinderat gekürzt – die Verantwortlichen müssen nochmals über die Bücher. (Bild: Manuela Jans-Koch, 16. Juli 2015)

Die Badi Reiden muss saniert werden. Doch das Budget für die Sanierung wurde vom Gemeinderat gekürzt – die Verantwortlichen müssen nochmals über die Bücher. (Bild: Manuela Jans-Koch, 16. Juli 2015)


Vor und hinter den Kulissen der Badi Reiden herrscht derzeit Hochbetrieb. Während sich die Gäste in Scharen im Wasser abkühlen, bleibt die Stimmung bei den Verantwortlichen aufgeheizt. Grund: Der Verwaltungsrat (VR) der Badi Reiden AG, welche vollumfänglich der Gemeinde gehört, hat während eines Jahres an einem Konzept für die Sanierung der Badi gearbeitet. Ziel war es, dass die Bevölkerung im September darüber abstimmen kann.

Doch der Urnengang wird nun definitiv verschoben; die Verantwortlichen müssen das Konzept erneut überarbeiten. «Anlässlich einer Sitzung vom 16. Juli entzog uns der Gemeinderat seine Unterstützung für das von uns favorisierte Konzept und forderte, dass das aktuelle Projekt einem deutlich tieferliegenden und maximalen Kostenbetrag anzupassen sei», schreibt der Badi-VR in einer Mitteilung. Die konkreten Gründe werden im Communiqué nicht aufgeführt. Auch für eine Stellungnahme waren die ferienabwesenden Verantwortlichen gestern nicht erreichbar.

Fünf Millionen Bankkredit

Aufklärung bringt Willi Zürcher. Der Vizegemeindepräsident (FDP) sagt: «Ende Juni hat der Gesamtgemeinderat erfahren, dass die Badi Reiden nur dann einen Bankkredit erhält, wenn die Gemeinde dafür bürgt.» Zur Erinnerung: Geplant war, die Badi für rund 9,5 Millionen Franken komplett zu sanieren. Die Badi Reiden AG wollte sich von den Banken Kredite im Umfang von mindestens 5 Millionen sichern.

Das Geld wollen die Banken der Badi nun aber offenbar nur dann gewähren, wenn die Gemeinde dafür bürgt. Sprich: Würde die Badi dereinst Konkurs gehen, müsste die öffentliche Hand den Kredit zurückzahlen. Für den Gemeinderat sei das ein hohes Risiko, welches noch nicht politisch diskutiert wurde, sagt Zürcher. «Diese politische und finanzielle Verantwortung kann der Gemeinderat nicht auf die Steuerzahler abschieben.»

«Es liegt nun an der Badi Reiden, das Konzept an den vorhandenen finanziellen Mitteln anzupassen.»

Willi Zürcher, Vizegemeindepräsident Reiden

Der Entscheid des Gemeinderates ist insofern nachvollziehbar, weil die Finanzlage Reidens angespannt ist. Die Schulden der 7000-Einwohner-Gemeinde betragen rund 40 Millionen Franken und liegen deutlich über dem kantonalen Durchschnitt. Besserung ist nicht in Sicht. Schliesslich stehen neben der Sanierung der Badi andere, dringend notwendige Projekte im Fokus. So etwa der Schulhaus-Neubau. Dem dafür notwendigen Kredit von 7,82 Millionen Franken haben die Bürger am 10. Juni zugestimmt.

Badi befürchtet schmäleres Angebot

Was die finanzielle Schieflage und der Entscheid des Gemeinderates für die Badi bedeutet, beschreibt der Verwaltungsrat so: «Nun sind wir vom Gemeinderat dazu angehalten, ein neues Konzept auszuarbeiten, das eine Etappierung der Sanierung ermöglicht und deutlich tiefere Kosten aufweist.» Dadurch könne man nicht mehr jene Lösung umsetzen, welche auch die höchsten Erträge verspricht, «was sich langfristig auf einen höher ausfallenden Betriebsbeitrag durch die Gemeinde Reiden auswirken könnte». Denn wichtige Einnahmequellen wie der geplante Spa-Bereich, ein zu vermietender Mehrzweckraum und Stellplätze für Wohnmobile, könnten dem neu zu erarbeitenden Konzept entfallen. «Das Angebot würde dadurch geschmälert und weniger attraktiv.»

Dazu Willi Zürcher: «Es liegt nun am Verwaltungsrat der Badi Reiden AG, das Konzept an den vorhandenen finanziellen Mitteln anzupassen und allfällige Betriebszweige nochmals zu überdenken.» Laut Zürcher steht der Gemeinderat zur Badi und will keine Schliessung oder Rückbau. «Wir haben bei 15 umliegenden Gemeinden für finanzielle Unterstützung geweibelt. Wir alle sind interessiert daran, eine möglichst finanziell tragbare und schnelle Lösung auf dem Tisch zu haben.»

Bis das überarbeitete Konzept vorliegt, dürfte es aber dauern. Wie der Verwaltungsrat mitteilt, will er die Arbeit hierfür erst Mitte August aufnehmen.

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