REIDEN: Hans Kunz wird neuer Gemeindepräsident von Reiden

Die CVP stellt nach dreijähriger Durststrecke wieder ein Exekutivmitglied. Damit verhindert sie zwar die IG-Ratsmehrheit. Doch auf den neuen Präsidenten wartet ein Aufgabenberg.

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Hans Kunz (65) im Garten des Landhauses zum Lerchenhof, wo seine Wahlfeier stattfand.

Hans Kunz (65) im Garten des Landhauses zum Lerchenhof, wo seine Wahlfeier stattfand.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Reiden hat gewählt: Hans Kunz (CVP, 65) heisst der neue Gemeindepräsident. Er setzte sich mit 1039 Stimmen gegen Markus Schwander («Aufbruch Reiden», IG Reiden) durch. Damit hat die CVP nach dreijähriger Abstinenz wieder ein Mandat im Gemeinderat und verhindert eine IG-Exekutivmehrheit. Auf Schwander entfielen 816 Stimmen. Vereinzelte kamen auf insgesamt 133 Voten. Die Stimmbeteiligung lag bei 48,19 Prozent. Die Wahl war nötig geworden, weil Beat Steinmann (FDP) sein Amt Ende November nach lediglich 64 Tagen aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte.

Eine gewisse Enttäuschung sei selbstverständlich da», sagte Markus Schwander gestern Mittag kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses. «Wer verliert schon gerne?» Trotzdem habe er ein «ansprechendes Resultat» erreicht. Wo die Gründe für dieses Verdikt lagen, vermag er im Moment aber noch nicht zu sagen. Er glaubt aber: «Viele Stimmbürger wollten offensichtlich die CVP wieder im Gemeinderat.»

Politisch weiter mit aktiver Stimme auftreten

Dass mit dieser Wahl die politischen Gräben in Reiden zugeschüttet werden könnten, bezweifelt Schwander allerdings. Und mit der neuen Konstellation im Gemeinderat werde es wohl noch eine Spur schwieriger, vermutet er. Nicht zuletzt, weil «ja eine Strafanzeige gegen Hans Kunz wegen Amtsgeheimnisverletzung im Raum steht.» Politisch will Schwander trotz der verlorenen Kampfwahl ums Gemeindepräsidium weiter mit einer aktiven Stimme auftreten. Doch erst geht es für ihn heute für 14 Tage nach Andalusien in die Ferien.

Für Hans Kunz war es bis zuletzt «ein offenes Rennen.» Umso glücklicher sei er, dieses gewonnen zu haben. «Ich bin auch erleichtert», sagt er, «denn nun kann ich damit beginnen, aktiv im Gemeinderat mitzugestalten». Nach einer gewissen Einarbeitungszeit – der neue Reider Gemeindepräsident wird das Amt spätestens am 1. August antreten – will er die Exekutive wieder einen. «Ich habe als Präsident der Controlling-Kommission die Spannungen im Rat ebenfalls gespürt», so Kunz. Nötigenfalls will er auch als Mediator wirken.

Strafanzeige? «Ich habe nichts erhalten»

Das Gremium müsse verlässlicher, kalkulierbarer und nach aussen transparent daherkommen, betont er weiter. «Eine Mehrheit der Wählenden traut mir das offensichtlich zu.» Zudem will Kunz dafür sorgen, dass Reiden eine Gemeindestrategie bekommt. Weiter ist für ihn das Führungsmodell wichtig. In diesem Zusammenhang blicke er gespannt auf die Vernehmlassungsresultate. «Das Vorgehen bei der Badi ist aufgegleist.» Beim fehlenden Schulraum will Kunz künftig «auf Container verzichten». Und wie sieht es mit der angeblichen Strafanzeige aus? «Ich habe nichts erhalten», so der neue Gemeindepräsident gestern.

Markus Schwander (61, «Aufbruch Reiden»). (Bild: PD)

Markus Schwander (61, «Aufbruch Reiden»). (Bild: PD)