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REIDEN: Wilder Kandidat erhält viel Rückenwind

Vier Mandate sind im Gemeinderat noch offen – darunter das Präsidium. Für dieses haben sich die Ortsparteien eine Strategie zurechtgelegt.
Evelyne Fischer
Noch ist offen, wer in Reiden künftig das Sagen hat. Blick auf die Kommende in Reiden. (Bild: Dominik Wunderli)

Noch ist offen, wer in Reiden künftig das Sagen hat. Blick auf die Kommende in Reiden. (Bild: Dominik Wunderli)

Evelyne Fischer

Das Wahlkarussell dreht weiter: Fest im Sattel sitzt derzeit nur der Bisherige Bruno Aecherli (45). Der Präsident der überparteilichen Interessengemeinschaft IG Reiden erreichte mit 1047 Stimmen als Einziger von zehn Kandidaten das absolute Mehr von 962 Stimmen. Vier Räte müssen noch gekürt werden – darunter das künftige Zugpferd. Kronfavoriten fürs Präsidium sind Aecherli und Beat Steinmann (43): Der wilde Kandidat kam mit 482 Stimmen erstaunlich weit und will nun für die FDP ins Rennen steigen (Ausgabe von gestern).

IG-Kandidatin mischt vorne mit

Heute haben FDP und SVP im Gemeinderat je zwei Mandate inne, die IG eines. Dies könnte sich ändern. Esther Steinmann-Neeser (IG) darf sich in der Poleposition wähnen. Die Tierärztin erzielte am Sonntag 934 Stimmen. «Ein grosser Vertrauensbeweis», sagt die 53-Jährige. Für ihre Wähler trete sie gerne nochmals an. «Da ich im Dorf verwurzelt bin und mich mit einer Gemeindeinitiative bereits erfolgreich für Reider Schüler engagiert habe, bin ich keine gänzlich Unbekannte. Ich erhoffte mir daher, nicht allzu weit hinten zu landen.» Wie alle Kandidatinnen konnte sie auf einen Frauenbonus zählen. Zudem dürfte es Support aus dem FDP-Lager gegeben haben: Diese vertrat Steinmann von 2003 bis 2012 in der Schulpflege. Heute sitzt sie als Aktuarin im Vorstand der IG. «An meiner liberalen Gesinnung hat sich nichts geändert. Ich will aber keine Parteisoldatin sein, sondern transparent Sachpolitik betreiben.»

SVP: Wackelt einer von zwei Sitzen?

Vergebens auf eine Wiederwahl im ersten Anlauf gehofft hat Bruno Geiser (SVP) aus Langnau. Mit 933 Stimmen hat der 40-Jährige, der in der Telekommunikation tätig ist, das absolute Mehr knapp verpasst. «Klar bin ich enttäuscht. Angesichts der Kandidatenfülle musste ich aber damit rechnen, nicht im ersten Wahlgang bestätigt zu werden», sagt Geiser. «Das knappe Resultat zeigt immerhin, dass es keine Abstrafung der Wähler war.» Er will erneut antreten. Offen bleibt, ob er dann wieder auf jenes Komitee zählen kann, das mit einer Liste für die Kandidaten der CVP, FDP und SVP geworben hat. «Diese hat mir sicher geholfen. Letztlich steht bei Gemeindewahlen aber die Person im Vordergrund, nicht das Parteibuch.»

Im Kampf ums Präsidium steht die SVP mit den schlechtesten Karten da. Kandidat und Ortsparteipräsident Robi Arnold (223 Stimmen) aus Mehlsecken zieht sich darum zurück. «Die SVP wird im zweiten Wahlgang Bruno Geiser als Mitglied und Beat Steinmann als Präsident unterstützen.» Gibt sie ihren zweiten Sitz also kampflos ab? «Die SVP ist immer für eine Überraschung gut.» Fest steht: Adrian Meyer (SVP), der als Mitglied kandidiert hat, stellt sich nicht mehr zur Verfügung. Ob sich Arnold als solches bewirbt, kommentiert er nicht.

FDP: Wilder Kandidat ist «valabel»

Wie die SVP will auch die FDP morgen nominieren. Für Kandidat Willi Zürcher (FDP, 34) aus Reiden steht fest: «Ich habe im ersten Anlauf mit 840 Stimmen ein schönes Resultat erzielt und stehe weiterhin zur Verfügung. Als Viertplatzierter sind meine Wahlchancen intakt.» Zürcher arbeitet als Laborleiter und führt zugleich die FDP-Ortspartei im Co-Präsidium. Ob er dieses bei einer Wahl behalten würde, lässt er offen. Als Co-Präsident sagt er: «Oberstes Ziel ist es, dass die FDP weiterhin im Gemeinderat vertreten ist. Natürlich wäre es wünschenswert, die bisherigen zwei Mandate zu halten.» Die Versammlung entscheide, ob die FDP mit Beat Steinmann («unserem Wunschkandidaten») offiziell das Präsidium verteidigt. «Sein gutes Abschneiden zeigt, dass er eine valable Persönlichkeit für diesen Posten ist.» Die Schützenhilfe von SVP und FDP kommt bei Steinmann gut an: «Die breite Akzeptanz stimmt mich zuversichtlich.»

