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Reiden: Der Prominenz gings an den Kragen

Eine Fasnachtstradition erfreut sich in Reiden jeweils am Abend des Schmutzigen Donnerstags grosser Beliebtheit: das Vortragen der Schnitzelbänke. Fünf Gruppen ziehen durch die Beizen von Reiden, Reidermoos und Richenthal und geben ihre satirischen Sprüche zum Besten.
Monika Van De Giessen
Schnitzelbank im Restaurant Sonne in Reiden. Auf dem Bild zu sehen sind die «Ploudertäsche 2013». (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Schnitzelbank im Restaurant Sonne in Reiden. Auf dem Bild zu sehen sind die «Ploudertäsche 2013». (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Dabei wird die Cervelat-Prominenz, die lokale und nationale «Classe poli­tique» witzig, geistreich und frech durch den Kakao gezogen. Die bissigen Verse wurden von einigen Gruppen mit einer Zeichnung illustriert. Fast vier Stunden zog sich der Sprüche-Marathon hin – für einige Besucher ging das Ganze, bei nur fünf Gruppen, etwas gar zu lange.

Fünf Gruppen mit klingenden Namen wie: Giftpschrötze, Rübis & Stübis, Bigoudis, Ploudertäsche und Blächschade nahmen so ziemlich alles und alle aufs Korn. Ihr Zehn-Jahre-Bühnenjubiläum feierten dabei die Ploudertäsche, hinter denen Petra und Dominik Kneubühler, Claudia Kunz und Ueli Zemp stehen. Sie sangen ihre Verse zur Melodie des «Schacher Seppli».

Nichts und niemand wurde verschont: weder die klugen Köpfe der SVP, die etwas zu klein geratene Fasnachtsplakette der Reidner Fasnachtsgesellschaft («schribed Sie de das ned», versuchte mich ein Mitglied des Vorstandes zu beeinflussen und kramte die «megaherzig kleine» Plakette aus der Tasche hervor) und das Hickhack um die Teilnahme der Heilsarmee beim bevorstehenden «Grand-Prix-Eurovisions-Tralala-Gejohle». Die leidige Eurokrise wurde von den Ploudertäsche träf und witzig mit der Reidner Gemeindekasse in Verbindung gebracht: «Europa wankt, e Krise droht – im Süde eschs ganz schlemm, Italie, Spanie, Portugal – die schtecke det zmetzt drenn. Ou d Grieche setze toif im Dräck – doch tued sy das ned quäle, die lache wäg dem betzli Mönz – wo de Reider Kasse fähle.»

Sportlich topaktuell präsentierte sich die Gruppe Rübis & Stübis; die die erfolglose Schweizer Herren-Skinati und die ehemalige Skirennfahrerin Vreni Schneider mit ihrem Song «Ä Kafi am Pistenrand» aufs Korn nahmen: «Öise Borschte uf de Schii, mache e schlächti Falle, wie mer Bögli fahrt, tüend die ned schnalle. För ois esch s klar, die send doch dörenand, wöu s Vreni Schneider singt jo, vo Kafi am Pischterand.»

Als Gemeindepräsident von Reiden war Hans Luternauer aufgrund der Gemeindefinanzen ein willkommenes Sujet. Die zwei Bigoudis aus Brittnau gaben noch einen drauf: «Wo mir zwöi sy i d Migros gloffe, hei mir de Luternouer troffe, hingerem Gstöll isch är am Flueche, und tuet verzwiflet s Budget sueche.»

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