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REIDEN: Eine Dorffasnacht erfindet sich neu

Gleich sechs Frauen bilden den neuen Vorstand der Fasnachtsgesellschaft Reiden. Das bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch viel Arbeit mit sich – denn die Fasnacht wird totalsaniert.
Das wohl einzige reine Frauen-OK der Luzerner Fasnacht. Vorne in der Mitte: Präsidentin Rita Stanger. (Bild: Boris Bürgisser (Reiden, 17. Januar 2018))

Das wohl einzige reine Frauen-OK der Luzerner Fasnacht. Vorne in der Mitte: Präsidentin Rita Stanger. (Bild: Boris Bürgisser (Reiden, 17. Januar 2018))

Es ist eine Seltenheit, auch im Jahr 2018: Der Fasnachtsgesellschaft Reiden (FGR) stehen neu gleich sechs Frauen vor. Männer sucht man bei den Organisatoren vergebens. «Das hat sich so ergeben», sagt Präsidentin Rita Stanger fast schon entschuldigend, um aber gleich anzufügen: «Ich glaube, solch geballte Frauenpower gibt es sonst in kaum einem Fasnachts-OK.»

Der Vorstand der FGR hat sich auf die aktuelle Fasnacht hin neu zusammengesetzt. Und damit gehen viele Änderungen einher – denn die etwas eingeschlafene Dorffasnacht soll neu belebt werden. «Zentral ist, dass wir den Umzug vom Güdisdienstag auf den Freitag vorverlegen», führt die 52-jährige Visagistin und Maskenbildnerin aus. Es habe sich gezeigt, dass in den vergangenen Jahren immer weniger Leute die ganze Fasnacht über frei nehmen würden. Mit dem Resultat, dass der Fasnachtsdienstag nur mehr mässig zieht, vor allem am Abend. «Die Zeiten, wo man mit einem Kater am Mittwoch arbeiten ging, sind vorbei.»

Gerade auch die positiven Reaktionen der Wagenbauer und Guuggenmusigen – in Reiden sind die Wegerepflotscher und die Schlömpf zu Hause – würden zeigen, dass man mit dem neuen Umzugstermin auch dem Bedürfnis nach einer richtigen Dorffasnacht Rechnung tragen kann. Das schlägt sich auch in Zahlen nieder: Waren es im vergangenen Jahr noch 10 angemeldete Wagen- und Sujetnummern, sind es heuer 19, plus 3 Guuggen. «Das ist ein fantastischer Start für uns», so Stanger.

Dafür verantwortlich dürfte auch sein, dass rund um den Umzug herum die Dorffasnacht zünftig ausgebaut wird. Sie startet bereits am Donnerstag mit der Tagwache um 6 Uhr, um 11 Uhr wartet ein Apéro auf die Fasnächtler, am Mittag der Narrenschmaus in der «Sonne», die zu einem Dreh- und Angelpunkt wird. Nach dem Kinderumzug ziehen am Abend die verschiedenen Schnitzelbankgruppen durch die Beizen und Restaurants.

Luftschlangen am Christbaum

Am Freitag folgen an der Dorffasnacht zwei weitere Höhepunkte, der Umzug und der «Schlompfball», der um 19.30 Uhr beginnt.

Für Rita Stanger und ihr Team bedeutet der Relaunch der Fasnacht in Reiden einen Heidenaufwand. «Seit zwei Monaten ist das ein 100-Prozent-Job. Meine Familie witzelte schon, es sei ein Wunder, dass an Weihnachten keine Luftschlangen am Christbaum hingen», sagt sie mit einem Lachen und ergänzt: «Ohne meine Familie könnte ich das gar nicht tun.» Diese teilt die Leidenschaft der Mutter: Seit 13 Jahren wirken Stangers aktiv in einer Wagenbaugruppe mit. Auch die drei erwachsenen Kinder packt das Fieber immer wieder. Alle hätten mitgeholfen – tatkräftig und moralisch –, damit heute die Flyer mit dem Fasnachtsprogramm gedruckt sind. Auch die Kostüme des OK sind eben fertig geworden. Darauf gehört natürlich auch die Plakette angepinnt, die einen Clown zeigt, der auf die Pauke haut. Das sollen die Fasnächtler auch dieses Jahr in Reiden, an einem neuen Datum, mit neuem Schwung und noch mehr Frauenpower. Rita Stanger und ihr Team sind bereit: «Wir freuen uns extrem darauf.»

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

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