CVP will in Exekutive zurück

Die CVP hat ihre Pläne für den zweiten Wahlgang bereits geschmiedet: Sie setzt auf Vizepräsidentin Petra Wüest (602 Stimmen) aus Reiden. «Im ersten Moment hätte ich mir ein klareres Resultat gewünscht», sagt die 40-Jährige, die in der Psychiatrie als Pflegefachfrau tätig ist. Auf den zweiten Blick war Wüest dennoch zufrieden. «Ich konnte als politische Newcomerin immerhin das fünftbeste Resultat erzielen.» Diesen Fakt betont auch Wahlkampfleiter Sixtus Oetterli. «Die CVP rechnet sich mit dieser Ausgangslage gute Chancen aus, nach zwei Jahren Abwesenheit wieder in die Exekutive zurückzukehren.» Nicht mehr angestrebt wird hingegen das Präsidium. «Mit 386 Stimmen ist die Mindesterwartung eingetreten», sagt Hans Kunz. «Der zweite Wahlgang findet ohne mich statt. Es wäre taktisch unklug, wenn die Ortsparteien jetzt nicht ihre Kräfte bündeln.» Die CVP gibt keine Wahlempfehlung ab.

Damit hat sich die Kandidatenreihe für den zweiten Wahlgang leicht gelichtet. Bei André Leiser, Regina Gschwind und Emad Eldin Ashour ist noch nicht klar, ob sie erneut antreten. Markus Schwander war gestern nicht erreichbar.

Wer wird Gemeindepräsident?

Schongauep. In Schongau laufen die Drähte zurzeit heiss: Das Volk hat zwar einen fünfköpfigen Gemeinderat gewählt, doch das Präsidium konnte nicht besetzt werden (gestrige Ausgabe). Roland Moser (CVP) als designierter Nachfolger des nicht mehr angetretenen Präsidenten Josef Muff (CVP) verpasste die Wiederwahl in die Exekutive. Zwar erreichte er mit 239 Stimmen das absolute Mehr, mit diesem Ergebnis kam er aber lediglich auf den sechsten Platz.

Exekutivmandat als Voraussetzung

Als Gemeindepräsident schnitt Moser mit 174 Stimmen zwar am besten ab, doch auch die Erreichung des absoluten Mehrs von 223 Stimmen hätte ihm nichts genutzt. Denn gemäss Schongauer Gemeindeordnung setzt die Wahl ins Präsidium ein Exekutivmandat voraus. Deshalb kommt es voraussichtlich am 5. Juni zu einem zweiten Wahlgang. Der wiedergewählte Gemeinderat Fredy Stutz – er gilt für viele Schongauer als Wunschkandidat für das Präsidium – sagt zum weiteren Vorgehen: «Der noch amtierende Gemeinderat trifft sich heute Abend für eine Auslegeordnung. Dabei werden wir uns mit der Situation auseinandersetzen und nach einer Lösung für diese ‹verrückte Variante› suchen.»

Bis Freitag muss Entscheid fallen

Wie man aus der momentanen Sackgasse kommen könnte, darüber will Fredy Stutz nicht spekulieren. Noch im Vorfeld der Wahlen war das Präsidentenamt für ihn kein Thema. Ob der für das Ressort Bauwesen/Raumordnung verantwortliche Gemeinderat jedoch jetzt – bei veränderter Ausgangslage – selber zu einer Lösung beitragen würde, lässt er offen. Klar ist: Bis am Freitag braucht man einen Namen. Das heisst: Einer der fünf gewählten Gemeinderäte muss sich für das Amt zur Verfügung stellen. «Wir möchten einen Vorschlag zum Wohle der Gemeinde», betont Fredy Stutz.

2. Wahlgang oder stille Wahlen

Gemeindenrt. In 14 Luzerner Gemeinden konnten am Sonntag noch nicht alle Sitze der Exekutive besetzt werden. In diesen Gemeinden kann es am 5. Juni zu einem zweiten Wahlgang kommen. Am Freitagmittag ist der Eingabeschluss für die Kandidaten.

Es besteht aber auch die Möglichkeit für stille Nachwahlen. Dies ist im Stimmrechtsgesetz so geregelt, wie Kathrin Graber vom Amt für Gemeinden erläutert: «Wenn in einer Gemeinde ein Sitz im ersten Wahlgang noch nicht besetzt werden konnte und sich nur noch ein Kandidat bis am Freitagmittag, 12 Uhr, zur Verfügung stellt, gibt es stille Nachwahlen.» Gehen mehr Vorschläge ein, als es offene Sitze gibt, ist ein zweiter Wahlgang zwingend.

Hier sind Nachwahlen möglich

Ein zweiter Wahlgang ist in diesen Gemeinden möglich: Luzern, Adligenswil, Ebikon, Horw, Vitznau, Aesch, Rothenburg, Schongau, Ruswil, Triengen, Dagmersellen, Reiden, UfhusenundSchüpfheim. In sieben Gemeinden ist noch ein Sitz nicht besetzt, in drei Gemeinden sind zwei Sitze offen. In Horw und Reiden werden am 5. Juni noch vier Gemeinderäte gewählt. In Schongau sind alle Gemeinderäte bestimmt, noch offen ist, wer das Präsidium übernimmt.

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