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Reiden: Bürger stehen bei der Badi-Abstimmung vor kniffligem Entscheid

Am 31. März stimmen die Bürger ab, ob Reiden weiter ein Schwimmbad besitzt. Und der Gemeinderat beteuert: Eine Zustimmung zur Vorlage hat keine Steuererhöhung zur Folge.
Ernesto Piazza
Gemeinderat Willi Zürcher (links) und Badi-Verwaltungsrat Pius Schumacher hoffen, dass das Volk der Badi-Vorlage zustimmt. (Bild: Boris Bürgisser (Reiden, 31. Januar 2019))

Gemeinderat Willi Zürcher (links) und Badi-Verwaltungsrat Pius Schumacher hoffen, dass das Volk der Badi-Vorlage zustimmt. (Bild: Boris Bürgisser (Reiden, 31. Januar 2019))

Das Lokal war passend gewählt: In der Cafeteria der Badi Reiden informierten die Verantwortlichen über das Geschäft, welches am 31. März dem Volk an einer Doppelabstimmung vorgelegt wird. Der Souverän hat zu entscheiden, ob er das präsentierte Sanierungsprojekt über 7,3 Millionen Franken und damit den Weiterbetrieb von Hallen- und Freibad befürwortet. Oder ob er einer Stilllegung und dem damit verbundenen Abbruch zustimmt. Hierfür beträgt der Sonderkredit 2,5 Millionen Franken.

«Wir haben genug geplant und diskutiert. Jetzt muss die Bevölkerung entscheiden», brachte es Ratsvizepräsident Willi Zürcher (FDP) auf den Punkt. In der Tat: Seit mehr als zweieinhalb Jahren ist die Zukunft der Badi in der Gemeinde ein Thema.

Entscheidet sich der Bürger für eine Sanierung, wird diese beim Freibad sanft erfolgen. Davon betroffen wären vor allem die sicherheitsrelevanten Komponenten, wie der punktuelle Ersatz der teilweise über 40-jährigen Badetechnik. Zudem wird der Sprungturm teilerneuert.

Im Hallenbad ist der Eingriff umfassender. Denn neben der Installation einer zeitgemässen Schwimmbadinfrastruktur, der Erneuerung von Umkleidekabinen, Duschen und Sanitäranlagen sind auch der Ersatz der Badewassertechnik sowie energetische Massnahmen betroffen. Zudem wird die Sauna erneuert und erweitert. Die Cafeteria soll einladender gestaltet werden. «Wir wollen eine einfache und schmackhafte Küche für den kleinen Hunger bieten», so Badi-Verwaltungsrat Pius Schumacher. Geplant ist auch ein Erlebnisspielplatz, der gemeindeübergreifend ausstrahlen soll. Einen neuen Mehrzweckraum will man fremd vermieten – beispielsweise einer Kita, für ein Tanzstudio oder als Indoorspielplatz.

«Wir haben die Zahlen defensiv eingesetzt»

Der Kapitalbedarf bei einer Sanierung beläuft sich – wie erwähnt – auf 7,3 Millionen Franken. Davon entfallen 5,9 Millionen auf das Hallenbad, der Rest betrifft das Freibad und die Umgebungsgestaltung. Wobei Schumacher erklärte: «Der Weiterbetrieb von Hallen- und Freibad ist die einzige wirtschaftlich vernünftige Variante.» In dem Zusammenhang erarbeiteten die Verantwortlichen mit einem externen Beratungsunternehmen einen Finanzplan. Im dazugehörenden Bericht wird die Umsetzung des Projekts als realistisch und finanziell tragbar beurteilt. Und Schumacher sagte: «Wir haben die Zahlen defensiv eingesetzt.» Bei den 7,3 Millionen steuert die Gemeinde Reiden 2,5 Millionen bei – und beabsichtigt damit das Aktienkapital von heute 100 000 Franken aufzustocken. Vier Millionen kommen von einem Bankdarlehen, das mit einer Solidarbürgschaft der Gemeinde Reiden gesichert ist. Total 600 000 Franken steuern fünf umliegende Kommunen bei. 200 000 Franken stammen aus Beiträgen von Dritten.

Sonderkredit beträgt insgesamt 16,05 Millionen

Obschon die Sanierung 7,3 Millionen kostet, muss der Reider Bürger letztlich über einen Sonderkredit von 16,05 Millionen Franken abstimmen. Dies deshalb, weil das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 volle Kostentransparenz verlangt. So setzt sich dieser Betrag einerseits aus der Aktienkapital-Erhöhung der Gemeinde Reiden (2,4 Millionen) und einer Solidarbürgschaft von ihr gegenüber der finanzierenden Bank sowie fünf Kommunen (4,6 Millionen Franken) zusammen. Andererseits muss der kapitalisierte Betriebsbeitrag von 8,6 Millionen berücksichtigt werden. Dieser resultiert aus dem jährlichen Reider Gemeindebeitrag von 430 000 Franken – multipliziert mit der Leistungsdauer von 20 Jahren. Bisher zahlte Reiden pro Jahr 350 000 Franken an den Badi-Betrieb. Zudem muss buchhalterisch ein Baurechtszins von 450 000 Franken (für 30 Jahre) eingerechnet werden. Diese Summe habe aber keinen Einfluss auf die laufenden Kosten der Gemeinde, erklärte Willi Zürcher. «Letztlich belastet die Badi-Sanierung die Erfolgsrechnung der Gemeinde zusätzlich mit dem erhöhten Betriebskostenbeitrag von jährlich 80 000 Franken.» Diese Konstellation allein sei also kein Kriterium für eine Steuererhöhung. «Dieses Szenario müsste herangezogen werden, wenn die neue Badi nicht so läuft, wie geplant.»

Und weiter betonte der FDP-Gemeinderat klar: «Bei der Vorlage geht es nicht um eine Steuerfussabstimmung.» Darüber werde jeweils im Rahmen der Budget-Gemeindeversammlung entschieden.

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