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REIDEN: Reidener Gemeinderat ändert Strategie

Das Schulhausprojekt soll im Juni erneut an die Urne. Dabei wird den Stimmbürgern eine plötzlich viel teurere Variante vorgelegt. Das hat zwei Gründe.
Ernesto Piazza
Blick auf Reiden im Kanton Luzern. (Bild: Jakob Ineichen (Reiden, 3. Januar 2016))

Blick auf Reiden im Kanton Luzern. (Bild: Jakob Ineichen (Reiden, 3. Januar 2016))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Reiden vollzieht einen doch eher überraschenden Strategiewechsel. Entgegen dem gemäss dem Gemeinderat «abstimmungsreif vorliegenden» 6,29-Millionen-Projekt für neuen Schulraum will er zurück, wo er zumindest kostenmässig bereits einmal war. Am 8. März 2015 hatte das Volk einen 9,25-Millionen-Kredit für einen Massivbau abgelehnt.

Im Juni 2018 soll der Souverän an der Urne über ein Projekt entscheiden, welches im Moment zwar noch nicht ausgereift sei, so Gemeinderat Bruno Geiser (SVP) an der gestrigen Medienkonferenz, jedoch gegen 10 Millionen Franken kostet. Die neue Variante sieht einen fünfgeschossigen Vollausbau vor. Dieser soll, wie bisher geplant, in Reiden Mitte zu stehen kommen. Der Gemeinderat geht davon aus, die Räume auf das Schuljahr 2020/21 beziehen zu können und damit den Bedarf bis ins Jahr 2030 zu decken.

Doch wo liegen die Gründe für diese Kehrtwende bei der Reider Exekutive? Die Schülerzahlen würden gemäss der Luzerner Statistik Lustat in den kommenden Jahren permanent ansteigen, erklärte Geiser. «Diese Angaben decken sich übrigens auch mit unseren Prognosen. Zudem fehlt uns schon heute Schulraum.» Des Weiteren sucht Reiden für die Finanzierung einen Investor (wir berichteten). Bei dieser Ausgangslage mache es keinen Sinn in zwei Etappen – wie ursprünglich als Option angedacht – zu bauen, betonte Geiser.

Dass sich die Gemeinde überhaupt mit der Möglichkeit auseinandersetzt, das Gebäude mittels Investor zu realisieren, ist der finanziellen Schieflage geschuldet (siehe Kasten). Schon jetzt beansprucht Reiden rund 40 Millionen an Krediten. Berücksichtigt man die anstehenden Investitionen, beispielsweise für diverse Sanierungen, kommen weitere rund 20 Millionen dazu. «Bei dieser Ausgangslage können wir uns ein Schulhaus schlicht nicht selber leisten», betonte Finanzvorsteher Bruno Aecherli (IG Reiden).

Gemeindepräsident Kunz: «Haben keinen Plan B»

Das neue Projekt baut auf der besagten 6,29-Millionen-Variante auf. Im Vergleich zur Version, welche 2015 an der Urne Schiffbruch erlitt, würden die Räume von 13 auf deren 17 aufgestockt. Das Gebäude werde ungefähr gleich viel kosten, aber architektonisch etwas anders aussehen, so Geiser. Weiter geht er davon aus, «dass Reiden ab Schuljahr 2021/22 provisorien- respektive containerfrei sein wird».

Bereits aufs Schuljahr 2018/19 fehlen insgesamt vier Schulzimmer für Kindergarten/Primarschule sowie Sekundarschule, steht in der Medienmitteilung. Für Geiser steht fest: «Es geht darum, die aktuellen Brandherde zu löschen. Wir wollen keine Luxuslösung.» Bei der geplanten Variante dürften in einer ersten Phase zwar einige Räume leer stehen. Doch der Bildungsvorsteher geht davon aus, «dass sie schnell gefüllt werden». Eine deutliche Absage erteilte Geiser gestern den immer wieder aufkeimenden Diskussionen eines Modulbaus. «Wir haben geprüft und festgestellt, dass so ein Projekt nicht günstiger ist als ein Massivbau.» Und weiter fügte er an: «Irgendeinmal müssen wir aufhören, zu planen.»

Bis Ende November sollen die Fakten für das neue Projekt auf dem Tisch liegen. So, dass die Investorensubmission durchgeführt werden könne, sagte Geiser. Er hofft, dass der Gemeinderat bis im nächsten Frühling über die Finanzierungsform entscheiden kann. Am 10. Juni will die Exekutive mit dem Projekt an die Urne. Nur: Sollte sich keine externe Lösung finden lassen, «dürfte es sehr schwierig werden, in Reiden ein Schulhaus zu bauen», ist sich Geiser bewusst. Aber was dann? Diesbezüglich sagte Gemeindepräsident Hans Kunz (CVP): «Wir haben keinen Plan B.»

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